Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis fällt zum Wochenstart deutlich! Die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild für eine Öl-Pumpe

Der Ölpreis fällt heute deutlich. Sah man am Freitag Abend im WTI-Öl noch einen Kurs knapp über 17 Dollar, so liegen wir jetzt bei 14,11 Dollar. Was ist hier passiert? Ein ganz kurzer Blick zurück. Am Donnerstag berichteten wir über zwei Hoffnungen für die Öl-Bullen, und dass dies trügerische Hoffnungen sein könnten. Donald Trump veranstaltete per Twitter Zoff mit dem Iran und drohte mit Angriffen auf iranische Schiffe. Und es gab und gibt die Hoffnung, dass die OPEC die Fördermengenkürzung noch stärker ausweiten könnte, um dem Ölpreis-Verfall noch mehr entgegenzusetzen. Aktuell scheinen beide Themen nicht mehr wirklich beachtet zu werden. Die Expertin Amena Bakr spricht aktuell davon, dass einige Öl-Förderländer bereits begonnen haben die vereinbarten Fördermengenkürzungen umzusetzen.

Weiter abwärts im Ölpreis?

Hört man sich um, und schaut man sich um, dann kann man (so möchte ich es ausdrücken), die aktuelle Stimmung am „Markt“ so zusammenfassen. Die Angst ist da, dass die Öl-Lager so schnell gefüllt werden, dass OPEC und Co gar nicht mehr hinterher kommen mit ihren Kürzungen – beziehungsweise dass die Kürzungsanstrengungen zu klein sind und zu spät kommen. Diese Befürchtung lässt wohl aktuell den Ölpreis runter sacken, wie schon so ähnlich vor Tagen den Mai-Kontrakt, der dann direkt zum Termin-Ablauf auf -37 Dollar abstürzte. Ein historisches Debakel! Aktuell wirkt der folgende Juni-Kontrakt, der am Terminmarkt nun der Front-Monat ist, ebenfalls mehr als labil (aktivst gehandelter Kontrakt, dient aktuell auch als Basis für Preise bei Zertifikaten, Optionsscheinen und CFDs auf Öl). Im Chart sehen wir den Absturz im Mai-Kontrakt bis 21. April, und danach aneinander geschnitten den Verlauf im Termin-Ölpreis mit Lieferung Juni. Aktuell ist die Tendenz abwärts gerichtet.

Erst letzten Mittwoch waren die US-Lagerbestände für Rohöl um weitere 15 Millionen Barrels angestiegen. Ein Anstieg von 13 Wochen in Folge! Morgen (API-Daten) und Mittwoch (die staatlichen Daten) droht der weiter Anstieg der Lagerbestände. Das ist schon die nächste Drohkulisse für den Ölpreis. Auch sollte man für den aktuellen Juni-Kontrakt mit bedenken, dass (siehe hier ein aktueller Bericht) ein Teil der Marktteilnehmer schon auf Liefertermine wie Juli oder August wechselt (hier eine Übersicht). Dort liegen die Preise für WTI-Öl aktuell bei 19,06 Dollar und 22,15 Dollar. Alle Laufzeiten notieren heute im Minus, aber der Front-Monat fällt am Stärksten.

Analystenkommentar

Naeem Aslam von Avatrade sagt heute zum Ölmarkt, dass die Angst vor einem in den negativen Bereich gedrängten WTI-Juni-Kontrakt nach wie vor real sei, und die Händler sich dieser Tatsache bewusst seien. Der Ausverkauf im Brent-Öl sei an diesem Ende nicht so steil, weil es eine klare Botschaft des OPEC+-Kartells gebe, das sich verpflichtet habe, die Lieferkürzung gemäß ihrer Vereinbarung zu reduzieren. Darüber hinaus sei es wahrscheinlich, dass die OPEC+ eine weitere Förderkürzung vornehmen werde, wenn der Brent-Ölpreis wieder abstürzt. Eine echter Abbau der Fördermenge in den USA sei jedoch fast unmöglich, so dass die WTI-Preise anfälliger bleiben würden, so Naeem Aslam.

Ölpreis im Kursverlauf seit dem 16. April
WTI-Ölpreis seit dem 16. April.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    sascha

    27. April 2020 15:23 at 15:23

    Brutales abschlachten der Kontrakte , brutales gezocktes Spiel.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Märkte

Ölpreis steigt weiter an – dies sind die aktuellen Gründe

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Bohrturm für Öl

Der Ölpreis steigt seit Tagen, und auch heute geht es weiter bergauf. Seit Mittwoch steigt WTI-Öl von 37,30 Dollar auf aktuell über 41 Dollar. Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf seit dem 2. September. Dieser tagelange Anstieg im Ölpreis hat mehrere Gründe. Da wären natürlich erst einmal die zwei Gründe zu nennen, die wir bereits am Mittwoch thematisiert hatten. Die Öl-Lagerbestände sinken, und der Sturm im Golf von Mexiko hat die Förderkapazitäten für Öl in den USA erst einmal reduziert.

Ölpreis profitiert von fallendem US-Dollar

Der US-Dollar konnte nach der Fed-Sitzung am Mittwoch ansteigen, hat aber seit gestern seine kompletten Gewinne wieder abgegeben. Ein schwächerer US-Dollar sorgt für Auftrieb in allen Assets, die gegen ihn gehandelt werden. So profitiert aktuell nicht nur der Goldpreis, sondern auch der Ölpreis wird bei seinem aktuellen Anstieg unterstützt.

OPEC sorgt für Druck

Das JMMC, ein Kontrollgremium der OPEC zur Überwachung der Einhaltung von Fördermengenkürzungen, hat gestern seine jüngste Sitzung beendet (hier das Statement). Vereinfacht ausgedrückt: Die OPEC und besonders die Saudis sind darum bemüht, dass diejenigen Teilnehmer an den Fördermengenkürzungen, die immer noch zu viel produzieren, sich nun endlich an ihre Zusagen halten. Sie sollen weiterhin dazu gedrängt werden die bisher zu viel produzieren Öl-Barrels nachträglich zu kürzen. Also kann man meinen, dass Druck vorhanden ist, dass die Fördermenge weiterhin gekürzt bleibt, beziehungsweise dass einige Länder wie der Irak nicht einfach so drauf los mehr fördern als eigentlich zugesagt. Dies ist als positiver Faktor für den Ölpreis anzusehen. Auch gut für Long-Trader waren die gestrigen außergewöhnlichen Aussagen des saudischen Öl-Ministers Prinz Abdulaziz, der Trader am Terminmarkt warnte nicht „gegen den Ölmarkt“ zu wetten. Er versprach, dass diejenigen, die dies tun, „wie die Hölle“ verletzt werden würden.

Öl-Angebotsmenge im Defizit?

Laut aktuellen Berichten erwartet Goldman Sachs, dass das Angebot für Öl im vierten Quartal ein Defizit von 3 Millionen Barrels pro Tag aufweisen werde. Würde dies zutreffen, gebe dies dem Ölpreis natürlich einen weiteren Aufschub. Knappes Angebot oder sogar weniger Angebot als Nachfrage treibt natürlich die Preise.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis seit dem 2. September

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

weiterlesen

Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
In dieser Sendung werde ich Ihnen das automatische Trading der Zukunft vorstellen und die verschiedenen Handelsstrategien erklären. Ich zeige Ihnen auch, wie Sie diese KOSTENLOS nutzen und am Forex Markt hohe Profite erzielen können. Die vorgestellten Handelsstrategien haben in den letzten 12 Monaten > +30 % Rendite erwirtschaftet. Mehr Info sowie Anmeldung hier: www.forex-sun.com

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen