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Märkte

Ölpreis steigt – ist das die Falle einer falschen Hoffnung?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Pumpe für Öl

Gestern sagten wir, dass die Lage beim Ölpreis nun dramatisch werden könne. Denn die runde große Marke von 20 Dollar im WTI-Öl war das Tief vom 18. März, und ein Fall unter diese Marke könne zu einem weiteren dramatischen Abrutschen führen. Und dann fiel der Ölpreis gestern Abend auch bis auf einen Tiefstpunkt von 19,26 Dollar! Aber dann kam die unerwartete Wende. Bis heute ist der Markt gedreht auf aktuell 21,54 Dollar. Was ist da los?

Der Grund für den aktuellen Dreh im Ölpreis – eine Falle für die Bullen?

Bei solchen plötzlichen Anstiegen kann man immer an eine kurzzeitige technische Reaktion denken, wo in einem überverkauften Markt Gewinne mitgenommen werden. Rutscht der Ölpreis bald wieder in den Keller? Aktuell scheint es Hoffnung zu geben, die ausgestrahlt wird durch mögliche Gespräche zwischen den USA und Russland. Denn Moskau befindet sich derzeit im Öl-Krieg mit Saudi-Arabien. Die Saudis hatten am 9. März die Fluttore komplett geöffnet, und werden im April wohl 12,3 Millionen Barrels pro Tag fördern, wo die Fördermenge noch vor Kurzem unter 10 Millionen Barrels pro Tag lag. Diese Überflutung und gleichzeitig der Nachfrageschock dank des Coronavirus sind dieser Tage der doppelte Schock für den Ölpreis, der brutal gefallen ist!

Putin und Trump haben gestern telefoniert, und nun sollen auf Minister-Ebene weitere Gespräche folgen. Das Ziel ist klar. Donald Trump wollte zwar lange Zeit einen fallenden Ölpreis, damit seine Wähler an den Tankstellen Geld sparen können. Aber jetzt ist der Ölpreis so weit gecrasht, dass ein Großteil der Fracking-Industrie in den USA vor dem Kollaps steht. Die Förderkosten liegen deutlich höher als der aktuelle Erlös, also ist die Produktion defizitär! Hunderttausende Jobs sind in Gefahr, was die Coronakrise für die US-Volkswirtschaft dramatisch verschärft. Also werden die USA wohl versuchen auf Russland einzuwirken, damit Moskau sich wiederum mit den Saudis versöhnt? Ziel ist eine koordinierte Förderengenkürzung Russlands mit der OPEC. Aber genau das war ja das Problem, weshalb der Öl-Krieg ausgebrochen war. Es gab keine Einigung zwischen OPEC und Russland. Wird man sich dieses Mal einigen, weil Russland, Saudis, die anderen Golfstaaten, die US-Fracker… weil sie alle derzeit gigantische Summen verlieren, bei einem so derart niedrigen Ölpreis?

Eugen Weinberg von der Commerzbank ist laut aktuellen Berichten der Meinung , dass Brent-Öl schon bald wieder in Richtung 35 Dollar steigen könne (aktuell 23,31 Dollar), wenn die USA es schaffen sollten die Saudis von ihrem Preiskrieg abzubringen. Falls nicht, drohe der Brent-Ölpreis unter 20 Dollar zu fallen. Und das ist jetzt genau die Frage! Gelingt es den USA so viel Druck auf Russland auszuüben, dass Putin nachgibt, und mit der OPEC eine Vereinbarung für eine gemeinsame Fördermengenkürzung schließt? Daran sind Zweifel angebracht. Es kann funktionieren, aber dieser Hoffnung auf einen weiter steigenden Ölpreis kann sich für die Bullen als üble Falle entpuppen. Denn die Nachfrage nach Öl bricht derzeit extrem stark weg. Und zwar wohl so stark, dass eventuell selbst eine Einigung auf Fördermengenkürzung dem nur teilweise entgegenwirken kann – wenn sie denn überhaupt zustande kommt. Laut aktuellen Berichten hat Exxon zum Beispiel jetzt eine Raffinerie in Louisiana mit 500.000 Barrels pro Tag Kapazität geschlossen, wegen zu wenig Nachfrage bei den Konsumenten.

Analystenmeinungen

Hoffnungsfroh für eine mögliche Wende im Ölpreis ist heute Jasper Lawler von der London Capital Group. Der Ölpreis sei am Montag auf ein neues 18-Jahres-Tief gefallen. Die großen nationalen Ölproduzenten würden jede Aussicht auf eine Einigung herunterspielen, und das halte den Abwärtsdruck für den Ölpreis aufrecht. Letztendlich würden sie aber das tun, was in ihrem besten finanziellen Interesse liege. Und dies sei die Begrenzung der Produktion, um die Preise in die Höhe zu treiben. Man denke, dass entweder die Fracking-Unternehmen in den USA einer Drosselung der Produktion zustimmen werden, oder die USA die Sanktionen gegen Russland reduzieren, um sie an den Verhandlungstisch zu bringen. Beides würde seiner Meinung nach den gegenwärtigen Trend fallender Ölpreise beenden.

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote meint aktuell, dass der Markt (trotz der ganz aktuellen kleinen Erholung im Ölpreis) mit Öl überschwemmt werde. Und zwar mit Öl, das derzeit niemand benötige. Eine gemeinsame Aktion der Öl-Förderländer zur Senkung der Produktion könne eine gewisse Erholung der Ölpreise bringen. Aber jede angebotsseitige Intervention müsse so groß sein, dass sie dem historischen Nachfragerückgang entspreche, wobei der tägliche Bedarf nach Öl allein durch die weltweit nicht fliegenden Flugzeuge um schätzungsweise 5 Millionen Barrel zurückgegangen sei.

By the way, so möchten wir noch erwähnen… in Kanada ist die Lage noch viel dramatischer als bei den großen Terminkontrakten Brent und WTI. Der dortige Ölpreis ist weit tiefer gefallen als Brent oder WTI (hier mehr Infos). Und hier noch einige sehr interessante Aussagen der Expertin Amena Bakr über die aktuelle Gemengelage:

WTI Ölpreis im Kursverlauf seit Mitte Februar+
Im Chart sehen wir den WTI-Ölpreis seit Mitte Februar.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    31. März 2020 15:50 at 15:50

    Nicht nur, dass die Ölnachfrage fehlt, sondern es gibt da noch das Nordstream Thema. Solange hier der größte US-Präsident für ever nicht einlenkt, kann er von einer Einigung von Russland und den Saudis nur träumen.

  2. Avatar

    Segler

    31. März 2020 16:41 at 16:41

    Hallo Herr Kummerfeld,
    Der Ausdruck „Falle“ trifft im Moment auf beide Handelsseiten zu :-)
    Am gestrigen Tag traf es die Shorties, die man peu à peu wie an der Schnur gezogen in Richtung 20 hat laufen lassen. Das ist übrigens das faszinierende am Ölhandel:
    Trends kann man wunderbar nach Charttechnik handeln.
    (Dies nur mal als Tipp, falls jemanden die ‚Zickerei‘ im fdax zu nervenaufreibend ist)
    Aber eben nur bis an bestimmte Marken.
    Ausbruchstrader, die ein vermeintliches Momentum nutzen möchten, werden gnadenlos rasiert.
    Zurück zum gestrigen Beispiel:
    Im vorbörslichen US-Handel haben einige immer wieder versucht, den Durchbruch unter die 20 zu testen. Vermutlich haben Algorithmen sie immer wieder schnell zurückgeholt.
    Dann die Mittagspause.
    Unsere Erfahrung:
    Die Big Boys treffen sich zu Mittag, die „Azubis“ haben den Auftrag, den Preis währenddessen in engem Kanal zu halten und ja nichts anbrennen zu lassen !
    Oftmals heisst nach dem Essen die Parole: „So – den Shorties machen wir mal ordentlich Feuer unterm A…“
    Man hat sie ihre Einstiege triggern lassen, den Preis immer knapp unter der 20 gehalten, immer mehr Händler stiegen short ein.
    Im Volumenprofil erkennt man es, wwenn der Preis immer knapp ausserhalb der Volume Area tickert.
    Tipp: An solchen Stellen und bei solchem Verhalten NIEMALS einen Trade beginnen !
    Der Jubel der Shorties nach dem vermeintlichem Durchbruch war nur von kurzer Dauer.
    Innerhalb von ca 20 Minuten ginge stakkatoartig fast sechzigtausend Futures im Kauf über den Tisch.
    Offensichtlich wollten starke Kräfte eben nicht nur die 20-er Marke „verteidigen“, sondern auch ein klares Signal geben, wo der Hammer hängt.
    Und wer es wagt, es nicht ernst zu nehmen, der bekommt ihn auf den Kopf !
    Ein ähnliches Spiel findet auf der Oberseite statt, jedoch nicht nicht so krass.
    Herr Kummerfeld, vergessen Sie nicht, dass die WTI Futures sich in extremem Contango befinden – heisst: die Preise der nächsten Monate sind aussergewöhnlich viel höher als der aktuelle Frontmonat (Mai).
    Es spiegelt das gewaltige Missverhältnis wider von Angebotsüberhang und Nachfrageschwäche.
    Der Juni future ist unglaubliche vier Dollar höher und der Dezember-Kontrakt sogar über 13 Dollar als der jetzige Mai.
    Langfristige Händler müssen beim Rollen somit einen heftigen Aufpreis bezahlen.
    Noch steht das Rollen nicht akut an, aber bald wird es den Mai Future nochmals unter Druck bringen.
    Ein extremes Contago löst sich oftmals nicht durch eine Abflachung der Kurve auf, sondern mit dem Kippen in eine Backwardation und umgekehrt.
    Beispiele für ein Wechsel zwischen Backwardation und Contango mit anschliessendem Trendwechsel im Preis:
    Anfang Februar 2020
    Anfang Oktober 2018
    Ende Dezember 2018

