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Ölpreis fällt – Info über OPEC-Kürzungen durchgesickert

Öl Bohrstelle

Wir berichteten bereits heute früh. Seit Dienstag Abend gab es eine kleine Euphorie am Ölmarkt, und der WTI-Ölpreis war von 49,30 im Tief heute früh sogar bis auf über 52 Dollar gestiegen. Um 11 Uhr lag WTI-Öl noch bei 51,90 Dollar. Bis dahin hielt die Euphorie. Warum? Hauptsächlich weil viele Trader offenkundig die Erwartung einpreisten, dass die OPEC in Kürze ihre Fördermenge, die im Dezember bereits um 500.000 Barrels pro Tag gekürzt wurde, nun erneut kräftig senken wird.

Ölpreis steigt und fällt im Zuge der OPEC-Hoffnungen

Und nun? Die Infos aus Kreisen der OPEC sind nach und nach durchgesickert. Verschiedene Quellen melden übereinstimmend, dass ein spezielles Gremium der OPEC den Mitgliedern vorschlagen will, die Fördermenge wohl um 600.000 Barrels pro Tag zu kürzen. Eigentlich hätten die Saudis gerne um 800.000 gekürzt, aber Russland stellt sich wohl derzeit grundsätzlich quer. Noch gebe es keine Entscheidung der OPEC. Also gibt es wohl erstmal nur eine „Empfehlung“ des Gremiums an die Mitglieder. Treffen soll sich die OPEC mit ihren Partnern (zusammen bezeichnet als OPEC+) wohl am 14. und 15. Februar. Russland ist wohl der Knackpunkt. Man hat sich wohl noch nicht entschlossen, ob man bei neuen Kürzungen mitziehen will. Der Ölpreis reagiert.

Hat der Markt noch größere Kürzungen erwartet? Und darf man die angebliche Verweigerungshaltung der Russen als ernstzunehmendes Problem für eine Gesamteinigung ansehen? Der Terminmarkt deutet dies wohl genau so. Dementsprechend ist der Ölpreis von 11 Uhr bis jetzt von 51,90 auf 50,57 Dollar gefallen. Also, so schnell verpufft die Euphorie wieder? Fällt der Ölpreis nun weiter, noch deutlich unter die 50 Dollar-Marke im WTI, kann es sich die OPEC dann leisten mit einem offiziellen Meeting bis zum 14. Februar zu warten?

Denn die Golfstaaten, deren Staatshaushalt maßgeblich durch Öleinnahmen gespeist werden, brauchen einen hohen Ölpreis. Und den will man ja durch die Verknappung des Angebots herbeiführen, weil auf der anderen Seite dank des Coronavirus die Nachfrage in China aller Voraussicht nach deutlich einbricht. Im Chart sehen wir den Verlauf im Ölpreis seit Anfang der Woche.

WTI Ölpreis seit Anfang der Woche



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