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Märkte

Ölpreis zeigt Bullen kalte Schulter – Achtung, heute ist der große Tag!

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild einer Ölpumpe

Wer Bulle am Ölmarkt ist, der konnte (bei sehr viel Optimismus) von Dienstag auf Mittwoch sagen: Ohhh ja, der Ölpreis steigt ein wenig, eine Aufwärtstendenz ist erkennbar. Aber na ja… im Lauf der Woche von 52 auf 53,60 Dollar ansteigen im WTI-Ölpreis, das war dann doch nicht der Mega-Knaller. Und die Hoffnung wurde dann gestern durch einen Doppelschub nach unten ausgelöscht. Der folgende Chart, der bis Ende letzter Woche zurückreicht, zeigt es ganz gut. Gestern in zwei Schüben rauschte WTI-Öl runter von 53,60 auf 51,40 Dollar. Wer eine kleine Hoffnung hatte, dass die vorsichtige Euphorie zu den Gesprächen rund um den Handelskrieg andauern würde, wurde enttäuscht. Steigende Lagerbestände für Rohöl in den USA drückten auf den Kurs.

Ölpreis im Auf und Ab vor den Handelsgesprächen

Gestern Abend wurde der fallende Ölpreis dann noch verstärkt durch eine schwindende Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Gespräche zwischen China und den USA. Aber über Nacht konnte sich WTI-Öl etwas stabilisieren auf aktuell 52,37 Dollar. Was lernen wir aus dem Auf und Ab in dieser Woche? Der Markt wird noch völlig irre bei den fast stündlich wechselnden Aussagen von Chinesen und Amerikanern sowie der Gerüchteküche. Mal glaubt man an einen Deal, dann kommen neue Einschränkungen im Vorfeld der Gespräche. Man will sich wichtig machen, in Stellung bringen, ein Zeichen setzen – auf beiden Seiten.

Ölpreis WTI seit Ende letzter Woche

Heute ist es soweit

Und heute ist der vermeintlich große Tag. Aufgrund der Zeitverschiebung werden wir wohl erst heute Nachmittag deutscher Zeit erfahren, ob, was, wie passiert. Die Chinesen treffen in Washington ein. Alles und nichts kann passieren. Donald Trump (das darf man wohl so sagen) hofft auf einen ganz großen Deal, den er vor allem für die US-Landwirte braucht, die eine große Basis für seine Wiederwahl darstellen. Gut möglich ist es, dass die Chinesen ihm mal wieder ein paar Knochen hinwerfen in Form von etwas mehr landwirtschaftlichen Produkten, die man aus den USA kaufen will. Aber es kann unterm Strich auch eine große Enttäuschung mit ein paar lauwarmen Worten werden, und der Handelskrieg geht einfach in die Verlängerung, wie schon so oft in den letzten Monaten. Dann dürften Aktienindizes wie auch der Ölpreis womöglich negativ reagieren. Aber warten wir es ab. Es sind ja nur noch ein paar Stunden hin.

Womöglich untergehen in der öffentlichen Wahrnehmung am Terminmarkt dürfte heute Mittag der OPEC-Monatsbericht mit Fördermengendaten zu Ende September. Wir werden trotzdem darüber berichten. Also: Der Ölmarkt fokussiert sich heute voll und ganz auf die Handelsgespräche zwischen Chinesen und Amerikanern. Nochmal kurz zur Charttechnik. Der folgende Chart zeigt den Ölpreis-Verlauf seit Ende 2018. Hier sieht man am Ende den 11 Dollar-Absturz in nur drei Wochen. Der Markt ist also grundsätzlich negativ eingestellt. Nun kommen wir immer näher ran an die Unterstützung bei grob gesagt 51 Dollar, welche durch drei Tiefpunkte seit Juni entstanden ist. Heute Augen auf auf die Handelsgespräche. Sie könnten den Ölpreis stark beeinflussen!

Ölpreis WTI seit Ende 2018

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen, Fed, Gamestop

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Einige Quartalszahlen werden besprochen. Und natürlich ist wieder der Irrsinn rund um Gamestop ein Thema. Heute Abend steht auch die Fed-Verkündung an.

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Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Auf ersten Blick schockierend großer Verlust

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Boeing-Maschine

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten. Der Umsatz liegt bei 15,3 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 17,91/erwartet 15).

Der Verlust (!!!) nach Non-GAAP liegt bei -15,25 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert -2,33/erwartet -1,80). Hallo? 15,25 Dollar Verlust pro Aktie bei Erwartungen von „nur“ -1,80 Dollar Verlust? Insgesamt ist das ein Verlust von 8,4 Milliarden Dollar nach -1 Milliarde Dollar vor einem Jahr. Was ist hier los? Sonderposten? Eigentlich ist die Non-GAAP-Zahl ja gerade dafür gedacht, Sonderkosten herauszurechnen, damit die Anleger sehen können, wie sich das Kerngeschäft eines Unternehmens entwickelt. Boeing sagt aktuell, dass dieser  monströse Verlust auch eine Belastung von 6,5 Milliarden US-Dollar vor Steuern für das 777X-Programm und eine steuerliche Wertberichtigung beinhaltet. Also, einmal tief durchatmen bitte. Dennoch sind es keine guten Zahlen.

Die Boeing-Aktie notiert vorbörslich mit -3,9 Prozent.

Im 4. Quartal 2020 wurden 59 kommerzielle Flugzeuge ausgeliefert nach 79 im 4. Quartal 2019. Der Umsatz sank von 7,5 auf 4,7 Milliarden Dollar. Der operative Verlust weitete sich aus von -2,8 auf -7,6 Milliarden Dollar. Im Klartext: Die Rüstungssparte durfte mal wieder stützend wirken. Sie lieferte operativ einen Gewinn von 502 Millionen Dollar nach 34 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Grafik zeigt aktuelle Quartalszahlen von Boeing

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Märkte

Ölpreis: Gute Argumente für weiter steigenden Markt

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis kämpft zwar seit zwei Tagen mit der Marke von 53 Dollar (WTI-Öl). Aktuell sind es 52,62 Dollar. Aber die Lage wirkt doch halbwegs stabil mit Aufwärtstendenz. Vorgestern berichteten wir, dass offenbar sogar der Irak sich nun brav an seine Kürzungszusagen hält, was den Bemühungen der OPEC mehr Glaubwürdigkeit verleiht – was wiederum positiv für einen möglicherweise steigenden Ölpreis zu werten ist.

API-Daten geben Hoffnung für kurzfristig steigenden Ölpreis

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht mit einer Wochen-Veränderung von -5,3 Millionen Barrels (erwartet waren +0,6 Mio). Weniger volle Lagertanks bedeuten mehr Nachfrage nach Öl bei den Endverbrauchern, weniger Angebot der Produzenten, oder beides gleichzeitig. Auf jeden Fall ist dies tendenziell ein gutes Zeichen für den Ölpreis. Und die API-Daten sind stets ein Indikator für die einen Tag später anstehenden offiziellen staatlichen Daten aus den USA. Sie werden heute von der Energiebehörde EIA um 16:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Zeigen auch sie einen Rückgang der Lagerbestände, könnte der Ölpreis womöglich über die 53-Dollar-Marke steigen.

Joe Biden hilft den Öl-Bullen langfristig

Wir hatten in den letzten Tagen schon mehrmals über die Wahl von Joe Biden und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf den Ölpreis geschrieben. Joe Biden verbot per Dekret bereits den anstehenden Bau der Keystone XL Pipeline von Kanada nach Texas. Weitere Restriktionen für die Ölindustrie in den USA stehen an. Alles was die Angebotsseite für Öl einschränkt, ist logischerweise auf mittlere und lange Sicht gut für einen steigenden Ölpreis. Und nach und nach könnten die Trader geneigt sein dieses Szenario vorwegzunehmen. Dazu hat Eugen Weinberg von der Commerzbank heute einen sehr interessanten Kommentar verfasst. Zitat auszugsweise:

Doch scheint der Markt aktuell eher gewillt, positive Nachrichten aufzunehmen. Auch wirken die jüngsten Nachrichten aus den USA belastend für den US-Ölsektor und sind daher eher preisstützend. So erlitt die Dakota Access-Ölpipeline am Dienstag einen weiteren Rückschlag, als ein Richter die Entscheidung einer unteren Instanz bestätigte und einen Verstoß bei der Erteilung einer Schlüsselgenehmigung feststellte. Die Pipeline wird jedoch vorerst nicht stillgelegt. Deren Schicksal hängt womöglich auch vom neuen US-Präsidenten Biden ab, der bereits an seinem ersten Tag im Amt eine Schlüsselgenehmigung für die geplante Keystone XL-Pipeline gestrichen hat. Es wird außerdem erwartet, dass die Biden-Administration schon heute eine vorübergehende Aussetzung neuer Pachtverträge für Öl- und Gasexplorationen auf bundeseigenem Land und in Gewässern anordnen wird und dass fast ein Drittel dieser Flächen auch in den nächsten zehn Jahren unangetastet bleiben sollen. Stärkere Einschränkungen für die Exploration und den Transport sowie fehlende Unterstützung für die Öl- und Gasprojekte in den USA sprechen für eine langsamere Erholung der dortigen Produktion und daher eher für längerfristig höhere Preise.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage.

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