    Sollte das passieren, dann kann es im jetzigen Fall mit dem Ölpreis stark nach oben gehen.
    Das Szenario in der Realwirtschaft sähe etwa so aus:
    – Die Kanadier fahren notgedrungen die Produktion drastisch herunter, da keine Nachfrage, Transportkosten zu hoch, Lager bereits voll und mit begnnendem Frühjahr kaum noch Bedarf an Heizöl.
    – Die US Fracker fallen liquiditätsmässig um wie Dominosteine, fahren ebenfalls
    ihre Produktion herunter
    – Die Saudis geben eine drastische Produktionskürzung bekannt
    – Die Russen signalisieren „Gesprächsbereitschaft“
    – Politisch einigen sich die USA, Russland und Saudi Arabien
    – Post-Corona ein enormer Nachholbedarf in der Mobilität.
    – Wiederanstieg des Welthandels, Schiffahrt, Flugtransporte, etc.

    Ich sehe in den genannten Faktoren eine hochexplosive Mischung.

    Auf Sicht von mehren Monaten erwarte ich den Ölpreis mindestens bei 35 Dollar (Herbst)
    Zum Frühjahr 2021 erwarte ich mindestens 45 Dollar.
    Tradingtechnische Umsetzung bitte nicht mit Long Calls umsetzen. Optionen sind bei der aktuell extremen Vola völlig überteuert. Der Verlust des inneren Wertes einer solchen Option radiert den Kursgewinn zu einem grossen Teil wieder aus, selbst wenn der Preis in die genannten Region läuft.
    Ich selbst setze es direktional zum Teil mit futures um – weiss aber um die Rollverluste und das Stopp-Risiko.
    Der Weg der grössten Gewinnwahrscheinlichkeit ist der VERKAUF von Puts an der zweiten Standardabweichung (also igendwo beim strikepreis von 12, und sie mit eine KAUF eines noch tieferen Strikes abzusichern (Bull Put Spread).
    Mit dieser Art profitiert man von einem Rückgang der Volatilität.

    • Avatar

      sabine

      31. März 2020 17:37 at 17:37

      Und dann wäre da noch die Riesengeldmenge, die ins System gekippt wird. Diesesmal relativ direkt in den Verbrauchermarkt, somit also Verbraucherpreise-Inflation, wenn nicht Hyperinflation. Auch das wird den Ölpreis anheizen.
      Wenn VW wie geplant Ende April (oder früher) wieder hochfährt, dann ist das gar nicht mehr so lang.

  3. Avatar

    frank

    31. März 2020 17:42 at 17:42

    Genau deshalb wird der Ölpreis auch bald wieder steigen. Öl ist für mich derzeit ein fast sicheres Investment, ob direkt oder in Öl-Aktien. Niemand der Player hat ein Interesse an einem dauerhaft niedrigem Preis. Kurz- und mittelfristig sehr wohl. Russland leidet unter US-Sanktionen, vor allem an der Blockade gegen Nordstream. Solange die USA hier nicht nachgeben, wird Russland den Ölpreis niedrig halten. Die USA könnten nur auf Saudiarbien Druck ausüben, immerhin ihr wichtigster Verbündeter. Oder sind die USA schon so schwach? Andererseits ist ein niedrigerer Ölpreis für die US-Ökonomie sehr gut, abgesehen von der Ölbranche.

  4. Avatar

    Putin- Vetsteher

    31. März 2020 19:27 at 19:27

    Da können Alle schwafeln u.theoretisieren wie sie wollen, klar wird der Ölpreis wider steigen, aber erst wenn der Langfristdenker Putin es will. Zuerst wird er seine Gegenspieler noch ein wenig ausquetschen, vor allem diejenige die ihn mit Boikott verärgert haben.Alle Russland -Basher staunen wie Russland das wirtschaftlich aushält.Russland u.China sind leidensfähig u.lässt die REICHEN LÄNDER schmoren.

