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Ölpreis fällt zum Wochenstart deutlich! Die aktuelle Lage

Beispielbild für eine Öl-Pumpe

Der Ölpreis fällt heute deutlich. Sah man am Freitag Abend im WTI-Öl noch einen Kurs knapp über 17 Dollar, so liegen wir jetzt bei 14,11 Dollar. Was ist hier passiert? Ein ganz kurzer Blick zurück. Am Donnerstag berichteten wir über zwei Hoffnungen für die Öl-Bullen, und dass dies trügerische Hoffnungen sein könnten. Donald Trump veranstaltete per Twitter Zoff mit dem Iran und drohte mit Angriffen auf iranische Schiffe. Und es gab und gibt die Hoffnung, dass die OPEC die Fördermengenkürzung noch stärker ausweiten könnte, um dem Ölpreis-Verfall noch mehr entgegenzusetzen. Aktuell scheinen beide Themen nicht mehr wirklich beachtet zu werden. Die Expertin Amena Bakr spricht aktuell davon, dass einige Öl-Förderländer bereits begonnen haben die vereinbarten Fördermengenkürzungen umzusetzen.

Weiter abwärts im Ölpreis?

Hört man sich um, und schaut man sich um, dann kann man (so möchte ich es ausdrücken), die aktuelle Stimmung am „Markt“ so zusammenfassen. Die Angst ist da, dass die Öl-Lager so schnell gefüllt werden, dass OPEC und Co gar nicht mehr hinterher kommen mit ihren Kürzungen – beziehungsweise dass die Kürzungsanstrengungen zu klein sind und zu spät kommen. Diese Befürchtung lässt wohl aktuell den Ölpreis runter sacken, wie schon so ähnlich vor Tagen den Mai-Kontrakt, der dann direkt zum Termin-Ablauf auf -37 Dollar abstürzte. Ein historisches Debakel! Aktuell wirkt der folgende Juni-Kontrakt, der am Terminmarkt nun der Front-Monat ist, ebenfalls mehr als labil (aktivst gehandelter Kontrakt, dient aktuell auch als Basis für Preise bei Zertifikaten, Optionsscheinen und CFDs auf Öl). Im Chart sehen wir den Absturz im Mai-Kontrakt bis 21. April, und danach aneinander geschnitten den Verlauf im Termin-Ölpreis mit Lieferung Juni. Aktuell ist die Tendenz abwärts gerichtet.

Erst letzten Mittwoch waren die US-Lagerbestände für Rohöl um weitere 15 Millionen Barrels angestiegen. Ein Anstieg von 13 Wochen in Folge! Morgen (API-Daten) und Mittwoch (die staatlichen Daten) droht der weiter Anstieg der Lagerbestände. Das ist schon die nächste Drohkulisse für den Ölpreis. Auch sollte man für den aktuellen Juni-Kontrakt mit bedenken, dass (siehe hier ein aktueller Bericht) ein Teil der Marktteilnehmer schon auf Liefertermine wie Juli oder August wechselt (hier eine Übersicht). Dort liegen die Preise für WTI-Öl aktuell bei 19,06 Dollar und 22,15 Dollar. Alle Laufzeiten notieren heute im Minus, aber der Front-Monat fällt am Stärksten.

Analystenkommentar

Naeem Aslam von Avatrade sagt heute zum Ölmarkt, dass die Angst vor einem in den negativen Bereich gedrängten WTI-Juni-Kontrakt nach wie vor real sei, und die Händler sich dieser Tatsache bewusst seien. Der Ausverkauf im Brent-Öl sei an diesem Ende nicht so steil, weil es eine klare Botschaft des OPEC+-Kartells gebe, das sich verpflichtet habe, die Lieferkürzung gemäß ihrer Vereinbarung zu reduzieren. Darüber hinaus sei es wahrscheinlich, dass die OPEC+ eine weitere Förderkürzung vornehmen werde, wenn der Brent-Ölpreis wieder abstürzt. Eine echter Abbau der Fördermenge in den USA sei jedoch fast unmöglich, so dass die WTI-Preise anfälliger bleiben würden, so Naeem Aslam.

Ölpreis im Kursverlauf seit dem 16. April
WTI-Ölpreis seit dem 16. April.



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1 Kommentar

  1. Brutales abschlachten der Kontrakte , brutales gezocktes Spiel.

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