Die Lage im Nahen Osten verschärft sich erneut. In der Straße von Hormus werden wieder Tanker angegriffen, der Schiffsverkehr ist innerhalb weniger Tage deutlich zurückgegangen und die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen drohen inzwischen sogar mit einer Blockade saudischer Lieferungen im Roten Meer. Gleichzeitig warnt Goldman Sachs: Hält die Eskalation an, könnte der Brent-Ölpreis im vierten Quartal wieder über 120 US-Dollar steigen. Warum die Risiken für den Ölmarkt derzeit deutlich zunehmen und weshalb Europa besonders aufmerksam nach Hormus blickt.
Iran-Krieg: Eskalation nimmt Fahrt auf
Wie Bloomberg berichtet, wurde nach Angaben der britischen UK Maritime Trade Operations (UKMTO) erneut ein Tanker nordöstlich der omanischen Hafenstadt Limah von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen. Bereits in den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Angriffen auf Handelsschiffe. Gleichzeitig drohen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen damit, den Schiffsverkehr Saudi-Arabiens im Roten Meer zu blockieren. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärfen die Sicherheitslage zusätzlich.
Die Auswirkungen sind bereits deutlich sichtbar. Laut S&P Global Energy passierten in der Woche bis zum 19. Juli durchschnittlich nur noch sieben Tanker pro Tag die Straße von Hormus – eine Woche zuvor waren es noch 16 Schiffe täglich. Viele Reedereien meiden die Region inzwischen oder wählen längere Ausweichrouten. Teilweise werden sogar Transponder abgeschaltet, um das Risiko gezielter Angriffe zu verringern. „Reedereien agieren zunehmend vorsichtig, da ihre Risikobereitschaft immer stärker auf die Probe gestellt wird“, sagte Rahul Kapoor, Leiter der Schifffahrtsanalyse bei S&P Global Energy.

Goldman warnt vor Ölpreis-Schock
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Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls wird über die Straße von Hormus transportiert. Die Meerenge zählt damit zu den wichtigsten Nadelöhren des globalen Energiemarktes. Bereits kleinere Störungen können erhebliche Auswirkungen auf Angebot, Transportkosten und Versicherungsprämien haben. Entsprechend sensibel reagieren die Energiemärkte auf jede neue Eskalation in der Region.
Vor diesem Hintergrund sieht Goldman Sachs steigende Aufwärtsrisiken für den Ölpreis. Der Brent-Ölpreis notiert derzeit bei rund 89 US-Dollar je Barrel. Zwar bleibt das Basisszenario der Investmentbank ein Brent-Preis von 80 US-Dollar im vierten Quartal und 75 US-Dollar im kommenden Jahr. Die Analysten betonen jedoch ausdrücklich, dass die Risiken „klar auf der Oberseite“ liegen. Sollte der Ölfluss durch die Straße von Hormus auf weniger als 45 Prozent des Vorkriegsniveaus zurückgehen, könnte der Brent-Ölpreis nach Einschätzung von Goldman über 120 US-Dollar je Barrel steigen.
Zusätzlichen Preisdruck sehen die Analysten in den niedrigen globalen Lagerbeständen sowie möglichen weiteren Störungen im Roten Meer. Diese Faktoren machten den Ölmarkt derzeit besonders anfällig für neue Angebotsschocks.
Europa gerät stärker unter Druck
Steigende Ölpreise würden sich auch in Europa schnell bemerkbar machen. Goldman empfiehlt Investoren bereits eine Long-Strategie auf europäische Diesel-Spreads. Hintergrund sind die ohnehin angespannten Dieselmärkte, die durch geopolitische Risiken, Angriffe auf russische Raffinerien und mögliche Lieferunterbrechungen zusätzlich belastet werden.
Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob die Hormus-Krise den Ölpreis belastet, sondern wie stark. Bleibt der Schiffsverkehr eingeschränkt und weitet sich die Eskalation auf das Rote Meer aus, könnte Brent deutlich über 100 Dollar steigen. Goldmans 120-Dollar-Szenario wirkt damit nicht mehr theoretisch, sondern zunehmend wie eine reale Marktgefahr.
FMW/Bloomberg
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Aufgrund der im obigen Bericht genannten Prognose der Investmentbanking-Analysten von Goldman Sachs enthält der Ölpreis momentan Risikoprämien.
Ein Ölpreis von über 150 US-Dollar das Barrel wäre sicherlich gerechtfertigt…mutige Anleger greifen jetzt… auf der Longseite zu…
Denn spätestens im August werden die Öllager sich leeren…die Puter müssen dann physisch Öl liefern und das können die nicht…weil die weder das Öl noch sonstwas besitzen…ein klassischer Short Squezze.. wie seinerzeit bei VW ( Herbst 08 )…
Vergessen Sie bitte nicht …das der Papiermarkt beim Öl…. gleich welcher Sorte … 50 mal so stark ist wie der physische Markt…
Das geht nur solange gut wie sich das restliche Öl noch in den Lagern befindet… leeren die sich.. bekommen die Shorter ein Problem…
Zumindest manche verneinen die Frage, ob die USA und der Iran noch an einem beruhigenden Abkommen arbeiten.