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Märkte

Ölpreis fällt nicht trotz Daten – Markt zu optimistisch? Achtung!

Claudio Kummerfeld

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am

Öl Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis zeigt sich überraschend robust. Letzte Woche sprachen wir bei den steigenden Kursen von der „Alles wird gut Rally“. Aber jetzt kann sich das amerikanische WTI-Öl seit Tagen rund um die Marke von 40 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Und das, wo doch die Corona-Neuinfektionen in den USA immer weiter ansteigen, und ansteigen, und ansteigen. Die Gefahr von neuen größeren Einschränkungen des Alltags besteht in den USA, und somit auch die Gefahr von weniger wirtschaftlicher Aktivität. Was automatisch dazu führen würde, dass weniger Öl nachgefragt werden würde.

Ölpreis ignoriert API-Daten

Aber gut, der Terminmarkt für Öl ignoriert dies derzeit, und der Ölpreis hält sich robust. Noch erstaunlicher ist dies, wenn man an die Veröffentlichung der Lagerdaten von gestern Abend denkt. Das American Petroleum Institute (API) verkündete gestern um 22:30 Uhr deutscher Zeit die von ihm errechneten Lagermengen für Öl in den USA. Beim Rohöl sollen die Lagerbestände im Wochenvergleich um 2 Millionen Barrels gestiegen sein, obwohl eine Veränderung von -3,7 Millionen Barrels erwartet wurde. Und was machte der Ölpreis? Rutscht er ab? Nein. Von 40,30 Dollar kurz vor den Daten ging es Nachts bis heute früh sogar noch leicht nach oben. Aktuell sehen wir WTI-Öl bei 40,44 Dollar.

EIA-Daten voraus

Heute um 16:30 Uhr folgen wie jede Woche nach den API-Daten die staatlich ermittelten Lagerbestände der Energy Information Administration (EIA) für die USA. Wird es wie von API gemeldet tatsächlich ein Anstieg der Lagerbestände, dann könnte der Ölpreis abrutschen. Bleibt der Abrutscher aus und der Markt hält sich bei 40 Dollar, wäre dies ein echtes, wirkliches Zeichen von Stärke. Nämlich der Stärke, die sagt: „Wir am Terminmarkt glauben an die weltweit stetige wirtschaftliche Erholung, und die Öl-Nachfrage wird immer weiter steigen, auch bei steigenden Corona-Zahlen“. By the way… am 15. Juli tagt das JMMC, ein Aufsichtsgremium der OPEC zum Kontrolle der Einhaltung der Fördermengenkürzungen. Dieses Datum könnte wieder mehr Schwung in den Ölmarkt bringen.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf der letzten zehn Tage
Im Chart sieht man den Verlauf im Ölpreis in den letzten zehn Tagen.

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Indizes

Aktienmärkte: Extreme Bewertungen, Zinsumfeld – und Corona

Das Überschießen der Aktienmärkte wird immer deutlicher, eine Korrektur scheint nahezu unvermeidlich. Wann aber kommt diese Korrektur?

Wolfgang Müller

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am

Bereits schon seit geraumer Zeit rufen einige Parameter der Aktienmärkte nach Abkühlung, immer mehr Analysten bringen Argumente für eine notwendige Marktbereinigung auf das Tableau – dennoch reagieren die Börsen bisher nur mit Miniabgaben. Warum nehmen Investoren keine Gewinne mit, in einem Monat November, der am heutigen Tag einige Rekorde brechen könnte? Hier ein paar Gedanken zu den Headwinds und Tailwinds in meinem wöchentlichen großen Bild.

Die aktuellen Bewertungen der Aktienmärkte

Täglich werden die Kennziffern herangezogen, die das Überschießen der Aktienmärkte und mehr noch bestimmter Einzelaktien – Tesla und FANGMAN – in den Fokus stellen und von der Unvermeidbarkeit der Korrektur zeugen. Ob es die Relation der Aktienmarktkapitalisierung zum Bruttosozialprodukt ist, welches mit über 95 Billionen Dollar weltweit ein neues Hoch erreicht hat – im Vergleich zum globalen BIP von 86,6 Billionen Dollar (2019), welches in diesem Jahr aber über 4 Prozent schrumpfen sollte. Oder die Kurs/Gewinn-Verhältnisse, die schon im Bereich der Internetblase von 2000 liegen, insbesondere beim Nasdaq. Die vielen herumgereichten Langzeitcharts, die zeigen, dass die US-Märkte an ihren oberen Begrenzungen anstoßen.

