Märkte

Ölpreis sprunghaft gestiegen – aus einem ganz neuen Grund

Wir machen es spannend. Erst einmal arbeiten wir in diesem Artikel die „üblichen Themen“ ab, bevor wir zu einem ganz neuen Grund kommen, der wohl ab sofort regelmäßig Preise beeinflussen kann! Am Freitag war der Ölmarkt im Saudi-Modus, so möchten wir es nennen (wir berichteten). Der Ölpreis stieg spürbar, denn dank verschiedener Aussagen aus Saudi-Arabien und den VAE wurden Hoffnungen geschürt, dass OPEC und Russland womöglich noch mehr Fördermenge kürzen, um den Ölpreis zum Steigen zu bekommen. Nach unserem Artikel von Freitag Mittag stieg WTI-Öl weiter von 53,25 Dollar auf 54,47 Dollar (im Chart WTI-Öl seit letztem Dienstag). Und was geschah dann?

Ölpreis WTI seit dem 6. August

Rig Counts stützen Ölpreis übers Wochenende

Am Freitag Abend um 19 Uhr deutscher Zeit wurden die Rig Counts, also die Zählung der aktiven Öl-Bohrlöcher in den USA, veröffentlicht. Im Wochenvergleich ist es ein Rückgang von 6 auf 764 Bohrstellen. Das nährt natürlich die Hoffnung, dass demnächst weniger Öl in den USA gefördert wird. Diese Hoffnung wird untermauert, weil es aktuell der sechste Rückgang in Folge ist! Dadurch konnte der WTI-Ölpreis Freitag Abend nochmal etwas weiter steigen von 54,47 auf bis zu 54,88 Dollar in der Spitze. Übers Wochenende konnte sich WTI auf dem hohem Niveau halten, bei einem nur minimal rückläufigen Preis auf aktuell 54,30 Dollar.

Neue Woche, neue Unsicherheit?

Jetzt heißt es mal wieder: Neue Woche, neues Glück? Oder Neue Woche, neue Unsicherheit? Heute früh hört man in englischsprachigen Medien schon wieder von der Angst vor dem Handelskrieg und vor der einbrechenden Nachfrageseite. Aber kann der OPEC-Optimismus vom Freitag anhalten, und den Ölpreis auch diese Woche steigen lassen? Vor diese Hoffnung sollte man ein großes Fragezeichen setzen!

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Euroilstock

Aber da gibt es etwas ganz Neues. Weitestgehend unbeobachtet hatte die EU-Kommission Ende Juli eine Meldung veröffentlicht (hier einsehbar). Eine Gesellschaft mit Sitz in Rotterdam mit dem Namen „Euroilstock“ werde von nun Daten zu europäischen Lagerbeständen für Öl veröffentlichen. Zahlreiche europäische Öl-Unternehmen sind in dieser Organisation vertreten. Man kann also vermuten, dass sie ein realistisches Bild von der Situation in Europa darstellen können, während der Fokus des Marktes ja bisher immer auf den Lagerbeständen in den USA lag. Laut aktuellen Meldungen sind die Euroilstock-Daten am Freitag für Juli etwas geringer vermeldet worden seien als für Juni. Dies war auch auch laut US-Medien der Auslöser dafür, dass der WTI-Ölpreis Freitag Nachmittag sprunghaft von 53,15 auf 54,25 Dollar gestiegen war (rechts im Chart gut sichtbar als großer grüner Candle). Daran sieht man auch (so meine Interpretation): Der Markt wollte Freitag einfach weiter steigen. Aber nochmal unsere Mahnung: Ob das diese Woche so weiter geht, ist ungewiss. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Hafen von Rotterdam - Ölpreis auch durch EU-Daten beeinflusst
Der Hafen von Rotterdam. Foto: Krd CC BY-SA 4.0



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