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Märkte

Ölpreis im Aufwärts-Move – Saudis ignorieren Trump

Claudio Kummerfeld

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am

Es kam so wie in den letzten Monaten auch. Zunächst einmal twittert Donald Trump gegen die OPEC, um den Ölpreis runterzubekommen. Die „undankbaren Araber“ sollten doch gefälligst mehr Öl fördern, damit der Benzinpreis an US-Tankstellen sinken kann. Schließlich beschütze man ja die Golfstaaten, und dafür habe man sich dankbar zu zeigen. Der aktuellste Tweet in diesem Zusammenhang stammt von diesem Montag.

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Ölpreis reagierte heftig, aber nur kurz auf Trump

Der Ölpreis sei einfach zu hoch. Die OPEC solle sich entspannen und die ganze Sache etwas lockerer angehen. Die zerbrechliche Weltwirtschaft könne höhere Ölpreise nicht verkraften, so Trump. Daraufhin sackte der Ölpreis am Montag in wenigen Stunden um mehr als 2 Dollar ab. Aber so wie schon in den Monaten zuvor bei inhaltlich identischen Tweets von Trump war dieser Absturz nur von kurzer Dauer.

Der Ölpreis stieg im bisherigen Wochenverlauf wieder an, weil der Terminmarkt derzeit im Aufwärts-Momentum ist. Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 18. Februar. Nicht nur, dass sich der Ölpreis ganz von alleine von Trumps Tweet wieder erholte. Gestern Nachmittag und gestern Abend (größerer blauer Kreis) wurde der Ölmarkt gestützt durch erstens deutlich fallende Rohöl-Lagerbestände in den USA (-8,6 Millionen Barrels in der letzten Woche).

Und zweitens sagte der saudische Öl-Minister Al-Falih bei CNBC, dass Saudi-Arabien zusammen mit seinen Partnern weiterhin behutsam die aktuelle Runde der Fördermengenkürzungen umsetzen werde. Die Aussagen von Präsiden Trump sehe man ganz entspannt. Man sei interessiert an einem stabilen Markt, so Al-Falih. Ende 2018 hatte sich die OPEC mit Russland geeinigt mehr als 1 Million Barrels pro Tag zu kürzen. Alleine im Januar hatte die OPEC davon schon 797.000 Barrels pro Tag gekürzt. Behutsam kürzen? Das sieht eher nach Hauruck-Kürzungen aus!

Saudis bleiben entspannt

In den vorigen Monaten hatte Al-Falih sich ähnlich zu Trumps Drängen geäußert. Die Saudis bleiben tiefen-entspannt. Man weiß wohl, dass Trump kaum mehr in der Hand hat als solche Aufforderungen via Twitter. Der gute Mann im Weißen Haus hat im Moment wohl schon genug andere Probleme. Da kann er sich einen ernsthaften Streit mit seinen saudischen Partnern nicht auch noch leisten. Der Ölpreis jedenfalls, es wirkt momentan so, dass der Aufwärts-Move intakt bleibt. Vom gestrigen Hoch bei 57,36 im WTI-Öl ist man zwar ein paar Cent zurückgefallen auf aktuell 56,92 Dollar. Aber der Chart sieht nach wie vor gut aus für Öl-Bullen. Wie immer unser Hinweis: Das ist keine Handelsempfehlung! Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung, denn der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Ölpreis WTI

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Prognostiker

    28. Februar 2019 20:47 at 20:47

    Ich sagte es ja, letztes Mal kuschelten die Saudis ,weil sie gerade einen Journalisten verschwinden liessen.
    Jetzt ist das vergessen u.man kann wieder machen was man will.Ist nur zu hoffen, dass er nach mehreren Niederlagen, nicht den Frust an der EU abreagiert.

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Finanznews

Aktienmärkte: Die gesteuerte Rally! Marktgeflüster (Video)

Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Trump und Biden zogen die US-Futures nach oben. Auslöser war ein Leak..

Markus Fugmann

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Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden zogen die US-Futures an der Wall Street nach oben – und das, nachdem die ausserordentlich starken Zahlen des Chicago Einkaufsmanergindex bereits mehr als eine Stunde vor dem eigentlichen Termin geleaked worden waren. Die Logik der Rally: wenn die Konjunktur sich stärker erholt, dann zieht die Nachfrage an, was wiederum Inflation erzeugt – und das bei der faktischen Garantie der Fed, bis ins Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben (wass dann wiederum Sachwerte wie Aktien unterstützt). Das kam für die Aktienmärkte am Quartalsende gerade recht (window dressing) – aber da scheinen ein paar Player am Steuerknüppe gesessen haben: das war ein gesteuere Rally!

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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