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Märkte

Ölpreis fällt – und da ist die Euphorie schon wieder verpufft

Claudio Kummerfeld

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am

Ölpumpe Beispielbild

Der Ölpreis stieg seit Donnerstag Abend bis Freitag Nachmittag um genau 1,50 Dollar an. Wir berichteten am Freitag über die Gründe, die eigentlich für einen fallenden Ölpreis sprachen. Aber wir zeigten auch auf, dass zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Euphorie im Markt war, dass die OPEC vielleicht noch vor ihrem offiziellen Treffen im Dezember in Wien ihre Fördermengenkürzung ausweiten könne. Wir schrieben aber auch, dass so eine Euphorie schon am Montag wieder verpuffen könnte. Und ja, sie ist verpufft – aber noch schneller, als wir dachten. Schon Freitag Abend ging es bergab, und heute geht es weiter.

Ölpreis fällt

Mit aktuell 52,79 Dollar im WTI-Ölpreis sind wir aktuell genau da, wo die kleine Euphorie-Welle Öl nach oben getrieben hatte ab Donnerstag Nachmittag. Dies ist gut sichtbar im folgenden Chart, der bis letzten Montag zurückreicht. Wie heutige Berichte zeigen, hat China gegen die USA Vergeltungssanktionen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar gefordert. Es soll um einen Vorgang noch aus der Obama-Zeit gehen. Die Tatsache, dass die Chinesen so einen Fall mit einer eher geringen Summe gerade jetzt rauskramen, zeigt: Man will offenbar Öl ins Feuer gießen. Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass man Donald Trump mit so etwas ruck zuck auf die Palme bringen kann – und erst recht, wo Chinas Vize-Premier doch gerade erst im Weißen Haus mit ihm per Hanschlag einen „Deal“ vereinbart hatte.

Ölpreis WTI Verlauf seit letztem Montag

Dieser Vorgang bringt aktuell wieder Unsicherheit ins Spiel. Denn die Frage lautet: Wackelt der jüngste Deal jetzt schon wieder, wird Trump ihn gar nicht erst zur Unterzeichnung bringen, wenn die Chinesen ihre alte Forderung nicht wieder in der Versenkung verschwinden lassen? Und der IWF sagt aktuell, dass Chinas BIP nächstes Jahr „nur noch“ mit 5,8% wachsen könnte. Nur noch… ob diese Zahlen überhaupt stimmen, weiß ja niemand. Aber bei den Dimensionen Chinas mit der großen Bevölkerung sind 5,8% statt 6,0% für die globale Konjunktur schon ganz schön bedeutend.

Tendenz im großen Bild

Laut jüngsten Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC haben Spekulanten ihre offenen Short-Positionen (Wetten auf fallenden Ölpreis) zuletzt massiv ausgeweitet. Eine Verdreifachung seit Mitte September! Das zeigt, dass die Terminhändler offenbar an eine weiter fallende Tendenz glauben. Der folgende Chart zeigt das größere Bild, den Verlauf im WTI-Ölpreis seit Dezember 2018. Man sieht eine große Unterstützung bei ganz grob gesagt 51 Dollar. Bis dahin könnte der Markt zügig fallen. Fiele er darunter, wäre sehr viel Platz nach unten – wenn man nur nach der Charttechnik geht. Aber gerade der Ölpreis wird stark von fundamentalen Ereignissen bewegt. Im großen Bild bleibt die Tendenz seit Wochen eher fallend für Öl. Man sieht ja… jede gefühlte kleine Gefahr für die globale Konjunktur und somit die Öl-Nachfrage lässt den Ölpreis sofort negativ reagieren.

Ölpreis WTI seit Dezember 2018

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Tino Gruchmann

    21. Oktober 2019 16:34 at 16:34

    Ich wage mal die Behauptung das Chinas Wirtschaftszahlen nicht so richtig stimmen, wenn die Autoverkäufe seit 2018 sinken und trotzdem mit 6% gewachsen wird passt das meines Erachtens nicht zusammen, und ein Wachstum von 5,8% anstatt von 6% ist eine Differenz von unter 0,01% des Welt Wirtschaftswachstums, meines Erachtens nicht erwähnenswert

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Gold/Silber

Goldpreis: Die aktuelle Lage nach Trump-Biden-Battle, BIP und ADP-Daten

Claudio Kummerfeld

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Gold

Der Goldpreis könne deutlich reagieren nach der Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden, so hatten wir es gestern in Aussicht gestellt. Heute Nacht dann fand die Debatte statt (hier in voller Länge ansehen). Kurz zusammengefasst: Es war Debakel, eine Schlammschlacht. Ein wirklich klarer Sieger ging aus dem Duell nicht hervor, obwohl einige Beobachter doch Joe Biden leicht vorne sehen. Finden Sie beim Klick an dieser Stelle den heutigen Kommentar hierzu von Markus Fugmann.

US-Daten ohne Wirkung

Tja, aus einer möglichen deutlichen Bewegung im Goldpreis nach diesem Rededuell wurde nichts. Notierte Gold heute Nacht um 3 Uhr zum Beginn dieser Schlammschlacht noch bei 1.895 Dollar, so fiel er bis heute Mittag auf 1.884 Dollar zurück. Der US-Dollar als in den letzten Wochen bestimmender Gegenfaktor zum Goldpreis konnte seit heute Nacht nur minimal steigen.

Dann vorhin um 14:15 Uhr wurden die wichtigen ADP-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht als Vorläufer für die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für September. Sie wurden mit 749.000 neuen Stellen in den USA besser vermeldet als erwartet (die Prognose lag bei 650.000 neuen Stellen). Eine Reaktion an den Märkten folgte daraufhin aber auch nicht.

Was den Goldpreis aktuell steigen lässt

Dann um 14:30 Uhr wurden in den USA Daten zum Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, die aber ebenfalls so langweilig waren (3. Veröffentlichung der BIP-Daten), dass sie den Goldpreis nicht bewegen konnten. Laut aktuellen Berichten, die seit 14:35 Uhr kursieren, soll der Chicago-Einkaufsmanagerindex besser ausfallen als gedacht (wir werden um 15:45 Uhr über die offizielle Veröffentlichung berichten). Bessere Konjunktur in den USA gleich höhere Inflationserwartung (durch das Anziehen der Nachfrage), was wiederum für Gold spricht – zumal die Fed die Garantie gegeben hat, bis zum Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben. Seit 14:38 Uhr steigt der Goldpreis von 1.887 Dollar auf aktuell 1.897 Dollar!

Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

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