Aber was am deutlichsten auf eine Korrektur hinweist, ist die Aktienperformance des Monats November, die dabei ist, Jahrzehnte alte Rekorde zu brechen. Der Dow Jones und der Nasdaq liegen bereits mit 13 beziehungsweise 12 Prozent im Plus, der S&P 500 mit 10,7 Prozent. Der altwürdige Dow Jones könnte heute den besten Monat seit 1987 absolvieren, ein Grund dafür ist natürlich die Branchenrotation hin zu Value, was in diesem Index reichlich vorhanden ist. Ebenso wie in unserem Leitindex, der bereits vor dem Monatsultimo um 15 Prozent gestiegen ist. Selbst beim volatilen Dax ein Extremum und einer der besten Börsenmonate der letzten 20 Jahre. Zuletzt gab es dies im März 2009 in ähnlicher Dimension, als die Anleger das Ende der Finanzkrise einpreisten. Was noch auf eine nahe Bereinigung hindeutet: Aber am treffsichersten für eine Korrektur ist der Fear&Greed-Index aus den USA, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt, wie zum Beispiel dem Put/Call-Ratio oder dem VIX. Bei Ständen über 90 Punkten ist es nur eine Frage der Zeit, wie die Darstellung der letzten beiden Jahre darlegt.

Fear&Greed-Index, über 90 Punkte, dann wird es spannend

Das Gier-Barometer der Aktienmärkte

Derzeit sind die Aktienmärkte gierig

Das Zinsumfeld

Kurskorrektur der Aktienmärkte ja, aber was ist mit dem Gesamtumfeld? Können Investoren, die aus dem Markt ausgestiegen sind, derzeit überhaupt längere Zeit außen vor bleiben, mit Minuszinseinlagen? Über die absurd niedrigen Anleiherenditen wurde an dieser Stelle schon oft berichtet: Über 17 Billionen Dollar mit einer Negativrendite, unter Berücksichtigung der Inflation (Realrendite) sind es sogar über 32 Billionen Dollar. Vor zwei Wochen betrug sogar die Rendite der globalen Langläufer (7 – 10 Jahre Laufzeit) bei den Staatsanleihen gerade mal 0,18 Prozent.

Ein weiterer Grund für das weltweite Anwachsen der Verschuldung.

FMW hat vor Kurzem den Chart präsentiert, mit dem Außeinanderdriften der Gesamtschulden und der Wirtschaftsentwicklung seit den 1980-ern. „Der Chart, der die Welt erklärt.“ Aber dafür gibt es eben eine große Ursache, den dramatischen Verfall der Zinsen, wie dieser Chart aufzeigt.

Das Zinsumfeld der Aktienmärkte

1980 mussten die Staaten noch zweistellige Zinsen p.a. für ihre Schulden bezahlen, Schuldenhöhen wie damals, würden derzeit rasch zum Bankrott führen.

Das Hoch erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe im September 1981 mit 15,81 Prozent – aus heutiger Sicht unvorstellbar hohe Renditen für die sichersten Staatspapiere. Wer kaufte da Aktien? Das Gegenteil der heutigen Situation mit TINA.

Staaten und Firmen, haben sich also immer höher verschuldet, weil sie es konnten, ohne ihre Zinslast zu erhöhen. In den 1990-ern hatte Fed-Chef Alan Greenspan mit seiner Zinspolitik einen weiteren Zinsrückgang befördert, anschließend kam die Finanzkrise und zuletzt Corona. Man konnte sich also immer mehr verschulden, ohne dass es finanzielle Konsequenzen hatte.

Als Beispiel könnte man Italien heranziehen. In den 1990er-Jahren musste das Land noch ein Viertel des Haushalts für Zinszahlungen aufbringen, obwohl die Verschuldung noch deutlich niedriger war als zuletzt. Aktuell sind es nur noch 10 Prozent, die die Zinsaufwendungen ausmachen. Zugleich hat Italien seine Staatsanleihen auf sehr lange Laufzeiten umgestellt. Dasselbe gilt für viele weitere EU-Staaten. Derzeit schimpft man über die Zunahme der Verschuldung in Deutschland, aber momentan verdient der Staat sogar noch bei seiner Schuldenaufnahme.

