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Märkte

Ölpreis fällt wie ein Stein um 5% – Trump macht den Markt! Größter Tagesverlust seit 4 Jahren

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis ist gestern Abend völlig überraschend auf einen Schlag um 5% gefallen. WTI-Öl fiel in sehr kurzer Zeit um 2,87 Dollar von 56,47 auf 53,60 Dollar im Tief. Die Begründung ist ganz einfach. Donald Trump macht den Markt! Aus dem Nichts (wie so oft) haute er vier Tweets raus, in denen er seine Unzufriedenheit über China äußerte. Das Land habe zum Beispiel nicht annähernd so viele Agrarprodukte aus den USA gekauft wie zugesagt usw. Man werde zwar weiter mit China verhandeln, aber erst einmal werde man ab 1. September auf ein zusätzliches chinesisches Importvolumen in Höhe von 300 Milliarden Dollar 10% Zoll einführen (hier Tweets einsehen). Im folgenden Chart sieht man WTI-Öl seit Mittwoch. Der Absturz gestern Abend ist gut erkennbar.

Ölpreis WTI Verlauf kurzfristig

Gift für den Ölpreis

Rummmmmsssssss, das hat gesessen. Damit wird erst einmal die Hoffnung auf einen Abbau von Zöllen und einen besseren Welthandel zu Nichte gemacht. Die Angst steigt vor einem weiteren Einbruch im globalen Handel, und damit auch vor einem weiteren Einbruch der globalen Öl-Nachfrage. Dies ist natürlich Gift für den Ölpreis. Deswegen fällt er auch wie ein Stein, genau wie die Aktienmärkte (Dow mal eben -550 Punkte). Der gestrige Tagesverlust im Ölpreis war laut CNBC sogar der größte Verlust seit vier Jahren!

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Wie geht es weiter?

Der Chart ist natürlich durch Donald Trumps Tweet erst einmal im Eimer aus Sicht der Öl-Bullen. Aber kann dieses neue tiefere Niveau auch eine neue Chance für die Bullen sein? Denn man bedenke, wie schnell Donald Trump seine Meinung ändert. Und man weiß oft nie, was bei ihm gerade Chaos ist, und was nur Pokern für einen kurzfristig besseren Deal. Gibt es nächste Woche vielleicht schon den „besten Handelsdeal aller Zeiten“ mit China? Wer weiß dass schon?

Vom Tief bei 53,60 gestern Abend hat sich der WTI-Ölpreis bis heute früh wieder etwas erholt auf aktuell 54,86 Dollar. Im folgenden Chart sieht man den Preisverlauf seit Anfang Juli. Man kann gut erkennen, wie die mühsamen Versuche steigender Preise durch Donald Trump auf einen Schlag abgewürgt wurden. Die Tiefs der letzten zwei Wochen wurden unterschritten. Andererseits war der Rückfall schnell und heftig. Wie gesagt. Es könnte eine neue Chance für Bullen sein von einem tieferen Niveau aus einen neuen Anlauf zu nehmen. Aber da halten wir uns raus. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung, ob nun ein neuer Anlauf nach oben beginnen kann, oder ob der Ölpreis nach einer Verschnaufpause erneut nach unten durchsacken wird.

Ölpreis WTI Verlauf seit Anfang Juli

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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