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Märkte

Ölpreis fällt heute dank einem „mustergültigen“ Grund

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Oil Rig

Der Ölpreis fällt seit heute früh spürbar. WTI-Öl notiert jetzt knapp unter 52 Dollar, und hat somit seit heute früh mehr als 1 Dollar eingebüßt. Warum? Es ist ein „mustergültiger“ Grund, wie wir es mal formulieren möchten. Denn was hatten wir (schlecht verstecktes Eigenlob) gestern geschrieben? Wir titelten mit „Achtung“ und „Warnung“.

Ölpreis mit Bodenbildung? Eine mehr als wacklige Nummer

Bei ganz grob gesagt 52,50 Dollar im WTI-Ölpreis hätte der Markt vielleicht zur Ruhe kommen können. Und gestern noch gab es Optimismus für die Gespräche zwischen den USA und China am Donnerstag. Aber wir warnten, dass es eine ziemlich wacklige Angelegenheit ist sich auf positive Erwartungen bezüglich de Handelsgespräche zu berufen für einen steigenden Ölpreis. Denn negative Signale können ihn schnell zum Fallen bringen, wie schon letzte Woche zwei Mal die ISM-Daten. Tja, und schon zwei Tage vor dem Start der Gespräche gibt es diese negativen Signale. Das Weiße Haus überlegt nämlich Kapitalflüsse nach China zu begrenzen. Auch haben die USA mehrere chinesische Unternehmen auf eine Black List gesetzt. Und heute Mittag ging es dann weiter mit Nachrichten aus China, dass der Beauftragte für die Gespräche Liu He ohne echte Kompetenzen für Verhandlungen nach Washington DC reisen werde. Auch werde die Besuchsdauer verkürzt. Also, schon zwei Tage vorher scheinen die Verhandlungen kaum eine Chance auf einen tatsächlichen Erfolg zu haben. So schnell kann sich die Gefühlslage am Markt wieder drehen.

Gespräche übermorgen im Fokus

Energieagenturen vermelden diese Woche vermutlich noch Revisionen zur Nachfrageseite, auch die Lagerbestände (API heute Abend und EIA morgen Nachmittag) können den Ölpreis bewegen. Und vor dem Treffen in Washington DC am Donnerstag, da ist die Lage mehr als wacklig, wie man jetzt sieht. Das Treffen und die weiteren Aussagen im Vorhinein von beiden Seiten dürften vermutlich bis Donnerstag maßgeblich für den Ölpreis sein! Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Mitte letzter Woche. Die kleine Euphorie von gestern ist schon wieder verflogen. Vom gestrigen Hochpunkt hat er sogar mehr als 2 Dollar verloren. Aber wie es jetzt bis Donnerstag weiter geht, das wissen auch wir natürlich nicht. Aber die Lage ist halt mehr als wacklig. Jeder kleine Tweet kann einen Kursausschlag bringen.

Ölpreis seit Mitte letzter Woche

An dieser Stelle werfen wir auch einen Blick auf das größere Bild, den Verlauf im Ölpreis seit Ende 2018. Grob gesagt um die Marke von 51 Dollar liegt eine charttechnische Unterstützung dank drei Tiefpunkten aus den letzten fünf Monaten. Das wäre für Chartisten das nächste Ziel bei einem weiteren Absturz. Viel fehlt dazu nicht mehr. Nochmal: Im Fokus steht aktuell das Hin und Her der Aussagen von beiden Seiten im Handelskrieg, um sich vor dem Treffen am Donnerstag zu positionieren. Kommt am Ende nicht mehr dabei raus als ein paar warme Worte? Gut möglich. Das wäre schlecht für die globale Konjunktur, für die Aktienindizes, und für den Ölpreis. Denn weniger wirtschaftliche Aktivität bedeutet weniger Nachfrage nach Öl.

Ölpreis WTI seit Ende 2018

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Suppenkasper

    8. Oktober 2019 15:44 at 15:44

    Alles Kasperlitheater, die Frage ist nur, wie lange kann sich die noch grösste Weltmacht im Kampf um die Herrschaft noch einen Kasperli als Präsidenten leisten?

  2. Avatar

    Peter Anhoeck

    10. Oktober 2019 11:42 at 11:42

    Ölpreis fällt heute dank einem „mustergültigen“ Grund

    Was für ein Deutsch?

  3. Avatar

    Nörgeler-Schreck

    10. Oktober 2019 12:58 at 12:58

    @ Peter Anhoeck, dies ist eine Plattform in der es um Wirtschaftsinformation geht u.zwar hochklassig.Leute ,die bis zum dreissigsten Altersjahr auf Staatskosten studiert haben u. die Muttersprache perfekt können und sonst gar Nichts auf der Kiste haben, haben wir viel zu Viele.Wenn sie schon länger FMW verfolgen, sollten sie wissen, dass die“ ORTHOGRAPHIENÖRGELER“ sehr unbeliebt sind.
    Ich habe von Ihnen noch nie einen Beitrag gelesen, aber dieser Fehler schien ihnen so wichtig zu sein ,dass sie erstmals etwas gepostet haben! Glücklicher Mensch, sonst keine Probleme?
    Es gibt normale Fehler u.Flüchtigkeitsfehler u.Flüchtlingsfehler.Die ersten beiden können immer einmal passieren.Die dritte Art ist eher gravierend u.wird fast nie kritisiert.

