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Märkte

Ölpreis im Fegefeuer des Handelskriegs – nächster Absturz voraus?

Claudio Kummerfeld

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am

Letzte Woche Donnerstag war der Ölpreis gefallen wie ein Stein. Ein dramatischer Absturz, der im Chart deutlich sichtbar ist (hier WTI-Öl seit 26. Juli). Im Handelskrieg zwischen China und den USA geht es momentan derart schnell zur Sache, dass man fast vergisst, welches Ereignis für welche Kursbewegung verantwortlich ist. Deswegen erwähnen wir diesen Absturz jetzt nochmal. Donald Trump verkündete letzte Woche mal eben via Twitter Strafzölle von 10% auf weitere 300 Milliarden Dollar an chinesischen Importen. Rummmssssss. Das saß. Der WTI-Ölpreis fiel in sehr kurzer Zeit um 2,87 Dollar von 56,47 auf 53,60 Dollar.

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Ölpreis WTI seit 26. Juli

Ölpreis nach dem großen Absturz

Und dann am Freitag folgte eine technische Erholung auf bis zu 55,90 Dollar. Man sieht im Chart aber gut, dass sich der WTI-Ölpreis gestern und heute um die 55 Dollar beruhigen konnte. Durch die massive Intensivierung des Handelskriegs zwischen China und den USA in den letzten zwei Tagen (neue Zölle, Agrar-Importe-Stop, angeblicher Währungskrieg) sind die Aktienmärkte extrem schnell und stark gefallen. Der Dow verlor seit Freitag Abend bis jetzt gut 800 Punkte, der Dax 200 Punkte. Zwischenzeitlich waren die Verluste deutlich höher. Für den Ölmarkt bedeutet diese Unsicherheit vor allem eines: Die globale Nachfrage nach Öl könnte massiv einbrechen, wenn sich der Handelskrieg immer weiter verschärft. Und das ist ja momentan der Fall.

Nächster Absturz steht an?

An dieses Szenario schließt sich die Frage an: Warum ist der Ölpreis gestern und heute nicht mit den Aktienmärkten in den Keller gerauscht? Wer genau hinschaut, sieht, wie WTI-Öl heute Nacht ganz kurz von 55 auf 53,70 Dollar gefallen war. Das konnte der Markt bis heute früh aber schnell wieder ausbügeln auf aktuell 55,11 Dollar. Also erneut die Frage: Sind wir am Ölmarkt momentan im Auge des Hurrikans, und der nächste Absturz steht bevor? 54 Dollar im WTI-Ölpreis könnte man ganz vereinfacht gesagt als Tiefstmarke ansehen. Fällt der Markt darunter, kann er womöglich zügig tiefere Kurse sehen.

Aber man vergesse nicht den massiven Absturz aus letzter Woche. Es kann auch sein, dass sich wichtige Marktteilnehmer sagen: Wir am Ölmarkt haben den Nachfrage-Einbruch für Öl schon letzte Woche eingepreist, deswegen fallen wir jetzt nicht weiter. Welches Szenario eintreten wird? die Lage ist aktuell viel spannender, als der Chart es momentan anzeigt. Man schaue also bitte heute und morgen ganz genau hin. In den letzten beiden Wochen konnten die Öl-Lagerbestände aus den USA den Markt nicht wirklich bewegen, anders als in den Wochen zuvor. Können die API-Bestände heute Abend dennoch einen Impuls geben?

Denkbar ist, dass der Markt wie in den letzten Tagen auch ein politischer Markt bleibt, getrieben durch die impulsiven Maßnahmen von Donald Trump, sowie die chinesischen Reaktionen. Wir halten uns fern von Handelsempfehlungen. Ein weiteres Abrutschen im Ölpreis ist durchaus denkbar, aber es gibt ja nun mal keine Garantien. Und erneut unser Hinweis. Wir predigen es gebetsmühlenartig. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

WTI-Ölpreis im größeren Bild seit Januar
WTI-Ölpreis im größeren Bild seit Januar.

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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