Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis hat wichtige Marke überschritten – Weg frei Richtung 100 Dollar?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Am 2. Juli erreichte der WTI-Ölpreis sein letztes Hoch bei 75,27 Dollar. Dieses Niveau hat er jetzt überlaufen in einem tagelangen Aufwärtsmarsch, der beeindruckend ist! Aktuell notiert WTI bei 75,80 Dollar. Vor genau einer Woche, wo er noch bei 72 Dollar stand, sprachen wir vom intakten Aufwärts-Momentum. Es hat bis jetzt angehalten.

Im Langfristchart seit 2005 (zweiter Chart) sieht man das Tal, in welchem sich der Ölpreis durch den Absturz seit 2014 befindet. Im Augenblick ist er in großen Schritten dabei charttechnisch wieder an die Oberkante dieses Tals heranzulaufen. Für Charttechniker war dieses Hoch bei 72,27 Dollar aus Juli 2018 ein letztes kleines Hindernis.

Kann der Ölpreis jetzt Richtung 100 Dollar durchrauschen in den nächsten Monaten? In US-Medien hört man dieses Ziel derzeit öfters. Möglich wäre es, wenn nach Inkrafttreten der Iran-Sanktionen das Öl-Angebot aus Iran (und aus Venezuela) auf dem Weltmarkt immer mehr abnimmt. Dazu muss noch der Glücksfall für die Öl-Bullen eintreten, dass andere Förderländer ihre Mengen nicht ausweiten.

Darauf zu wetten, ist extrem riskant. Die Saudis deuteten jüngst eine Fördermengen-Ausweitung schon an. Im Augenblick drücken die Bullen den Ölpreis weiter kräftig nach oben, und man hat jetzt den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Unterstützend kommt aktuell hinzu, dass der chinesische Öl-Importeur Sinopec seine Importe von Öl aus dem Iran drastisch reduziert hat.

Bislang war unklar, ob China sich an die US-Sanktionen gegen den Iran halten würde. Diese Nachricht gibt den Öl-Bullen Hoffnung, dass kaum jemand dem Iran noch Öl abkaufen wird, und damit das globale Angebot tatsächlich verknappt wird.

Wir meinen: Ob China wirklich komplett mitspielt, bei dem offenen Handelskrieg mit den USA? Das ist mehr als ungewiss. Und man vergesse bitte nicht die Saudis und ihre Nachbarn. Eine öffentliche und klare Ankündigung der sofortigen und drastischen Fördermengen-Ausweitung kann jederzeit geschehen, was den Ölpreis zügig einbrechen lassen kann!

Der WTI-Ölpreis seit Januar 2018
Der WTI-Ölpreis seit Januar 2018. Hier sieht man gut das letzte Hoch aus Juli, das nun überlaufen wurde.

Der WTI-Ölpreis seit 2005
Der WTI-Ölpreis seit 2005.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Rüdiger Born: Dynamik im Nasdaq – was tun?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Im Nasdaq ist derzeit Dynamik vorhanden. Im folgenden Video bespreche ich ausschließlich die aktuelle charttechnische Lage im Technologieindex, und was für Trader machbar ist.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,7 Mio Barrels (jetzt 488,0 Mio)

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,7 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -2,3 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +3,5 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,4 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +4,1 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-2 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit +21 Cents auf 45,06 Dollar.


source: tradingeconomics.com

weiterlesen

Märkte

Ölpreis morgen vor großem Crash? OPEC+ kann ein Debakel auslösen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine alte Öl-Pumpe

Der Ölpreis könnte morgen vor einem neuen ganz großen Crash stehen. Die Wahrscheinlichkeit ist durchaus vorhanden, auch wenn man daran glauben kann, dass dieses Szenario eher nicht eintreten wird. Aber wir möchten es erwähnen, weil es realistisch ist. Denken wir zurück an den 9. März diesen Jahres. Zwar begann die aufziehende Coronakrise Aktienmärkte und Ölpreis zu schwächen. Aber genau ab dem 9. März brach der Ölpreis zusammen, ein regelrechter Crash fand statt. Und der hatte nichts mit Corona zu tun. Der WTI-Ölpreis crashte an einem Tag von 46 auf 28 Dollar (aktuell bei 44,87 Dollar). Und in den Folgetagen wurde es immer schlimmer.

Ölpreis-Crash im März

Am Terminmarkt rauschte der WTI-Ölpreis im April sogar weit ins Negative. Unfassbar, negative Ölpreise! Sie kamen zwar nie beim Verbraucher an der Zapfsäule an, aber dennoch war der Weltmarktpreis wochenlang völlig im Eimer. Ein Desaster für die Förderländer, die hauptsächlich vom Ölverkauf ihre Staatshaushalte bestreiten. Und wer war schuld an diesem Ölpreis-Crash? Eben diese Förderländer. Sie konnten sich nicht einigen (Streit vor allem zwischen Russen und Saudis) auf eine klare Regelung zur Kürzung von Fördermengen, welche den Ölpreis beim Ansteigen helfen sollte.

Und so entschieden sich die Saudis ihre Fördermenge kräftig zu erhöhen. Der Weltmarkt wurde überflutet mit Öl, und das zu viel vorhandene Öl ließ den Ölpreis in die Tiefe rauschen. Dies war eine absichtliche Strategie der Saudis, um „Partner“ wie Russland zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, und andere Mitglieder der OPEC und externe Partner zu disziplinieren. Nach dem Motto „wollt ihr alle nicht endlich mal diszipliniert die Fördermenge kürzen, dann machen wir euch den Ölpreis kaputt“.

Wiederholung des März-Szenarios?

Und jetzt könnte ein vergleichbares Szenario drohen. Am Montag sollte eigentlich von der OPEC bei ihrer regulären Sitzung beschlossen werden (so war es vom Markt erwartet worden), dass man die Fördermengen, die ab Januar wieder planmäßig steigen sollten, erst mal drei weitere Monate auf aktuellem Niveau belässt. Denn die globale Konjunktur soll mehr Zeit bekommen sich von Corona zu erholen, bevor man wieder zu viel Angebotsmenge auf den Weltmarkt bringt. Die Angst ist groß, dass der Ölpreis bei zu viel Angebot wieder abstürzt.

Aber es kam am Montag zu keiner Einigung der OPEC-Mitglieder. Die eigentlich für gestern geplante nachfolgende Sitzung der OPEC+ (OPEC sowie externe Partner wie Russland) findet nun erst am morgigen Donnerstag statt. Der Ölpreis hängt in der Schwebe. Gestern und heute laufen offenbar kleinteilige Gespräche zwischen einzelnen Förderländern, wo ausgelotet wird, wie doch noch eine Einigung hinzubekommen ist. Das Problem lautet Disziplin. Viele Förderländer tun das selbe wie die letzten Jahre auch. Man hält sich nicht an die eigenen Zusagen zu Fördermengenkürzungen. Jetzt verlangen wohl die fleißigen und braven Mitglieder, die in Eigenregie extra mehr Menge kürzen, dass auch die anderen ihren Beitrag leisten.

Die unartigen Mitglieder sollen diese Woche offenbar auch zustimmen, dass sie bisher zu viel gefördertes Öl nachträglich weniger fördern. Sie müssten also auf viel Geld verzichten. Was kompliziert klingt, ist eigentlich nur der Ruf nach Ordnung und Gerechtigkeit innerhalb eine Gruppe von Ölproduzenten, die sich auf eine bestimmte Strategie geeinigt hatten. Es könnte nun passieren, dass den Saudis morgen erneut der Kragen platzt, und sie wie im März den letzten großen Joker ziehen, und den Markt mit Angebot überfluten. Ölpreis-Crash, und zack, die unartigen Mitglieder wollen wieder brav sein, und weniger Öl fördern?

Ob es so kommt? Es ist ein mögliches Szenario. Wahrscheinlicher wirkt es aber, dass man sich für die Öffentlichkeit einen optisch netten Kompromiss ausdenkt, bei dem alle Beteiligten halbwegs ihr Gesicht wahren können, und bei dem vor allem der Ölpreis nicht abrutscht. Denn die Teilnehmer am Terminmarkt können sehr gut zwischen den Zeilen lesen. Heute und morgen kann es sehr spannend werden beim Ölpreis! Gleich um 16:30 Uhr werden in den USA die staatlichen Daten zu den Öl-Lagerbeständen veröffentlicht. Sie können jetzt kurzfristig auch für etwas Bewegung im Ölpreis sorgen. Wir werden gleich darüber berichten.

Chart zeigt Verlauf im Ölpreis in den letzten zwölf Monaten
Der Chart zeigt den Verlauf vom WTI-Ölpreis seit Ende letzten Jahres. Gut sieht man den Crash ab März verursacht durch die Überflutung des Weltmarktes durch die Saudis.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage