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Ölpreis fällt – Saudis wollen Pipeline schnell wieder hochfahren

Der Ölpreis kann sich um 5 Dollar "entspannen". Denn Saudi-Arabien will eine zerstörte Öl-Pipeline sehr schnell wieder reaktivieren.

Ölpumpe
Grafik: evgeniibashta-Freepik.com

Seit gestern Abend fällt der Ölpreis. Eine „Falle“ für alle, die auf noch weiter fallende Preise setzen? Brent-Öl fällt von 107,40 Dollar auf aktuell 102,07 Dollar. Aktuell hängt alles an der zerstören Öl-Pipeline, die einmal quer durch Saudi-Arabien läuft, von den Feldern am Persischen Golf rüber nach Yanbu am Roten Meer. Von da aus konnten die Saudis monatelang große Mengen Öl auf den Weltmarkt liefern, während die Straße von Hormus blockiert war. Aber durch die jüngste Zerstörung der Pipeline durch Huthi-Angriffe stieg der Ölpreis deutlich an, da eine weitere Verknappung am Weltmarkt droht.

Ölpreis fällt

Jetzt aber stellt Saudi-Arabien in Aussicht, dass die Reparatur der Pipeline doch recht schnell gehen könnte. Für den Fall, dass dies wirklich funktioniert: Was, wenn die Huthis schon kurz darauf erneut angreifen mit unzähligen Drohen? Ein endloser Kreislauf aus Zerstörung, Reparatur und neuer Zerstörung?

Saudi-Arabien will dem Vernehmen nach binnen Tagen etwa die Hälfte der Kapazität seiner quer durch das Land verlaufenden Ölpipeline wiederherstellen. Die Verbindung war in der vergangenen Woche nach Drohnenangriffen außer Betrieb genommen worden. Der staatliche Konzern Saudi Aramco arbeite daran, einen beschädigten Pipelineabschnitt zu umgehen und so einen Teil der Kapazität wieder in Betrieb zu nehmen, sagte laut Bloomberg eine Person, die wegen der Vertraulichkeit der Angelegenheit nicht genannt werden wollte. Das Unternehmen strebe an, die Leitung in etwa sechs Wochen wieder mit voller Kapazität zu betreiben.

Kunden in Europa sehen sich hingegen mit Lieferverzögerungen konfrontiert, was einen Anstieg der regionalen Rohölpreise ausgelöst hat. Mindestens eine Raffinerie auf dem Kontinent, die polnische Orlen, hat nach der saudi-arabischen Unterbrechung mehrere Millionen Barrel Ersatzlieferungen aus anderen Quellen gekauft, sagten mit der Angelegenheit vertraute Händler gegenüber Bloomberg.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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8 Kommentare

  1. Der Future hat von Oct auf Nov gewechselt. Das passiert immer Mitte des Monats. In letzter Zeit sinkt dann der Preis spürbar. Erkennt man daran, dass die Optionsscheine den Sprung nicht mitmachen.

  2. Hauptsache die Algos reagieren auf den Quatsch. Der nächste Schock kommt gewiss.
    Und irgendwann ist alles zerschossen, sodass es mehr Löcher als Infrastruktur gibt.
    Dann kann man noch so viele geschönte Meldungen raus bringen, spätestens im Winter sind die Reserven leer.
    Dann sollen die Algos gemeinsam von ATH zu ATH jagen und den Ölpreis auf 60$ drücken, während auf der Straße kein Auto mehr fährt, die Leute in den Wohnungen frieren und sich zwischen Brot und Wurst entscheiden müssen.

    1. Der Winter könnte außergewöhnlich mild werden.

  3. Wenn ich schon lese „eine Person, die wegen der Vertraulichkeit der Angelegenheit nicht genannt werden wollte“ weiß ich wo die Meldung hingehört. In die Tonne. Die Pipeline ist an mehreren Stellen zerstört. Da müssen Ersatzteile beschafft werden, schweißen, röntgen ,inertisieren, Druckprüfung und und und. Das machst Du nicht in „wenigen“ Tagen. Die Saudis halt 😂.

  4. Der Ölpreis wird volatil bleiben.

  5. In Friedenszeiten wäre eine schnelle Reparatur noch eher möglich, in Kriegszeiten eher unmöglich, da schnell wieder sabotiert werden kann, und wenn man bedenkt, dass normale Revisionen schon grössere Unterbrechungen bringen.Ja die Algos und die Lügen von Trump wirken erstaunlicherweise immer, aber nie lange. Es gibt absolut keinen Grund,dass der Ölpreis unter die Niveaus von 2010 und 2013 geht aber tausend Gründe,dass Öl beträchtlich teurer wird.

  6. Der nächste Angriff bombt das wieder weg. Da wird gar nichts passieren. Das Öl bleibt weg vom Markt.

  7. Da wäre Nordstraem für gerade Deutschland wichtiger.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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