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Märkte

Ölpreis im Fokus: Saudis schocken die Märkte – ein großer Kampf beginnt!

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Ölpumpe

Es ist eine Sensation, ein Schock für den Ölpreis und den Gesamtmarkt, der überraschend kommt, und sehr viel verändern wird! Saudi-Arabien schockt aktuell die Kapitalmärkte, und wird damit viele Förderer in Probleme stürzen. Aber bevor wir zu den aktuellen Ereignissen kommen, müssen wir erst einen Schritt zurückgehen, um das Gesamtbild zu verstehen. Letzten Donnerstag einigte sich die OPEC in Wien darauf, dass man zusammen mit seinen externen Partnern (vor allem Russland) die Öl-Förderung um 1,5 Millionen Barrels pro Tag kürzen will – zusätzlich zu den schon bestehenden Kürzungen. Davon sollte die OPEC 1 Mio tragen, und die externen Partner 0,5 Mio. Man wollte mit der deutlichen Kürzung der Fördermenge wieder näher an die schwindende Nachfrage bringen, damit der Ölpreis einen Grund zum Ansteigen hat. Und all das dank dem Coronavirus!

Russland ist der Auslöser eines Riesen-Problems für den Ölpreis

Der Ölpreis fällt schon seit geraumer Zeit, und das massiv! Es ist zu viel Öl auf dem Markt, und das Coronavirus hat die Lage noch deutlich verschärft. Also war es doch eigentlich logisch, dass das Kartell zusammen mit Russland die Angebotsmenge kürzt? Denn schließlich wollen ja alle einen höheren Ölpreis? Und Russland hat sich aber verweigert, was am Freitag den Ölpreis weiter in Bedrängnis brachte! Tja, und wir bei FMW hatten jüngst noch spekuliert, dass Saudi-Arabien in der Not das tun könnte, was man schon oft in der Vergangenheit getan hat, wenn andere große Förderer nicht kürzen wollten. Die Saudis kürzten einfach in Eigenregie mehr Angebotsmenge – also verlor man selbst Umsätze, zum Wohl der anderen Förderer, die sich der Kürzung verweigerten.

Aber aktuelle Berichte von diesem Wochenende zeigen eine Strategie der Saudis, die exakt 180 Grad entgegengesetzt ist zu dem, was man hätte vermuten können als letzte verzweifelte Reaktion. Wie übereinstimmende Berichte von diesem Wochenende zeigen, will Saudi-Aramco (der Staatskonzern, der gerade erst einen winzigen Teil seiner Aktien an die Börse brachte) die Fördermenge für Öl wohl dramatisch hochsetzen, sozusagen den Markt mit noch mehr Angebot überfluten. Zuletzt lag die bekannte Fördermenge der Saudis bei 9,73 Millionen Barrels pro Tag. Und nun will man ab April offenbar weit über 10 Millionen Barrels gehen. Sogar Volumen von 12 Millionen Barrels pro Tag stehen als Möglichkeit im Raum. Und das ist nicht alles. Man hat auch verkündet die tatsächlichen Preise für seine Kunden ab April zu senken! Ein Doppelschlag für den Weltmarkt. Fördermenge deutlich raufschrauben und die Endkundenpreise senken! Und das, wo der OPEC-Deal gescheitert ist, und in Kürze andere Förderländer wohl auch wieder mehr fördern dürften. Damit wird die weltweite Angebotsmenge für Öl spürbar erweitert, und der Druck auf den Ölpreis nimmt dramatisch zu! Man hört aktuell in einigen Kommentaren von dem Start des Öl-Kriegs (natürlich ohne richtige Waffen), und dass definitiv Blut fließen werde, wie Zerohedge es aktuell in dramatische Worte packt.

Saudi Arabien geht ALL IN

Profitieren tun alle Öl-Importeure wie die Volkswirtschaften in Europa und China, die nun vermutlich deutlich sinkende Treibstoffpreise erleben werden. Weniger gut ist das natürlich für die Inflationswünsche der EZB! Jetzt kann man sich fragen: Warum tut Saudi-Arabien das? Eigentlich wollte man doch dank Fördermengenkürzungen den Ölpreis zügig hoch pushen? Jetzt genau das Gegenteil zu tun, wirkt unlogisch. Aber denkt man etwas darüber nach, dann kommt man auf den Kniff. Die Saudis gehen ALL IN. Sollte der Ölpreis jetzt weiter deutlich fallen, könnte man damit (eventuell?) Russland doch noch an den Verhandlungstisch bekommen, für koordinierte Senkungen der Fördermengen. Denn auch Russland will sicher nicht unbegrenzt auf Öl-Einnahmen verzichten. Aber ob Russland einknickt – unklar!

