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Ölpreis hat von der Stimmung her Luft nach oben, und ein Blick auf den extremen Rückgang der Ölproduktion in den USA

Die Produktionsmenge für Rohöl in den USA ist laut gestriger Veröffentlichung auf Wochenbasis um satte 1,07 Millionen Barrels oder 11% eingebrochen auf 8,4 Millionen Barrels pro Tag…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die gestrigen Öl-Lagerbestände in den USA bieten ein Bild, dass auf weiter rückläufige Lager weltweit hindeutet. Da die US-Daten die einzige wöchentlich präsentierte halbwegs verlässliche Quelle sind, kann man sie als Indikator verwenden, wie der generelle Trend aussieht. Gestern Nachmittag berichteten wir über die aktuellsten Wochendaten. Die US-Lager fallen auf Wochenbasis um weitere 5,7 Millionen auf 456,5 Millionen Barrels. Der Chart seit 2015 zeigt den eindeutigen Trend. Seit April 2017 ist man nur noch dabei Lager abzubauen. Alleine dieser Umstand hat dem Ölpreis in den letzten Monaten schon mal dabei geholfen sich zu stabilisieren.

In den letzten Tagen gibt es in Finanzkreisen (Broker, Terminhändler, OPEC-Dunstkreis) immer mehr Stimmen, die von einer erneuten Verlängerung der Fördermengenkürzung (-1,8 Mio Barrels pro Tag) sprechen. Aktuell läuft sie noch bis März 2018, und laut offiziellen Aussagen der OPEC wirke die Kürzung so richtig gut… wir meinen erneut: So richtig gut wirken im Sinne eines steigenden Ölpreises würde eine Ausweitung der Kürzungsmenge! Mehrere Analysten sprechen momentan vermehrt davon, dass nach März 2018 nochmal weitere neun Monate Kürzung folgen, weil die OPEC momentan unfähig sei eine wirkliche Ausbalancierung herzustellen. Dabei gibt es die doch schon längst, zumindest laut OPEC, IEA etc…

US-Produktionsmenge

Die Produktionsmenge für Rohöl in den USA ist laut gestriger Veröffentlichung auf Wochenbasis um satte 1,07 Millionen Barrels oder 11% eingebrochen auf 8,4 Millionen Barrels pro Tag. Bei diesen Wochenmeldungen handelt es sich stets um Schätzungen der US-Energiebehörde „EIA“. Wir waren bei unser gestrigen Veröffentlichung doch recht geschockt und unsicher, ob es nicht ein Tippfehler war. Denn -1,07 Millionen Barrels binnen einer Woche, das ist schon mehr als heftig.

Offizieller Grund für diesen so dramatischen kurzfristigen Produktionsrückgang soll der Sturm „Nate“ sein, der Anfang Oktober über den Golf von Mexiko gezogen ist. Nate? Fand der in den Medien überhaupt statt? Harvey und Irma im September, die waren doch viel heftiger und zerstörerischer. Hier haben wir nochmal im Wochenverlauf die Veränderungen bei der Produktionsmenge in den USA aufgelistet:

16. August +79.000
23. August +26.000
30. August +2.000
7. September -749.000
13. September +572.000
20. September +157.000
27. September +37.000
4. Oktober +14.000
12. Oktober -81.000
19. Oktober -1.070.000

Man sieht, dass es bei Harvey Anfang September diesen heftigen Rückgang um 749.000 Barrels pro Tag gab, der in den beiden Folgewochen aber ziemlich genau wieder ausgeglichen wurde. Und jetzt soll ein Sturm, den so richtig kaum jemand bemerkt hat, so einen hohen Rückgang verursachen von mehr als 1 Million? Möglich ist auch (reine Vermutung unsererseits), dass in diesem Rückgang auch ein bedeutender Teil enthalten ist, der auf normale Kürzungen zurückzuführen ist, die nicht sturmbedingt sind. Wenn ja, dann bringt diese Kürzungsmenge ebenfalls erst einmal Auftrieb für den Ölpreis.

Und dann gibt es ja noch den Streit mit dem Iran, die drohenden Bürgerkrieg mit den Kurden im Nordirak usw. Das unterstützt ebenfalls momentan den Ölpreis, auch wenn dieser momentan nicht so recht weiter steigen will über 52 Dollar (WTI). Aber man bedenke: Die politische Lage in der Ecke Iran/Irak kann sich auch schnell wieder entspannen!

Abgesehen davon möchten wir noch diese aktuelle Grafik der EIA zeigen. Man sieht, dass die USA seit 2010 stetig mehr Gas, Benzin und Rohöl exportieren. Das Volumen steigt kontinuierlich, wie diese Grafik unzweifelhaft zeigt. Das hat stetig mehr Druck auf die OPEC ausgeübt, die mit Kürzungen dagegen hält.

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Finanznews

Aktienmärkte: Schwächste Woche seit Corona-Crash! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Die zweite Corona-Welle ist ein zuvor nicht eingepreister game changer!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Und das ist wohl kein Zufall, denn die zweite Corona-Welle mit den damit verbundenen Lockdowns sind ein vorher so nicht eingepreister game changer für den wirtschaftlichen Ausblick. Diesmal aber ist der Abverkauf der Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch die großen Tech-Werte getrieben: am Montag SAP in Deutschland, heute die Schwergewichte Apple und Amazon jeweils gut 5% im Minus nach Vorlage der Quartalsergebnisse. Selbst gute Zahlen wie bei Amazon werden abverkauft – was „riecht“ der Markt? Ist das nur die Unsicherheit or der US-Wahl – oder kommt da etwas größeres auf uns zu?

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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Rüdiger Born über die aktuelle Lage im Dax

Rüdiger Born

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