    • Avatar

      Lars

      11. Oktober 2019 00:12 at 00:12

      @Nörgeler-Schreck, ich habe von Ihnen noch nie einen Beitrag gelesen, aber dieser Kommentar zur Orthografie schien ihnen so wichtig zu sein, dass sie erstmals etwas gepostet haben! Sonst keine Probleme neben dem dem Flüchtlingsthema? Wenn sie schon länger FMW verfolgen, sollten sie wissen, dass die Flüchtingsnörgler ebenfalls sehr unbeliebt sind.

      Erdogan wird uns mit Trumps Hilfe bald ein paar Millionen mehr bescheren, das ist eher gravierend und wird fast nie kritisiert. Weder hochklassig, noch auf Staatskosten.

  4. Avatar

    Luca18

    11. Oktober 2019 18:29 at 18:29

    Da tut nur jemand auf leftutti😂

    • Avatar

      leftutti

      11. Oktober 2019 20:33 at 20:33

      @Luca18, wie immer, weise und tiefgründig, Ihr Kommentar 🙄
      Wollen Sie mir etwas sagen? Dann tun Sie das.

      Für Apple-User: cmd shift del
      Windows: Shift Entf

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Indizes

Dax: Euphoire abgebaut, die Rally kommt ins Stocken

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Die Euphorie läßt nach

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Wir befinden uns weiterhin in der Verarbeitung der Kursgewinne der vergangenen Wochen: Wie angekündigt pendelt der DAX kräftig hin und her, wenngleich diese Bewegung im Wochenvergleich mit +0,8% kaum zu sehen ist.

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Ich vermute, dass Gewinnmitnahmen zum Börsenstart zunächst für Verunsicherung sorgen, so dass sich ein Abwärtstrend verstärkt, bis dann langfristig optimistisch gestimmte Anleger Aktien einsammeln, denen sie eine rosige Zukunft ausmalen.

So ist das Anlegersentiment diese Woche leicht gegenüber der Vorwoche angestiegen (+0,8 auf 2,0). Auch die Selbstzufriedenheit konnte leicht auf 2,5 zulegen.

Den größten Sprung gab es bei der Zukunftserwartung, die um 1,9 auf 2,8 angesprungen ist. Die Bullen haben also wieder klar die Oberhand. Und besser noch, sie wollen ihre optimistische Überzeugung auch durch Käufe zum Ausdruck bringen: Die Investitionsbereitschaft ist auf 1,4 gestiegen.

Damit hat die Seitwärtsbewegung im DAX der vergangenen zwei Wochen die Partylaune, den Überschwang beseitigt. Eine positive Grundstimmung bleibt. Für die Zukunft sehen Anleger nach diesen zwei Wochen der Bereinigung wieder positiver. Damit haben wir eine konstruktive Entwicklung im Anlegersentiment. Die Euphorie ist abgebaut, es besteht jedoch auf der anderen Seite noch kein Druck für bald steigende Kurse. Die Situation ist derzeit als neutral zu bezeichnen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger stieg erstmals seit September über Null an: Erstmals spekulieren wieder mehr Anleger auf steigende Kurse, als dass man sich gegen Kursverluste absichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hingegen hochgefahren: Das Put/Call-Verhältnis zeigt eine gestiegene Absicherungstätigkeit der Profis an.

Dies steht im Widerspruch zu den US-Anlegern, deren Put/Call-Verhältnis weiterhin extrem niedrig ist: In den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote sogar auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gehievt: Über Hebelprodukte ist die Investitionsquote auf 113% des verwalteten Kapitals gestiegen.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei 8% und zeigt einen nur noch leichten Bullenüberhang auf. Seit November ist der Bullenüberhang somit von 28% kontinuierlich zurückgegangen. Ein ähnliches Bild gibt auch die AAII-Umfrage unter Privatanlegern der USA wider. Das Bärenlager erhält Zulauf, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 67% eine neutrale Marktverfassung an.

Dax: Interpretation des Sentiments

Sowohl in Deutschland als auch in den USA haben wir eine deutliche Stimmungsabkühlung gesehen, während gleichzeitig der Zukunftsoptimismus angestiegen ist. Eigentlich eine gute Voraussetzung für den nächsten Kursanstieg. Es ist in meinen Augen daher nur die Frage, wann die Rallye beim Dax wieder aufgenommen wird, nicht ob.

Doch das „wann“ lässt sich schwer beantworten. Die USA haben die Amtsübergabe ihres Präsidenten erfolgreich hinter sich gebracht. Nun könnte man meinen, die Aktienmärkte sprengen die Ketten, in die sie zuvor gelegt worden waren.

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass mit „sell the news“ Anleger zunächst Kasse machen, bevor die Rallye wieder aufgenommen werden kann. Und nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate kann dieser Prozess der Gewinnmitnahmen noch ein wenig länger dauern.

Somit bleibt die Grundaussage der vergangenen Wochen weiter bestehen: Stop Loss Marken sollten beachtet werden. An schwachen Tagen können Sie ihre Lieblinge einsammeln. Doch es gibt noch keinen Grund zur Eile.

Die Euphorie im Dax ist abgebaut

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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