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Märkte

Ölpreis im Aufwärtsrausch – die große Wette auf Montag

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe Beispielfoto

Der Ölpreis steigt, und steigt, und steigt – zumindest bis 14:30 Uhr! Seit gestern wird die Wette auf die große globale Fördermengenkürzung beim Öl immer konkreter. Donald Trump tweetete über eine Summe von 10 Millionen Barrels Fördermengekürzung, ohne zu sagen wer denn wie viel kürzen soll. Alle zusammen, oder nur Saudis und Russen? Heute nahmen die Gerüchte und Berichte zu (wir berichteten). Die OPEC plant für Montag eine Online-Konferenz – nicht nur mit ihren eigenen Mitgliedern und Russland. Am besten soll wohl der ganze Planet teilnehmen, damit eine möglichst breite Allianz zustande kommt, um über weniger Förderung den Ölpreis zu pushen.

Ölpreis haussiert vor Wochenende

Startete die Blitz-Hausse im Ölpreis gestern bei unter 22 Dollar im WTI-Öl, so lag der Markt heute Vormittag bei 25 Dollar. Bis heute um 14:30 Uhr erreichte der Ölpreis mit 28,53 Dollar seinen Höhepunkt. Es ist wohl kein Zufall, dass der Markt genau ab diesem Zeitpunkt gedreht hat, so dass der Kurs jetzt wieder bei 26,41 Dollar liegt (Chartverlauf seit dem 24. März). Das ist immer noch ein kräftiger Gewinn seit gestern, aber ein spürbarer Rückgang vom Hoch. Um 14:30 Uhr wurden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die dramatisch schlechter ausfielen als erwartet. Das drückt auf die Konjunkturaussichten. Je mieser die Konjunktur, desto mieser die Nachfrage nach Öl.

Die OPEC-Wette auf Montag

Nun läuft die Wette auf Montag! Dann will die OPEC ihre Online-Konferenz abhalten. Aktuelle Berichte zeigen, dass Russland womöglich bereit ist für die Teilnahme an einer großen koordinierten Kürzung – wenn Saudis und die USA mitmachen. Und da wird es knifflig. Donald Trump kann den privaten Öl-Unternehmen in den USA gar keine Anordnung erteilen, dass sie ihre Fördermengen kürzen sollen. Höchstens könnten Industrieverbände Absichtserklärungen aussprechen. Die Gerüchteküche brodelt derzeit. Was Montag passiert, weiß niemand. Es könnte in einem Desaster enden, weil keine Einigung zustande kommt.

Es könnte Absichtserklärungen geben, oder eine Einigung für Fördermengenkürzungen, die am Markt als zu gering erachtet werden. Es gibt also jede Menge Risikofaktoren für den Ölpreis bis Montag. Will man ihn weiter steigen lassen, dann müssten wohl schon große Hausnummern vereinbart werden. Zum Beispiel die bereits genannten -10 Millionen Barrels pro Tag, oder mehr? Die Wette läuft. Wer übers Wochenende long im Öl bleibt, hofft auf eine tolle Einigung am Montag. Von dieser Hoffnung ist nun aber einiges bereits berücksichtigt im Ölpreis, der seit gestern  knapp fünf Dollar zugelegt hat.

Verlauf im Ölpreis seit dem 24. März

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Ivan Petkow

    4. April 2020 15:44 at 15:44

    Ein hoher Ölpreis allein hilft ja keinem der Beteiligten solange sie nicht auch ihr Öl zu dem Preis verkaufen können. Die Höhe der erforderlichen Einnahmen hängt also nicht allein vom Preis pro Barrel, sondern vor allem auch von der Menge der verkauften Barrel ab. Und da kommt die Realität in der aktuellen von Corona gebeutelten Weltwirtschaft ins Spiel. Ein gesteigerter Bedarf nach Öl ist schlicht nicht gegeben. Wieso sollte also der Preis pro Barrel steigen, wenn zwar weniger produziert wird aber gleichzeitig auch weniger verkauft wird. Die Lager sind alle voll. Die Raffenerien laufen nicht auf Hochtouren. Selbst eine Drosselung der Produktion wird vermutlich am weltweiten Bedarf nichts ändern. Von daher sehe ich beim Ölpreis erstmal keine großen Sprünge nach oben.

    • Avatar

      Petkov

      4. April 2020 18:43 at 18:43

      Das alles würde stimmen, wenn der Ölmarkt rational wäre. Ist er aber nicht. Der Ölmarkt erst recht nicht. Gut, dass der Original Petkov kein Naivling ist und nicht an längst vergangene oder verkommene Rationalität glaubt. Ob der Ölmarkt steigt oder fällt, werden wir sehen. Aber einst ist klar. Er wird erst mal unglaublich volatil bleiben.

  2. Avatar

    Petkov

    5. April 2020 08:50 at 08:50

    Das virtuelle Opec+ Treffen wurde aufgrund von Spannungen zwischen Russland und Saudi Arabien auf vsl. Donnerstag verschoben. Somit dürfen sich die Ölpreise auf einen spaßigen Bungee Jump in den Abgrund freuen, der morgen stattfinden wird.

  3. Avatar

    Ivan Petkow

    5. April 2020 19:24 at 19:24

    Ja, das wird eine mega volatile Session morgen. Zu gern würde ich die Gründe für die Verschiebung kennen. Die vermuteten größeren Unstimmigkeiten zwischen den Akteuren im Vorfeld erscheinen zumindest sehr plausibel. Ob es gelingt bis Donnerstag eine Einigung hinter den Kulissen zu finden oder wenigstens eine gemeinsame Linie zu finden, erscheint mir zweifelhaft. Der Chaot aus Washington ist ein Garant für das Unvorhersehbare. Man kann sich förmlich vorstellen wie die Saudis, Russen und Amis auseinander driften, da alle unterschiedliche Interessen verfolgen. Auch wenn alle mit dem Rücken an der Wand stehen. Es bleibt spannend.

  4. Avatar

    M. S.

    29. April 2020 10:58 at 10:58

    Mir ist egal, ob der Ölpreis wieder steigt. Wir haben uns gut mit Heizöl eingedeckt und eine Expresslieferung aus Kärnten erhalten. Herr Trump soll mal nicht so viel twittern, meistens geht das schlecht aus.

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Indizes

Wall Street vor US-Wahlen: Was machen die Aktienmärkte?

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Durch den Anstieg bis über den Widerstand bei 3.494 Punkten (0.76-Retracement) konnte der marktbreiteste Index der Wall Street, der S&P 500, die jüngste Prognose exakt nachvollziehen. Die an den letzten Tagen angelaufene Korrektur verfügt noch nicht über die in Erwartung gestellte Ausdehnung. Hierüber ist indes noch nicht das letzte Wort gesprochen, wenngleich eine Dramatisierung der Ausgangslage nicht zu erwarten ist. Die jüngsten Bewegungen stellen die erste Phase einer größeren Bodenbildungsphase dar. Im Chart habe ich diese Option lediglich angedeutet.

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Ausblick für den S&P 500, den Leitindex S&P 500:

Hervorgerufen durch das mehrfache Überschreiten des 0.76-Retracements (3.494 Punkte) konnte der S&P 500 die erste Unterwelle (i) der übergeordneten Welle (C; nicht dargestellt) ausbilden. Der regelkonforme Abschluss dieser Welle ist noch ausstehend, denn erst durch eine Korrektur (ii), wie diese im Chart dargestellt ist, würde dieser Schritt begangen. Resultierend daraus ist für die sich anschließenden Tage von einem schwächelnden Chartverlauf der Wall Street insgesamt auszugehen. Mit dem Anlauf an das 0.76-Retracement (3.286 Punkte) habe ich im Chart das maximale Ausmaß dieser Korrektur dargestellt.

Der Leitindex der Wall Street, der S&P 500

Aller Voraussicht nach wird sich der Trendverlauf bei Weitem nicht so massiv einstellen. Im Umkehrschluss sollte ein Bruch dieser Supportline vermieden werden, um das beschriebene Szenario nicht in Erklärungsnöte zu versetzen. Das endgültige Aus, für den seit Monaten laufenden Aufwärtstrend, würde indes erste ein eventueller Bruch des 1.62-Retracements (3.178 Punkte) in die Wege leiten.

Fazit:

Die momentane Verfassung präsentiert sich vielleicht etwas schlechter, als es gerechtfertigt wäre. Ein erneutes Signal ist noch nicht in Sichtweite..

Dow Jones, der älteste Index der Wall Street:

Der dienstälteste Aktienindex der Wall Street, ja sogar der Welt konnte mit der Performance, welche sich an den zurückliegenden beiden Wochen eingestellt hat, die jüngste Prognose hinreichend genau nachvollziehen. Dadurch bestärkt, habe ich das bisherige Szenario unverändert belassen und lediglich der aktuellen Entwicklung Rechnung tragend, Anpassungen vorgenommen. Dennoch sollte der Index mit Argusaugen betrachtet werden, denn die aktuelle Konstellation deutet nicht darauf hin, dass eine neue weittragende Rallye unmittelbar bevorsteht. Die Charts zeigen das.

Ausblick für den Dow Jones:

Der Schlusskurs des Dow Jones über 28.547 Punkte (0.76-Retracement) verleiht dem aktuellen Geschehen einen positiven Ausblick, sodass die Titulierung mit Welle (1) durchaus zu rechtfertigen ist. Die aktuell laufende Korrektur dient demzufolge der Ausbildung der ultimativen Welle (2). Mit dem 0.76-Retracement (27.089 Punkte) liegt die maximale Grenzlinie für Welle (2) in überbrückbarer Entfernung, wenngleich eine „2“ diese Linie nur relativ selten anläuft. Die Performance der folgenden Tage wird sich daher im Zeichen der Korrektur darstellen.

Der Dow Jones, der älteste Index der Wall Street

Eine stärkere Ausbildung der Korrektur, hin zu einer regelverletzenden Bewegung, ist dennoch nicht zu erwarten. Nach Abschluss von Welle (2) wird sich der Dow Jones wie auch die anderen Indizes der Wall Street wieder emporschrauben können und aller Voraussicht nach zu einem neuen Allzeithoch führen. Der Startschuss für diese Rally fällt mit einem erneuten Überschreiten der 0.76-Linie (28.547 Punkte) und kann eine hohe Dynamik zur Folge haben. Größere Gefahren würde sich erst unterhalb der 0.76-Linie (27.089 Pkt.) einstellen.

Fazit:

Die aktuelle Verfassung lässt auf eine Fortsetzung des seit März laufenden Aufwärtstrends der Wall Street schließen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, welche auch eine seitliche Performance begünstigen..

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Indizes

Rüdiger Born: Aktuelle Lage bei Indizes und Silber

Rüdiger Born

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