Märkte

Ölpreis im Fegefeuer der Ängste – ein Überblick vor dem Wochenende

Der Ölpreis zeigt diese Woche Schwäche. Oder sollte man lieber sagen, dass keine Stärke erkennbar ist, obwohl der Chart einen gewissen Drang nach oben zeigte? Man sieht hier den Verlauf des WTI-Ölpreis seit dem 7. August. Vorgestern sprachen wir von einem verrückten Markt, und dabei bleiben wir. Ob der Kurs heute Abend noch nach oben schießt? Wer kann das jetzt schon vorhersehen? Aber schauen wir mal auf die aktuellen Fakten, die den Markt bewegen.

WTI Ölpreis seit 7. August

Einzelhandel und OPEC haben jüngst den Ölpreis bewegt

Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Mittwoch früh. Früher in der Woche pushten euphorische Aussagen über neue Gespräche im Handelskrieg zwischen China und den USA Aktien und den Ölpreis nach oben. Kurz darauf folgten Konjunkturängste nach schlechten Zahlen, und zack, der Ölpreis ging wieder gen Süden. Gestern dann aber (neben Öl-Lagerdaten, die den Markt nicht wirklich bewegen konnten), blickte der Markt auf besser als erwartete US-Einzelhandelsdaten sowie besser als erwartete Quartalszahlen von Walmart, dem größten Einzelhändler der USA. Donald Trump widmete den Walmart-Zahlen sogar einen eigenen Tweet mit dem Hinweis, wie gut die Konjunktur in den USA doch laufe. Ja, es ist nun mal so.

Gut laufender Konsum bedeutet in den USA „gut laufende Konjunktur“. Tja, und diese Mini-Euphorie brachte den Ölpreis von gestern 54,30 Dollar bis heute im Hoch auf 55,64 Dollar (Hochpunkt rechts im folgenden Chart). Aber dann. Ja, dann ging es heute wieder abwärts auf aktuell 54,62 Dollar. Hauptverursacher war die OPEC. Die hatte vorhin eigentlich einen Monatsbericht veröffentlicht, in dem eine weiter rückläufige Fördermenge präsentiert wurde. Das wäre Öl-bullish! Aber der Markt sammelte sich Aussagen aus dem Bericht zusammen (sinnbildlich gesprochen), wonach die Konjunkturaussichten nun mal schlecht sind. Und so fiel der Markt die letzten Stunden etwas.

Ölpreis seit Mittwoch

Weitere Entwicklung

Frage: Wie geht es nun weiter? Unsere Meinung (aber was wissen wir schon): Der Handelskrieg wird nächste Woche wieder die Regie in Sachen Aufmerksamkeit übernehmen, wie auch die Konjunkturdaten. Derzeit hagelt es von allen Seiten schlechte Wirtschaftsdaten, was für einen fallenden Ölpreis sprechen würde. Und beim Handelskrieg, da ist es ein 50/50-Game. Donald Trump und andere Beteiligte im Handelskrieg mit China melden mal positive, mal negative Nachrichten oder Kommentare, und die Märkte springen sofort drauf, in beide Richtungen. Man könnte ganz grob gesagt davon ausgehen, dass die Tendenz für den Ölpreis nächste Woche eher negativ ist. Aber das soll nichts heißen. Wir erinnern wie so oft an unsere Warnung, die wir in den letzten Wochen und Monaten öfters geäußert haben. Klammern Sie sich bitte nicht fest an unsere Aussagen oder die von hoch bezahlten „Experten“ von Banken etc. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung.

Aktuelle Anmerkung: Vor wenigen Minuten wurde die Verbraucherstimmung der Uni Michigan für die USA veröffentlicht. Sie fiel deutlich schwächer aus als erwartet (hier die Details). Da haben wir wieder mal eine negative Konjunkturnachricht, und der Ölpreis fällt aktuell auf 54,38 Dollar.



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