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Märkte

Ölpreis im Chaos-Modus – Überblick und Ausblick

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis befindet sich momentan in einer Art Chaos-Modus, so möchten wir es formulieren. Rauf, runter, rauf, runter. Gestern titeln wir schon fragend „was ist da los“ und gingen auf Spurensuche. Den zügigen 3 Dollar Absturz im Ölpreis am Dienstag konnte man grob gesagt damit erklären, dass Termintrader enttäuscht waren, dass die OPEC ihre Kürzungen von 1,2 Millionen Barrels pro Tag „lediglich“ zeitlich verlängerte, und nicht das Kürzungsvolumen erhöhte. Danach folgten wohl Anschlussverkäufe durch ALGOS (Computerprogramme), was einen kleinen Lawineneffekt auslöste.


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Ölpreis-Chaos gestern Nachmittag

Und gestern ging es dann richtig zur Sache. Wie wir schon mehrfach in den letzten Monaten gezeigt hatten (siehe hier ein Beispiel), haben die jeweils am Mittwoch vermelden Öl-Lagerbestände in den USA den Impuls für fallende und dann einen wochenlang steigenden Ölpreis gebracht (mit Ausnahme der OPEC vorgestern). Gestern um 16:30 Uhr deutscher Zeit wurden die Öl-Lager in den USA mit -1,1 Millionen Barrels im Wochenvergleich vermeldet, was weniger Rückgang war als erwartet (-3). Das brachte den WTI-Ölpreis (siehe Chart) schnell um 80 Cents zum Fallen.

Aber dann erholte er sich schnell wieder. Kommentatoren in US-Medien glauben daran, dass der Anstieg im Ölpreis ab 17 Uhr damit zusammenhängt, dass die US-Aktienmärkte gestern auf neue Allzeithochs stiegen. Eine Euphorie über fallende Zinsen in den USA pusht die Aktien. Das bringt gute Laune für eine mögliche bessere Konjunktur, was natürlich in der Theorie in Zukunft auch mehr Öl-Nachfrage bringen sollte. Und so stieg WTI gestern im Tagesverlauf noch von 56,10 auf heute Nacht 57,50 Dollar. Auch war gestern Nachmittag förderlich, dass die Anzahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA verkündet wurde. Sie sank um 5 auf 788. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Dienstag früh.

Ölpreis WTI seit Dienstag

Illiquidität

Sie sehen es aber selbst im Chart. Ab Mitternacht geht die Kurve wieder nach unten, und vom Top heute Nacht hat der Ölpreis schon wieder 1 Dollar verloren. Man vergesse aktuell bitte nicht, dass die USA heute ihren heiligsten Feiertag haben, den Unabhängigkeitstag. Heute geht also fast gar nichts in Sachen Liquidität. Terminkontrakte auf Öl sind zwar handelbar, aber mit Unterbrechungen (hier der Handelskalender der CME). Wer heute Öl handeln möchte, kann entweder einen extrem öden Handel erleben, oder ganz plötzliche heftige Schwankungen aufgrund sehr illiquider Märkte. Morgen dürfte (Brückentag) auch relativ wenig los sein.

Aussichten

Was sagt uns das alles? Was sagt das Gesamtbild? Zwei Wochen war der Ölmarkt bullisch, weil die Lagerbestände deutlich fielen. Jetzt erlahmt der Rückgang der Lager. Die Verlängerung der Kürzungsmenge durch die OPEC war so erwartet worden, und konnte keinen neuen Impuls für weiter steigende Kurse bringen. Aktuell kämpfen zwei Argumente gegeneinander. Die Euphorie der US-Börsianer über sinkende Zinsen ist bullisch fürs Öl. Aber die Ängste vor der schwächelnden globalen Konjunktur scheinen aktuell leicht Übergewicht zu haben, wodurch die Nachfrage nach Öl geringer ausfallen könnte. Darauf gilt es zu achten. Was machen die US-Zinsen, und was machen die Konjunktur-Indikatoren? Wie gesagt. Gefühlt haben die Konjunkturängste ganz aktuell (!) ein wenig mehr Einfluss auf den Ölpreis. Wie immer unser Hinweis: Die Lage kann sich schnell ändern, der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung!

Fracking-Anlage in den USA - Ölpreis derzeit im Chaos-Modus
Ein Arbeiter vor Pumpanlagen für Öl-Fracking in den USA. Foto: Joshua Doubek CC BY-SA 3.0

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