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Ölpreis: Hammer-Tag mit API, staatlichen Lagern und Fed

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Erstmal eine Rückschau auf gestern in Kurzform. Warum stieg der Ölpreis gestern so überraschend und kräftig? Ein Mix aus Gründen ist zu nennen. Die Termintrader in den USA (und nicht die in Europa) sahen die Draghi-Aussagen als bullisch für den Ölpreis an. Dazu kam die verstärkte Hoffnung, dass sich die OPEC in den nächsten Tagen auf eine Verlängerung ihrer Fördermengenkürzung einigt. Und Donald Trump signalisierte dem Gesamtmarkt indirekt mal wieder, dass mit China wohl doch ein Deal beim G20-Gipfel drin sein könnte. Dazu noch die Zinshoffnung auf die Fed, und ein bisschen Short-Covering, einmal kräftig umrühren, und fertig war gestern der Anstieg im WTI-Ölpreis um 2,30 Dollar auf 54,26 Dollar um 17:30 Uhr gestern Nachmittag.

API bewegte den Ölpreis nicht

Dann folgte gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit die Veröffentlichung der API-Lagerbestände für Rohöl in den USA. Bei Erwartungen von -1 Million Barrels gegenüber der Vorwoche wurden -0,8 Millionen Barrels gemeldet. Also kann man sagen, dass die Erwartungen im Grunde genommen relativ genau getroffen wurden. Dementsprechend läuft der WTI-Ölpreis seit gestern Abend bis jetzt waagerecht im Chart (Kursverlauf seit gestern früh). Aktuell notiert WTI bei 54,05 Dollar.

Ölpreis WTI seit gestern

Staatlich errechnete Öl-Lagerbestände

Heute um 16:30 Uhr folgen dann die staatlich ermittelten Öl-Lagerbestände für Rohöl in den USA. Werden sie wie in den Vorwochen die API-Daten grob gesagt bestätigen? Ist der Anstieg in den Lagern erst einmal gebremst? Dann könnte sich der Ölpreis weiter auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Steigen die Lager aber auch nur minimal weiter an, könnte WTI-Öl wieder fallen. Denn eine weiter steigende Lagerhaltung zeigt an, dass nach wie vor zu viel Öl auf den Markt kommt, das keine Abnehmer findet, und daher in die Lagertanks wandern muss.

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Fed kann gleich doppelt wirken

Und heute Abend geht es dann richtig zur Sache. Die ganze Welt schaut um 20 Uhr deutscher Zeit auf die Federal Reserve. Wird sie die Zinsen senken? Oder Kommentare abgeben, dass man im September senken wird aufgrund der schwachen Konjunktur? Ist dies der Fall, könnte es doppelt positiv auf den Ölpreis wirken im Sinne von steigenden Kursen. Denn sinkende Zinsen schwächen den US-Dollar, was alles im Preis pusht, das gegen den Dollar gehandelt wird. Und eine Zinssenkung beziehungsweise Ankündigungen für weitere Schritte signalisieren dem Gesamtmarkt eine Konjunktur-Unterstützung durch die Fed. Und eine bessere Konjunktur bedeutet mehr Öl-Nachfrage. Dies könnte der Ölpreis schnell vorweg nehmen. Allerdings: Bleibt die Fed zu vorsichtig mit ihren Aussagen in Sachen Zinssenkungen, könnte das den Ölpreis natürlich fallen lassen.

Im folgenden Chart haben wir den WTI-Ölpreis seit Oktober dargestellt. Der blaue Kasten könnte der Beginn einer Bodenbildung sein. Aber heute muss man schauen, was die Lager machen, und dann heute Abend, was die Fed macht. Und man denke in den nächsten Tagen bitte auch immer an die OPEC, was sie zusammen mit Russland beschließen wird!

Ölpreis WTI seit Oktober 2018

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    19. Juni 2019 12:42 at 12:42

    Das wird spannend.
    Ich bleibe aber bei meiner Annahme, dass es noch einen finalen Spike nach unten geben wird, Meiner Meinung nach auch unter 50$.
    Keine Handelsempfehlung.

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