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Märkte

Ölpreis im Fegefeuer der Argumente: Long oder Short?

Claudio Kummerfeld

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am

Wohin mit dem Ölpreis? Momentan haben wir weder Fisch noch Fleisch. Der Terminmarkt schwimmt im Fegefeuer der Argumente. So melodramatisch möchten wir es mal ausdrücken. Soll man Long oder Short gehen, oder auf einen Ausbruch in die eine oder andere Richtung warten? Eines ist gewiss: Wer in WTI oder Brent momentan mit relativ engen Stopps arbeitet, wird seit Tagen ständig rausfliegen, und sich schon kurz danach wutentbrannt aufregen, dass der Kurs doch wieder in seine Richtung gedreht ist.

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Ölpreis nur hin und her

Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 11. Januar. Was halten wir davon? Richtig, gar nichts. Für Trader ist es ein grauenhafter Chart, es sei denn man ist Tick-Trader, extrem kurzfristig ausgerichtet auf wenige Minuten oder Stunden. Aber auch dann ist die Lage im Öl derzeit extrem schwer. WTI hat seit dem 11. Januar eine Spanne von maximal 5 Dollar. Aber im Kern war die Spanne meistens viel kleiner, eher bei 2 Dollar rauf und runter.

Long oder short – die Argumente

Aktuell spricht einiges für steigende Preise. So gibt es konkrete Anzeichen, dass die OPEC ihre Mengenkürzung im April verlängern wird. So berichtet es aktuell die angesehene Öl-Expertin Amena Bakr. Das würde bedeuten, dass noch länger 1,2 Millionen Barrels pro Tag vom OPEC-Angebot dem Weltmarkt entzogen bleibt. Und zuletzt ist auch die Anzahl aktiver Öl-Bohrstellen in den USA spürbar gesunken. Heute Abend gibt es die neueste Veröffentlichung zu dieser Zahl. Ein weiterer Rückgang könnte dem Ölpreis nach oben helfen. Und da wäre eine mögliche Eskalation der Lage in Venezuela, die noch mehr Öl-Knappheit bringen und den Preis pushen könnte.

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Auf der anderen Seite stehen die konkreten Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung. Gerade in Europa haben sich die ganze Woche über konkrete Konjunkturdaten und Aussichten angehäuft, die alle auf eine spürbare Abkühlung der Konjunktur hindeuten. Weniger wirtschaftliche Aktivität bedeutet auch folgerichtig weniger Bedarf an Öl. Das könnte den Ölpreis weiter nach unten drücken. Weniger Nachfrage nach Öl bedeutet weniger Kaufdruck am Terminmarkt.

Still halten bis sich etwas tut?

Diese Argumente für einen steigenden und einen fallenden Ölpreis kollidieren seit Tagen, und der Markt weiß momentan nicht wohin. Wäre es für Öl-Trader momentan vielleicht klüger abzuwarten, bis es eine klare Richtungsentscheidung gibt? In den letzten Wochen hatten wir uns schon mehrfach dazu geäußert, dass charttechnisch der Weg nach oben recht gut aussieht, weil der WTI-Ölpreis Ende Januar die Niveaus von 54,50 Dollar überschritten hatte. Damit scheint der Weg immer noch nach oben frei zu sein. Aber er müsste nun seinen aktuellsten Hochpunkt bei 55,70 Dollar vom Montag überschreiten, damit ein echter Aufwärtsschwung in den Markt kommen kann. Wie immer, alles ohne unser Obligo (der Ölmarkt ist unberechenbar).

Ölpreis WTI seit 11. Januar

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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