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Korrektur oder schon die große Trendwende?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Das Euro-Symbol

Der Euro zum US-Dollar konnte nach dem starken Fall vom Montag auch gestern keine Erholung erfahren. Der Verkaufsdruck auf den Euro ist immer noch da. Aber nicht nur der Euro gerät gegen den USD weiter unter Druck, auch die anderen Majors, wie das britische Pfund, der australischer Dollar oder der japanische Yen verlieren gegen den Greenback kräftig an Wert. Der Dollar scheint momentan seine Renaissance zu erfahren. Die Situation beim Euro zum USD ist aktuell sehr spannend. Der Major hat es bis jetzt nicht geschafft, die wichtige psychologische Grenze bei 1,20 nachhaltig zu erreichen. Darauf folgt jetzt eine starke Korrektur, die eventuell schon die große Trendwende eingeleitet hat.

In den gestrigen Morgenstunden haben die Bullen kurzfristig versucht, den Kurs nach oben zu treiben. Die Seitwärtsphase im kurzfristigen Zeitfenster, sollte somit nach oben durchbrochen werden. Der Widerstand bei 1,1767 hat sich jedoch als zu stark erwiesen. Es war ganz schnell zu erkennen, dass der Euro keine Kraft mehr hatte, den Break-Out nach oben zu erzielen. Im Bereich ab 1,1765 haben die Bären erneut angegriffen und es hat nicht lange gedauert bis der Major unter 1,1735 fiel. Der Euro wurde gegen den USD weiter abverkauft und die Abwärtsbewegung hat sich fortgesetzt. Gegen Mittag testete der Kurs von EUR/USD schon die 1,1700 „big figure“. Zwischenzeitlich wurde auch dieser Bereich unterschritten. Im tief notierte der Euro vs USD gestern bei 1,1690. Auf diesem Niveau konnte die Euro-Talfahrt vorerst gestoppt werden. Die kurzfristigen Daytrader haben ihre Short Positionen glattgestellt und schöne Gewinne realisiert. Danach ist EUR/USD in eine Seitwärtsphase übergegangen. Während der amerikanischen Session bewegte sich der Kurs nur noch sehr wenig, in einer engen Range von ca. 20 Pips. Im späten Handel notierte der Major bei ca. 1,1710.

Insgesamt war es gestern ein angenehmer Handelstag. Die Bewegungen waren konstant und relativ leicht zu erkennen. Wer gerne Trends handelt, hat gute Chancen gehabt, von der Short-Seite zu profitieren. Es gab Korrelationen zu den anderen Majors, also man konnte parallel auch das Cable oder den Aussie handeln. Der USD erholt sich schneller als gedacht. Das wird insbesondere für EUR/USD interessant werden. Es wird sich demnächst entscheiden, ob wir jetzt schon den großen Umkehrpunkt bei dem übergeordneten Aufwärtstrend gesehen haben.

Werbung: Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
In dieser Sendung werde ich Ihnen das automatische Trading der Zukunft vorstellen und die verschiedenen Handelsstrategien erklären. Ich zeige Ihnen auch, wie Sie diese KOSTENLOS nutzen und am Forex Markt hohe Profite erzielen können. Die vorgestellten Handelsstrategien haben in den letzten 12 Monaten > +30 % Rendite erwirtschaftet. Mehr Info sowie Anmeldung hier: www.forex-sun.com

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Mittwochmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1681. In der asiatischen Session heute Nacht, haben die Händler weiter den Euro verkauft und den USD favorisiert. Der Kurs hat die 1,1700 Marke unterschritten. Das zeigt jetzt schon, dass der Euro nach wie vor unter Druck steht. Der Dollar befindet sich weiter auf Erholungskurs. Es wird für den Euro schwer sein, einen Rebound zu erzielen. Die Bären wissen, dass sich der Kurs gerade in einer heißen Phase befindet und sie werden alles versuchen, um den großen Aufwärtstrend zu beenden. Wenn es ihnen gelingt, kann es für den Euro düster aussehen. Die langfristigen Trader werden ihre Long-Positionen schließen um die Gewinne abzusichern. Das wird den Euro weiter schwächen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Major in den nächsten Tagen noch mehr an Wert verlieren wird. Wenn sich die Abwärtsbewegung beschleunigt, kann es ganz schnell noch weiter tiefer nach unten gehen. Wer also auf der Long-Seite positioniert ist und gut im Gewinn liegt, kann über die Schließung der Positionen nachdenken. Solange EUR/USD die 1,1735 Marke nach oben nicht durchbricht, bin ich für das Währungspaar short gestimmt. Die nächste signifikante Unterstützung beim Euro zum USD liegt bei 1,1642 und dann bei 1,1604.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis fällt weiter – der Druck war zu groß – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Adler mit Gold und US-Dollar

