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Märkte

Ölpreis: Was für ein Höllenritt – geht das jetzt so weiter?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Terminhändler in den USA mit schwachem Herzen sind am Ölmarkt derzeit nicht gut aufgehoben. Dann doch besser Futures auf T-Bonds handeln? Der Ölpreis hat von gestern Nachmittag bis heute früh einen Höllenritt durchgemacht. Die Frage ist nur: Geht das so weiter? Aber von Anfang an bitte.

Ölpreis rutscht in Keller und erholt sich

Am Dienstag sprachen Donald  Trump und sein Außenminister Pompeo von einer Entspannung gegenüber dem Iran, und der Ölpreis (WTI) fiel von 59,50 Dollar kräftig nach unten. Mittwoch Nachmittag brachten die Öl-Lagerbestände in den USA einen Rückgang von 3,1 Millionen Barrels. Dieser Rückgang brachte keinen wirklichen neuen Impuls. Der Markt war bereits im „Abwärts-Modus“. Gestern tagsüber kamen schwache japanische Wirtschaftsdaten und Infos über höhere Fördermengen aus Russland, was den Ölpreis weiter schwächeln lies. Die Nachricht, dass der Iran einen Tanker der VAE beschlagnahmt hatte, konnte den Markt nur kurz ein wenig zum Steigen bringen. Aber dann…

Der WTI-Ölpreis rutschte gestern Abend um 2 Dollar auf bis zu 54,70 Dollar im Tief. (Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit Mittwoch früh). Aus dem Iran kamen entspannende Signale Richtung USA. Laut Berichten sei man offen für Gespräche bezüglich der Rettung des Atomabkommens, wenn die USA ihre Sanktionen abschaffen würden. Tja, da war sie auf einmal da, die „Entspannung“ am Golf. Der Ölpreis war gut gefallen… und dann? Dann kam Donald Trump (hier im Video). Ein US-Kriegsschiff habe eine iranische Drohne abgeschossen.

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Tja, und das war es dann auch schon wieder mit der Ruhe am Golf. Der WTI-Ölpreis drehte gestern Abend nach oben, und ist bis jetzt um 1,15 Dollar gestiegen auf aktuell 55,85 Dollar. So schnell kann das gehen! Außerdem erwähnen US-Kommentatoren, dass die Rede von New York Fed-Chef Williams gestern Abend (bitte schnell Zinsen senken, wenn Konjunktur lahmt) den Ölpreis-Anstieg unterstützt haben soll.

Geht das so weiter?

Schaut man sich den Wochenverlauf an, dann bleibt die Grundtendenz am Ölmarkt eher schwach. Eigentlich für Bullen passende Nachrichten konnten den Ölpreis diese Woche nicht so richtig kräftig nach oben bringen. Aber man weiß ja nie. Man sieht ja aktuell, wie einzelne Nachrichten rund um den Iran den Markt schnell rauf und runter bewegen können. So schnell kann die Aufmerksamkeit wechseln, von den realen Lagerdaten und ökonomischen Daten hin zur Geopolitik am Golf. Bis 31. Juli (Fed-Zinssenkung?) ist es nicht mehr lange hin, und der Iran-Konflikt steht aktuell etwas stärker im Fokus. Aber die Lage kann sich schnell ändern! Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bitte bilden Sie sich immer ihre eigene Meinung!

Ölpreis WTI seit Mittwoch

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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am

Im folgenden Video schaue ich direkt am Chart auf die aktuelle Entwicklung im Dow Jones und seine Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten. Auch überlege ich, ob im Yen ein interessanter Trade möglich sein könnte.

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