Noch ein Effekt: Die Aktienmärkte wurden „relativ“ preiswerter, weil der Zins nichts anderes ist als der Preis für Zeit. Wenn der Zins aber verschwindet, spielt Zeit bei der Geldanlage keine Rolle mehr, Aktienerträge werden wertvoller. Ich kann deshalb nicht verstehen, warum Kommentatoren die Aktien-KGVs von heute immer wieder mit Phasen vergleichen, als es 5 oder 6 Prozent Zinsen am Kapitalmarkt gab.

Natürlich sind die Notenbanken die Verursacher der Zinssituation mit ihren Anleihekäufen (7 Billionen in nur einem halben Jahr), dies ist die eigentliche Manipulation an den Märkten und nicht die bei den Aktien. Die Investoren nutzen nur die gegenwärtige Situation oder sie könne teilweise gar nicht anders agieren.

Dass die Verschuldung ein Riesenproblem wird, wenn die Zinsen steigen, steht auf einem anderen Blatt. Aber wie lange so etwas gut gehen kann, zeigt uns Japan seit Jahren.

Die Hoffnungen für die Zeit nach Covid-19

Die Aktienmärkte blicken weit in die Zukunft, deshalb war der 9. November so etwas wie ein großer Game Changer. Die Meldung von BioNTech/Pfizer zur demnächst anstehenden Zulassung eines Impfstoffs gegen die Pandemie, die Folgemeldungen von Moderna und AstraZenecca und die riesigen Mengen an Impfstoffdosen mit dem mRNA-Präparat, welche in kurzer Zeit zur Verfügung stehen könnten. Eine globale Impfaktion, was für eine Mammutaufgabe, die aber schon zu Jahresbeginn so richtig starten könnte. China hat mit der Impfung schon begonnen, ebenso Russland und für Europa gab es am Wochenende folgende Meldung: Großbritannien will einem Zeitungsbericht zufolge den von BioNTech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff offenbar in der kommenden Woche zulassen. Mit der Auslieferung solle nur Stunden später begonnen werden, berichtete die „Financial Times“.

Worauf aber blicken die Anleger? Auf den Sommer 2021 und danach wohl nicht so sehr auf den harten Corona-Winter, der uns zunächst im Jahr 2021 bevorstehen soll. Laut Armin Laschet, der härteste seit dem zweiten Weltkrieg, aber da soll er sich mal mit den Jahrgängen von 1935 und davor unterhalten, die können ihm über andere Nachkriegsjahre berichten. Die Wirtschaftsindikatoren in punkto Arbeitslosigkeit, Dienstleistungen und Konsumentenvertrauen sind durch die zweite Coronawelle im Rückgang begriffen. Aber was ist mit dem Frühindikator US-Transportation Index? Dieser aus 20 Werten zusammengesetzte Index (Fluggesellschaften, Bahngesellschaften, Schifffahrt, Speditionen und Lieferservice) ist weiter am steigen und hat mit über 12.500 Punkten schon deutlich sein Vor-Coronaniveau (11.000 Punkte) überschritten. Vor dem Verkauf kommt die Verarbeitung und der Transport der Güter, ein Frühindikator auf Mehrjahreshoch.

Fazit

Warum sind die Investoren noch so investiert bei all den gegenwärtigen Warnsignalen? Viele trauen sich vermutlich nicht aus dem Markt zu gehen, weil man jederzeit mit einer neuen Impfstoffmeldung oder gar der Zulassung des Impfstoffes rechnen muss. Auch steht die EZB-Sitzung am 10. Dezember unmittelbar bevor, zu der Chef Volkswirt Philipp Lane noch ein großes Ankündigungszeichen gesetzt hat. Er warnte vor den schädlichen Auswirkungen einer niedrigen Inflation?!

Die EZB will daher neue Konjunktur- und Inflationsprognosen zu ihrer nächsten Zinssitzung veröffentlichen. Höchstwahrscheinlich verbunden mit zusätzlichen Hilfsmaßnahmen für die von der zweiten Pandemie-Welle gebeutelte Wirtschaft, wie EZB-Chefin Christine Lagarde unlängst unmissverständlich andeutete.

Und ein paar Tage später, am 16. Dezember kommt die Federal Reserve mit ihrer Sitzung. Gerade wurde das letzte Fed-Protokoll veröffentlicht, in dem man die Möglichkeit einer noch laxeren Geldpolitik durchgespielt hat.

Ergo: Es sind nur noch etwa 17 Handelstage für die Aktienmärkte bis zum Schließen der Bücher für 2020, vorher gibt es für gewöhnlich noch ein kleines Window Dressing. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer kurzen und knackigen Korrektur nicht von seiner Hand zu weisen, zu optimistisch sind die Investoren, nicht zuletzt die viereinhalb Millionen neuen Anleger in den USA, die noch einmal „all-in“ gegangen sind.

Aber dennoch hat sich an meiner These, wann die Aktienhausse Probleme bekommen könnte, nichts Substanzielles geändert: Bei einem Anziehen der Inflation und der damit verbundenen Kapitalmarktzinsen.

Die Aktienmärkte mit extremen Bewertungen

 

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Märkte

Ölpreis heute im Zeichen der OPEC-Sitzung – hier eine kleine Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Das OPEC Logo

Heute steht der Ölpreis ganz unter dem Einfluss der OPEC-Sitzung. Zwei Mal im Jahr tagt das Kartell offiziell in seiner Zentrale in Wien. Wegen der Coronakrise findet das Meeting diesmal virtuell statt. Es startet heute ab 14 Uhr deutscher Zeit. Wir werden dann aktuell berichten. Gestern tagte das JMMC, ein Aufsichtsgremium der OPEC. Beobachter die ganz nah dran sind bei allen Aktivitäten rund um die OPEC wie Amena Bakr, berichten aktuell über eindeutige Differenzen unter den Teilnehmern der gestrigen Sitzung.

Höherer Ölpreis verführt zu falscher Annahme?

Der Ölpreis ist die letzten Tage spürbar gestiegen. Dies scheint einige OPEC-Mitglieder zu der Meinung zu bringen, dass man wie bisher geplant die Fördermengenkürzungen ab Januar weiter zurückfahren kann. Dies beruht auf der Annahme, dass sich die globale Konjunktur schnell genug erholt und die Nachfrage nach Öl steigt, so dass eine steigende Angebotsmenge vom Markt verkraftet werden kann. Man darf vermuten, dass die Saudis als de facto Anführer der OPEC mal wieder auf eine Aufrechterhaltung der derzeitigen Angebotsverknappung drängen.

Das OPEC-Dilemma

Es ist das selbe OPEC-Dilemma wie seit Jahren. Müssen die Saudis mal wieder herhalten, und die eigene Fördermenge zusätzlich kürzen, weil andere Länder wie eventuell der Irak und andere nicht gewillt sind weiterhin zu kürzen. Dann man braucht ja wie so oft kurzfristig Geld, und will deswegen mutmaßlich die Förderung hochfahren? Wegen der Corona-Impfstoff-Meldungen der letzten drei Wochen war der Ölpreis (WTI) von 37 auf jetzt knapp 45 Dollar angestiegen. Diese Euphorie könnte manche OPEC-Mitglieder blenden, und sie dazu verleiten nun wie bislang angedacht mehr Öl zu fördern. Aber seit Wochen ist im Gespräch, dass man wegen der weltweit zweiten Corona-Welle das Angebot jetzt doch besser bremsen sollte, damit der Ölpreis nicht doch wieder plötzlich abstürzt, dank einem zu großen Öl-Angebot am Weltmarkt. Wir werden heute Nachmittag über das OPEC-Meeting berichten.

Chart zeigt Ölpreis-Kursverlauf seit Juni

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Finanznews

Aktienmärkte: Profi-Investoren machen Kasse! Videoausblick

Der Montag beginnt ungewöhnlich für die Aktienmärkte: die US-Futures sind im Minus. Profi-Investoren müssen ihren Aktien-Anteil reduzieren!

Markus Fugmann

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Der heutige Montag beginnt ungewöhnlich für die Aktienmärkte: die US-Futures sind im Minus, heute also bisher kein Imfpstoff-Optimismus. Was ist da los? Der November brachte für die Aktienmärkte neue Rekorde, aber nun stehen vor allem Profi-Investoren vor einem Problem: sie sind in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet. Also müssen sie absehbar die Gewichtung bei Aktien senken, ergo verkaufen. Dadurch dürften nach Einschätzungen von US-Banken bis Jahresende Aktien im Volumen von mehr als 300 Milliarden Dollar verkauft werden müssen – und das wird nach dem Rekord-November mit extrem hoher Investitions-Quote und Stimmungs-Euphorie (Impfstoff) nun ein sehr ernst zu nehmender Gegenwind. Ist der heutige Montag bereits der Auftakt dafür?

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