Gestern sprachen wir bereits über den starken Druck auf den Goldpreis, der vom immer weiter steigenden US-Dollar ausging. Und so kam es dann auch. Gold konnte nicht mehr stand halten und rutschte das zweite Mal in kurzer Zeit unter die wichtige Marke von 1.900 Dollar. Am Montag noch im Tief bei 1.882 Dollar, so erreicht der Goldpreis heute früh sein Tief bei 1.874 Dollar (aktuell 1.877 Dollar).

Goldpreis weiter unter Druck

Im Chart sehen wir den immer weiter steigenden US-Dollar gegen den erneut geschwächten Goldpreis. Die Korrelation ist klar erkennbar. Vorhin um 9:30 Uhr wurden die Einkaufsmanager-Daten für Europa veröffentlicht. Die Zahl für die Industrie war besser als erwartet, für die Dienstleister schlechter. Der Dax kann seitdem 34 Punkte zulegen, der Dollar-Index (Währungskorb) sinkt von 94,18 auf 94,12 Indexpunkte. Also kaum schwächer. Der Goldpreis bleibt auch nach diesen PMI-Daten geschwächt.

Analystenkommentar zu Fed-Aussagen

Naeem Aslam von Avatrade hat in einem aktuellen Kommentar die gestrigen Aussagen von Fed-Offiziellen im US-Kongress besprochen, die sich auf den US-Dollar und somit auch auf den Goldpreis auswirken. So sagt er, dass Fed-Chef Jerome Powell erneut seine unsicheren Aussichten für die US-Wirtschaft bekräftigte, und bestätigte, dass der Weg der Erholung sehr stark von der Kontrolle des Virus abhänge. Aber er habe auch bestätigt, dass die Fed bereit sei mehr Unterstützung zu leisten, falls Bedarf besteht. Angesichts der Tatsache, dass sich die Coronavirus-Situation mit dem Einsetzen der Grippesaison wahrscheinlich verschlechtern werde, sei es wahrscheinlich, dass die Fed die Liquiditätshähne weiter öffnen müsse.

Gestern sprachen auch andere Ausschussmitglieder der Federal Reserve. Charles Evans habe die Märkte mit seinen Äußerungen überrascht als er sagte, dass die US-Wirtschaft 90 Prozent ihrer Schwäche überwunden habe. Er ist sicherlich nicht der Meinung, dass die Wirtschaft die Hälfte ihrer blauen Flecken zurückgewonnen hat, daher sei es sehr mutig von 90 Prozent zu sprechen. Er glaube auch, dass die USA ihren Zinssatz erhöhen können, ohne die Zielinflation zu erreichen. Seine Bemerkungen lösten eine Rallye des Dollars aus, und der Dollar-Index ist von seinen Tiefstständen gut weggekommen. Währungen wie der Euro und das Pfund Sterling spüren den Schmerz wegen der Dollarstärke, so Naeem Aslam.

Im folgenden Bild sehen Sie seit letztem Freitag den weiter steigenden US-Dollar, und den gegensätzlich fallenden Goldpreis. Im Laufe des heutigen Tages werden wir von Hannes Zipfel eine ausführlichere Analyse veröffentlichen, warum der Goldpreis im größeren Bild betrachtet gute Chancen hat weiter zu steigen.

Chart zeigt im Vergleich Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Finanznews

Aktienmärkte: Starker Dollar als Warnzeichen? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte in den USA konnten im gestrigen Tagesverlauf ihre Erholung fortsetzen – aber ist die fortgesetzte Stärke des Dollar ein Warnzeichen? Gold fällt im asaitischen Handel unter die 1900er-Marke, der Euro fällt unter die Marke von 1,17. Seit März diesen Jahres (also seit Beginn der Coronakrise) gibt es eine extrem negative Korrelation zwischen dem Dollar und Risiko-Assets, aber noch reagieren die Aktienmärkte auf die Stärke der US-Währung nicht. Ignorieren sie damit ein wichtiges Warnsignal? Charttechnisch spricht vieles für eine weitere Stärke des Dollars, und wenn die negative Korrelation zwischen der US-Währung und den Aktienmärkten nicht plötzlich endet, könnte es ungemütlicher werden..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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