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Märkte

Ölpreis im Chaos-Modus – Überblick und Ausblick

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Der Ölpreis befindet sich momentan in einer Art Chaos-Modus, so möchten wir es formulieren. Rauf, runter, rauf, runter. Gestern titeln wir schon fragend “was ist da los” und gingen auf Spurensuche. Den zügigen 3 Dollar Absturz im Ölpreis am Dienstag konnte man grob gesagt damit erklären, dass Termintrader enttäuscht waren, dass die OPEC ihre Kürzungen von 1,2 Millionen Barrels pro Tag “lediglich” zeitlich verlängerte, und nicht das Kürzungsvolumen erhöhte. Danach folgten wohl Anschlussverkäufe durch ALGOS (Computerprogramme), was einen kleinen Lawineneffekt auslöste.


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Ölpreis-Chaos gestern Nachmittag

Und gestern ging es dann richtig zur Sache. Wie wir schon mehrfach in den letzten Monaten gezeigt hatten (siehe hier ein Beispiel), haben die jeweils am Mittwoch vermelden Öl-Lagerbestände in den USA den Impuls für fallende und dann einen wochenlang steigenden Ölpreis gebracht (mit Ausnahme der OPEC vorgestern). Gestern um 16:30 Uhr deutscher Zeit wurden die Öl-Lager in den USA mit -1,1 Millionen Barrels im Wochenvergleich vermeldet, was weniger Rückgang war als erwartet (-3). Das brachte den WTI-Ölpreis (siehe Chart) schnell um 80 Cents zum Fallen.

Aber dann erholte er sich schnell wieder. Kommentatoren in US-Medien glauben daran, dass der Anstieg im Ölpreis ab 17 Uhr damit zusammenhängt, dass die US-Aktienmärkte gestern auf neue Allzeithochs stiegen. Eine Euphorie über fallende Zinsen in den USA pusht die Aktien. Das bringt gute Laune für eine mögliche bessere Konjunktur, was natürlich in der Theorie in Zukunft auch mehr Öl-Nachfrage bringen sollte. Und so stieg WTI gestern im Tagesverlauf noch von 56,10 auf heute Nacht 57,50 Dollar. Auch war gestern Nachmittag förderlich, dass die Anzahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA verkündet wurde. Sie sank um 5 auf 788. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Dienstag früh.

Ölpreis WTI seit Dienstag

Illiquidität

Sie sehen es aber selbst im Chart. Ab Mitternacht geht die Kurve wieder nach unten, und vom Top heute Nacht hat der Ölpreis schon wieder 1 Dollar verloren. Man vergesse aktuell bitte nicht, dass die USA heute ihren heiligsten Feiertag haben, den Unabhängigkeitstag. Heute geht also fast gar nichts in Sachen Liquidität. Terminkontrakte auf Öl sind zwar handelbar, aber mit Unterbrechungen (hier der Handelskalender der CME). Wer heute Öl handeln möchte, kann entweder einen extrem öden Handel erleben, oder ganz plötzliche heftige Schwankungen aufgrund sehr illiquider Märkte. Morgen dürfte (Brückentag) auch relativ wenig los sein.

Aussichten

Was sagt uns das alles? Was sagt das Gesamtbild? Zwei Wochen war der Ölmarkt bullisch, weil die Lagerbestände deutlich fielen. Jetzt erlahmt der Rückgang der Lager. Die Verlängerung der Kürzungsmenge durch die OPEC war so erwartet worden, und konnte keinen neuen Impuls für weiter steigende Kurse bringen. Aktuell kämpfen zwei Argumente gegeneinander. Die Euphorie der US-Börsianer über sinkende Zinsen ist bullisch fürs Öl. Aber die Ängste vor der schwächelnden globalen Konjunktur scheinen aktuell leicht Übergewicht zu haben, wodurch die Nachfrage nach Öl geringer ausfallen könnte. Darauf gilt es zu achten. Was machen die US-Zinsen, und was machen die Konjunktur-Indikatoren? Wie gesagt. Gefühlt haben die Konjunkturängste ganz aktuell (!) ein wenig mehr Einfluss auf den Ölpreis. Wie immer unser Hinweis: Die Lage kann sich schnell ändern, der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung!

Fracking-Anlage in den USA - Ölpreis derzeit im Chaos-Modus
Ein Arbeiter vor Pumpanlagen für Öl-Fracking in den USA. Foto: Joshua Doubek CC BY-SA 3.0

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Devisen

Rüdiger Born und Andre Stagge mit Blick auf Dax, Gold, Euro, Öl

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Rüdiger Born und Andre Stagge melden sich im folgenden Video direkt vor der Frankfurter Börse. Laut Andre Stagge steckt die Börse derzeit kräftig im Sommerloch. Seit Montag steckt der deutsche Markt in einer Handelsrange. Gold sei derzeit spannender. Der Euro sei fürs Trading einen Blick wert. Beim Trading im Öl hat er einen interessanten Handelsansatz. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Aktien

Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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