Folgen Sie uns

Märkte

Neue Woche, neue Unsicherheit?

Ölpreis sprunghaft gestiegen – aus einem ganz neuen Grund

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Wir machen es spannend. Erst einmal arbeiten wir in diesem Artikel die „üblichen Themen“ ab, bevor wir zu einem ganz neuen Grund kommen, der wohl ab sofort regelmäßig Preise beeinflussen kann! Am Freitag war der Ölmarkt im Saudi-Modus, so möchten wir es nennen (wir berichteten). Der Ölpreis stieg spürbar, denn dank verschiedener Aussagen aus Saudi-Arabien und den VAE wurden Hoffnungen geschürt, dass OPEC und Russland womöglich noch mehr Fördermenge kürzen, um den Ölpreis zum Steigen zu bekommen. Nach unserem Artikel von Freitag Mittag stieg WTI-Öl weiter von 53,25 Dollar auf 54,47 Dollar (im Chart WTI-Öl seit letztem Dienstag). Und was geschah dann?

Ölpreis WTI seit dem 6. August

Rig Counts stützen Ölpreis übers Wochenende

Am Freitag Abend um 19 Uhr deutscher Zeit wurden die Rig Counts, also die Zählung der aktiven Öl-Bohrlöcher in den USA, veröffentlicht. Im Wochenvergleich ist es ein Rückgang von 6 auf 764 Bohrstellen. Das nährt natürlich die Hoffnung, dass demnächst weniger Öl in den USA gefördert wird. Diese Hoffnung wird untermauert, weil es aktuell der sechste Rückgang in Folge ist! Dadurch konnte der WTI-Ölpreis Freitag Abend nochmal etwas weiter steigen von 54,47 auf bis zu 54,88 Dollar in der Spitze. Übers Wochenende konnte sich WTI auf dem hohem Niveau halten, bei einem nur minimal rückläufigen Preis auf aktuell 54,30 Dollar.

Neue Woche, neue Unsicherheit?

Jetzt heißt es mal wieder: Neue Woche, neues Glück? Oder Neue Woche, neue Unsicherheit? Heute früh hört man in englischsprachigen Medien schon wieder von der Angst vor dem Handelskrieg und vor der einbrechenden Nachfrageseite. Aber kann der OPEC-Optimismus vom Freitag anhalten, und den Ölpreis auch diese Woche steigen lassen? Vor diese Hoffnung sollte man ein großes Fragezeichen setzen!

Gesponserter Inhalt

Handeln Sie die größten und beliebtesten Indizes der Welt sowie eine riesige Auswahl an Devisenpaaren, und diversifizieren Sie Ihr Portfolio. Schließen Sie sich Tausenden von Händlern auf der ganzen Welt an, die bei Pepperstone Forex und CFDs handeln. Erleben Sie die extrem geringen Spreads von zum Beispiel 1 Punkt bei GER30 und NAS100. Testen Sie die Demo oder starten Sie den Live-Handel, in dem Sie an dieser Stelle klicken. Benutzen Sie unser Angebot, das unter anderem folgende Vorteile beinhaltet: Keine Provisionen, kein Dealing Desk, blitzschnelle Ausführungsgeschwindigkeiten ohne Anforderungen oder Teilfüllungen, Scalping erlaubt uvm.

Euroilstock

Aber da gibt es etwas ganz Neues. Weitestgehend unbeobachtet hatte die EU-Kommission Ende Juli eine Meldung veröffentlicht (hier einsehbar). Eine Gesellschaft mit Sitz in Rotterdam mit dem Namen „Euroilstock“ werde von nun Daten zu europäischen Lagerbeständen für Öl veröffentlichen. Zahlreiche europäische Öl-Unternehmen sind in dieser Organisation vertreten. Man kann also vermuten, dass sie ein realistisches Bild von der Situation in Europa darstellen können, während der Fokus des Marktes ja bisher immer auf den Lagerbeständen in den USA lag. Laut aktuellen Meldungen sind die Euroilstock-Daten am Freitag für Juli etwas geringer vermeldet worden seien als für Juni. Dies war auch auch laut US-Medien der Auslöser dafür, dass der WTI-Ölpreis Freitag Nachmittag sprunghaft von 53,15 auf 54,25 Dollar gestiegen war (rechts im Chart gut sichtbar als großer grüner Candle). Daran sieht man auch (so meine Interpretation): Der Markt wollte Freitag einfach weiter steigen. Aber nochmal unsere Mahnung: Ob das diese Woche so weiter geht, ist ungewiss. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Hafen von Rotterdam - Ölpreis auch durch EU-Daten beeinflusst
Der Hafen von Rotterdam. Foto: Krd CC BY-SA 4.0

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

weiterlesen

Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage