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Märkte

Ölpreis verharrt auf „Trump-Niveau“ – heute Abend Schluss mit Ruhe?

Claudio Kummerfeld

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am

Die Gemengelage rund um den Iran ist momentan maßgeblich für den gestiegenen Ölpreis. Gut, der schwache US-Dollar unterstützt natürlich. Aber alle Welt schaute letzte Woche auf die Vorkommnisse rund um den Iran. Öl-Tanker wurden angegriffen, eine US-Drohne abgeschossen, ein Angriff der USA gegen den Iran fand nicht statt. Und nun wartet alle Welt darauf, wie es weiter geht. Mal wieder möchten wir auf eine wichtige Tatsache hinweisen, die ab heute Abend mal wieder den Ölpreis maßgeblich beeinflussen kann.

Ölpreis in Wartestellung

Aber vorab kurz zur aktuellen Lage. Aufgrund der im obigen Absatz genannten Gemengelage stieg der WTI-Ölpreis am letzten Donnerstag von 54,30 Dollar auf 57,80 Dollar. Seitdem verharrt der Preis da oben in einer Range von vereinfacht gesagt 57-58 Dollar. Der Markt wartet auf neue Impulse. Von Donald Trump und seinen Falken hört man aktuell nichts Neues. Die groß angekündigten neuen Sanktionen gegen den Iran, die Donald Trump gestern verkündete, waren eher eine „Kleinigkeit“. Strafmaßnahmen gegen Funktionäre in Teheran wurden erlassen. Tja, wenn die in US-Reichweite Bankkonten haben sollten, haben sie wohl Pech gehabt. Aber der große zusätzliche Wurf in Sachen Sanktionen war das wohl kaum. Aber irgendwas musste man ja symbolisch tun nach dem Drohnen-Abschuss?

Lagerbestände für Rohöl

Wir hatten es in vorigen Artikeln schon erwähnt. Maßgeblich auslösend für den Verlauf des Ölpreis waren in den letzten vier Wochen die Lagerbestände für Rohöl in den USA. Im Chart haben wir die Reaktionen im Preis aus den letzten vier Wochen eingezeichnet. Die offiziellen Lagerdaten der US-Behörde EIA brachten drei Wochen lang gleich bleibende oder leicht steigende Lagerbestände. Und so fiel der Ölpreis (eingezeichnet im Chart). Der vierte Pfeil zeigt einen steigenden Ölpreis letzte Woche Mittwoch. Es war die Initialzündung für die jüngste Rally, die von der Iran-Krise und dem schwachen Dollar befeuert wurde. Aber der Startpunkt war der Lagerbestand, der letzten Mittwoch um 3 Millionen Barrels rückläufig war.

Ölpreis WTI seit Ende Mai

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Und heute Abend um 22:30 Uhr werden wie jede Woche vorab die privat ermittelten API-Lagerbestände veröffentlicht. Letzte Woche zeigten sie einen Rückgang von 0,8 Millionen Barrels. Von daher war ihre Grundtendenz als Indikator richtig. Heute auch wieder? Also, heute Abend wird wichtig, und dann morgen 16:30 Uhr deutscher Zeit ist der entscheidende Zeitpunkt, wenn die staatlichen Lagerdaten vermeldet werden. Und wir erinnern an dieser Steller erneut daran: Am 1. und 2. Juli tagen OPEC und ihre Verbündeten über die mögliche Verlängerung der Fördermengenkürzungen. Das bringt Anfang nächster Woche wohl auch Action in den Markt!

Zocker haben Long-Halde aufgebaut

Man beachte bitte noch Folgendes: Laut den jüngst veröffentlichten Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC haben die nicht kommerziellen (also keine realen Öl-Händler) Spekulanten am Terminmarkt letzte Woche zum ersten Mal seit acht Wochen ihre bullischen Netto-Positionen für den Öl-Kontrakt vergrößert. Die Wetten der Hedgefonds und sonstigen Profi-Zocker auf einen steigenden Ölpreis lagen bei 363.087 Kontrakten, ein Plus von netto 11.432 Kontrakten im Wochenvergleich. Also ist die Sichtweise der Zocker auf steigende Kurse gerichtet. Zerstört ihnen der Lagerbestand dieses Szenario, oder unterstützt er es?

Ölpreis am Scheideweg - bringen die Lager einen neuen Impuls?
Symbolbild einer Ölpumpe in China. Foto: John Hill CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    25. Juni 2019 13:48 at 13:48

    Ich warte immer noch auf tiefere Kurse. Mal sehen, vielleicht muss ich ja nicht mehr lange warten.

  2. Avatar

    Shong09

    25. Juni 2019 15:05 at 15:05

    Ich kann mich noch an die Erwartungen bzgl. Mengenbeschränkungen in 2015 erinnern, die dann nicht kamen (mit Russland) und die anschließenden fast -10% als Reaktion an nur einem Tag.
    Hat jmd. Erinnerungen, wie die Sitzungen bzw. deren Ergebnisse 2007-2009 aussahen und die Reaktionen des Marktes darauf?

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Indizes

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Rüdiger Born

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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