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Ölpreis im Abwärtstrend – Blick auf das OPEC-Treffen nächste Woche

Der Ölpreis ist zwar seit 2 1/2 Tagen nicht weiter gefallen. Aber das ist (das möchten wir mal wieder erwähnen) noch keine Trendumkehr! Denn der seit Anfang Oktober anhaltende Abwärtstrend ist weiterhin voll intakt (von 77 auf 50 Dollar im WTI-Öl). Man braucht nicht mal Trendkanäle oder Sonstiges im Chart einzeichnen! Solche Seitwärtsphasen oder kleine Anstiege wurden stets als kurze Ausruh-Phasen genutzt, bevor der nächste Absturz folgte.

Bringt die OPEC eine Trendwende in den Ölpreis-Absturz?

Jetzt beginnt aber so langsam die Aufwärmphase, wo durchaus eine Trendwende in den Ölpreis-Absturz kommen kann. Denn nächste Woche Donnerstag am 6. Dezember findet die reguläre OPEC-Sitzung in Wien statt. Die Ausgangslage scheint auf den ersten Blick klar zu sein. Die Saudis wollen um ca 1 Million Barrels pro Tag kürzen. Dabei haben sie aber eh schon angedeutet, dass ihre Exporte im Dezember um 500.000 Barrels rückläufig sein werden.

Dazu kommt die unlängst getätigte Andeutung der Saudis, dass die gesamte OPEC als Gruppe bis zu 1,4 Millionen Barrels pro Tag kürzen könnte. Am Markt sieht man, dass die meisten Analysten davon ausgehen, dass OPEC + Russland insgesamt eine Kürzung von ca 1 Million Barrels pro Tag in die Wege leiten werden. Dabei ist Russland die große Unbekannte in dieser Schätzung. Moskau hat sich noch nicht klar positioniert. Man könnte aber vermuten, dass man auch aus geopolitischen Überlegungen (Freundschaftsdienst für die „neuen“ Freunde im Nahen Osten?) dem Kürzungswunsch der Golfstaaten nachkommen wird, und mitmacht.

OPEC + Russland

Auch kann man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass Wladimir Putin vor einem Monat sagte, dass die „bisher gelungene Kooperation“ zwischen Russland und der OPEC weitergeführt werden solle. Denn die Golfstaaten brauchen noch mehr als Russland einen deutlich höheren Ölpreis, weil man nach wie vor in zahlreichen Ländern komplett vom Öl- und Gasexport lebt. Fallen die Preise, fördert man zwar immer noch mit großen Gewinnen. Aber die Gewinne reichen aktuell nicht aus um die Staatsausgaben der Golfstaaten abzudecken.

Man könnte also annehmen, dass OPEC + Russland eine gemeinsame Kürzung von irgendwo zwischen 1 und 1,5 Millionen Barrels pro Tag verkünden werden? Dem entgegen stehen die Fracker in den USA mit ihren immer weiter steigenden Fördermengen. Auch dürfte Donald Trump wenig begeistert sein, wenn die OPEC ihre Fördermenge nächste Woche drosselt. Aber die Golfstaaten müssen nun mal ihre Staatshaushalte finanzieren!

Also: Es sind noch acht Tage bis zum OPEC-Treffen. Es kann bis dahin zu immer mehr Aussagen einzelner OPEC-Öl-Minister kommen, wodurch der Ölpreis plötzlich rauf oder runter getrieben wird. So war es in den letzten Jahren immer. Man sollte dadurch aber nicht das hier beschriebene Szenario vergessen, dass zumindest am Wahrscheinlichsten erscheint. Fraglich ist, ob es vom Markt schon voll eingepreist ist, oder ob es doch zu einer Trendwende im Ölpreis kommt, wenn 1 oder 1,4 Million Barrels gekürzt werden.

WTI Ölpreis seit Ende August



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