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Ölpreis im Fegefeuer des Handelskriegs – nächster Absturz voraus?

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Letzte Woche Donnerstag war der Ölpreis gefallen wie ein Stein. Ein dramatischer Absturz, der im Chart deutlich sichtbar ist (hier WTI-Öl seit 26. Juli). Im Handelskrieg zwischen China und den USA geht es momentan derart schnell zur Sache, dass man fast vergisst, welches Ereignis für welche Kursbewegung verantwortlich ist. Deswegen erwähnen wir diesen Absturz jetzt nochmal. Donald Trump verkündete letzte Woche mal eben via Twitter Strafzölle von 10% auf weitere 300 Milliarden Dollar an chinesischen Importen. Rummmssssss. Das saß. Der WTI-Ölpreis fiel in sehr kurzer Zeit um 2,87 Dollar von 56,47 auf 53,60 Dollar.

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Ölpreis WTI seit 26. Juli

Ölpreis nach dem großen Absturz

Und dann am Freitag folgte eine technische Erholung auf bis zu 55,90 Dollar. Man sieht im Chart aber gut, dass sich der WTI-Ölpreis gestern und heute um die 55 Dollar beruhigen konnte. Durch die massive Intensivierung des Handelskriegs zwischen China und den USA in den letzten zwei Tagen (neue Zölle, Agrar-Importe-Stop, angeblicher Währungskrieg) sind die Aktienmärkte extrem schnell und stark gefallen. Der Dow verlor seit Freitag Abend bis jetzt gut 800 Punkte, der Dax 200 Punkte. Zwischenzeitlich waren die Verluste deutlich höher. Für den Ölmarkt bedeutet diese Unsicherheit vor allem eines: Die globale Nachfrage nach Öl könnte massiv einbrechen, wenn sich der Handelskrieg immer weiter verschärft. Und das ist ja momentan der Fall.

Nächster Absturz steht an?

An dieses Szenario schließt sich die Frage an: Warum ist der Ölpreis gestern und heute nicht mit den Aktienmärkten in den Keller gerauscht? Wer genau hinschaut, sieht, wie WTI-Öl heute Nacht ganz kurz von 55 auf 53,70 Dollar gefallen war. Das konnte der Markt bis heute früh aber schnell wieder ausbügeln auf aktuell 55,11 Dollar. Also erneut die Frage: Sind wir am Ölmarkt momentan im Auge des Hurrikans, und der nächste Absturz steht bevor? 54 Dollar im WTI-Ölpreis könnte man ganz vereinfacht gesagt als Tiefstmarke ansehen. Fällt der Markt darunter, kann er womöglich zügig tiefere Kurse sehen.

Aber man vergesse nicht den massiven Absturz aus letzter Woche. Es kann auch sein, dass sich wichtige Marktteilnehmer sagen: Wir am Ölmarkt haben den Nachfrage-Einbruch für Öl schon letzte Woche eingepreist, deswegen fallen wir jetzt nicht weiter. Welches Szenario eintreten wird? die Lage ist aktuell viel spannender, als der Chart es momentan anzeigt. Man schaue also bitte heute und morgen ganz genau hin. In den letzten beiden Wochen konnten die Öl-Lagerbestände aus den USA den Markt nicht wirklich bewegen, anders als in den Wochen zuvor. Können die API-Bestände heute Abend dennoch einen Impuls geben?

Denkbar ist, dass der Markt wie in den letzten Tagen auch ein politischer Markt bleibt, getrieben durch die impulsiven Maßnahmen von Donald Trump, sowie die chinesischen Reaktionen. Wir halten uns fern von Handelsempfehlungen. Ein weiteres Abrutschen im Ölpreis ist durchaus denkbar, aber es gibt ja nun mal keine Garantien. Und erneut unser Hinweis. Wir predigen es gebetsmühlenartig. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

WTI-Ölpreis im größeren Bild seit Januar
WTI-Ölpreis im größeren Bild seit Januar.

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Indizes

ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Finanznews

Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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Indizes

Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

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Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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