Aber noch viel wichtiger ist: Mit diesem Schritt attackieren die Saudis massiv die Fracking-Industrie in den USA. Vor sechs Jahren versuchte man schon einmal die US-Fracker kaputt zu machen. Das misslang. Aber könnte es diesmal funktionieren, falls der Ölpreis nun womöglich kurzfristig richtig übel in den Keller rauschen sollte? Denn Öl über Fracking aus Gestein herauszupressen, ist deutlich kostenintensiver als die Förderung in Russland oder auf der arabischen Halbinsel. Und wie jüngste Berichte zeigen (hier ein interessanter Artikel dazu von Hannes Zipfel vom 27. Februar), geht es der Fracking-Industrie in den USA auch jetzt schon sehr schlecht. Und wenn der Ölpreis nun dank der aktuellen Saudi-Aktion noch weiter fallen sollte, wird die Lage für die Fracker noch düsterer. Das Kalkül der Saudis könnte also sein, einmal extrem kräftig „draufzuhauen“ auf den Ölpreis, damit die Fracker so sehr in den Verlust rutschen, dass sie reihenweise pleite gehen. Damit würde die Fördermenge in den USA sinken, was den Ölpreis nach oben bringen sollte. Wird dieses Szenario diesmal funktionieren, anders als vor sechs Jahren?

Sollte kein Wunder geschehen und Saudi-Arabien wirklich diesen Schritt durchziehen, reißt der schwache Ölpreis tiefe Löcher in ihre Budgets, die seiner Nachbarn, die von Russland – und womöglich treibt man die Fracker in den USA in den Ruin! Und wie gesagt, die Öl-Konsumländer werden sich freuen! Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit April 2019. Es ist seitdem von 65 auf jetzt 41,54 Dollar gefallen! Wo er heute Nacht eröffnen wird – Augen auf! Der Aktienkurs von Saudi-Aramco fällt in Saudi-Arabien übrigens schon heuet am Sonntag erstmals unter den IPO-Preis. Bei Aljazeera ist aktuell davon die Rede, dass die Saudis nun weg gehen von einer preisorientierten Strategie, und umschwenken auf eine Strategie, bei der es darum geht die Weltmarktanteile wieder auszubauen. Tja, wie gesagt… hierbei geht es offenkundig darum vor allem die Fracker platt zu machen.

WTI Ölpreis seit April 2019

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    8. März 2020 16:58 at 16:58

    Na da wird aber der Hr. Präsident Trump viel Freude mit seinen Freunden haben!

    • Avatar

      Lausi

      9. März 2020 02:37 at 02:37

      Lol – jetzt kommt es aber für Trumpyboy knüppelhart. Ich freue mich schon auf
      Rumpelstilzchen! :-)

  2. Avatar

    Prognosti

    8. März 2020 19:08 at 19:08

    Jetzt hat DT seinen gewünschten tiefen Ölpreieis u.die tiefen Zinsen.Den Beipackzettel hat er nicht gelesen.Denn die Nebenwirkungen dieser Medizin ,konkursite Frackerfirmen u.die kollabierenden Bankaktien werden seinem so geliebten DOW Jones nicht gut tun.
    Wenn das Kartenhaus nur zweistöckig wäre, könnte man es stabilisieren, aber es war auf Sand ( Kredit) gebaut u.vielzu hoch. Jetzt brauchte es nur noch DEN BERÜHMTEN FLÜGELSCHLAG EINES SCHMETTERLINGS in Person von Corona.
    Die Corona -Baisse wird als Karrierekiller des GröPaZ in die Geschichte eingehen.Jetzt kann der talentierte
    Wissenschafter noch ein Studium nachholen.

  3. Avatar

    Axel

    8. März 2020 19:46 at 19:46

    Kann Trump das zulassen? Werden die Amis dann weiterhin die Schutzmacht der Saudis sein? Oder versprechen sie im Gegenzug mehr Waffen zu kaufen?
    Könen die Saudis die Amis erpressen und sich vom Petrodollar System emanzipieren?
    Könnte spannend werden…

  4. Avatar

    b.com

    8. März 2020 20:46 at 20:46

    Ob sich das der Ami gefallen lassen wird?(Frackingkosten), die Russen werden es verkraften können, Seit ..:.. Uhr wird zurückgeschossen!

  5. Avatar

    Hannes Zipfel

    8. März 2020 23:10 at 23:10

    An der CME-Globex hat der Ölpreis (WTI) soeben mit -25 Prozent eröffnet. Ein Barrel kostet aktuell nur noch 31 USD/bbl (Schlusskurs am Freitag: 41,32 USD/bbl). Der Wochenauftakt verspricht eine spannende Handelswoche.

  6. Avatar

    Hesterbär

    9. März 2020 05:42 at 05:42

    Rohöl WTI hat innerhalb von wenigen Stunden 34% verloren. Was für ein günstiger Einkaufspreis. Da muss man ja zuschlagen. Wahnsinn, ich erinnere mich nicht daran, so etwas schon einmal erlebt zu haben.

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Gold/Silber

Goldpreis – jetzt aufwachen!

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Ein Stapel Barren aus Gold

Nachdem Markus Fugmann im Marktgeflüster am Freitag auf die Schwäche im Goldpreis eingegangen ist, möchte ich die Edelmetalle aus charttechnischer Sicht unter die Lupe nehmen.

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Goldpreis – der Trend ist intakt, kurzfristige Schwäche nutzen

Im langfristigen Chartbild befindet sich der Goldpreis weiterhin im Aufwärtstrend. Die wichtigsten Unterstützungen liegen zwischen 1.670 bis 1.800 USD. Denn solange sich der Goldpreis über diesem Niveau aufhält, können wir weiterhin von einem langfristig starken Markt sprechen. Erst bei Kursen unter diesem Auffangniveau trübt sich meine bislang bullische Stimmung ein. Denn je tiefer der Goldpreis fällt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Trendfortsetzung mit neuen Höchstständen.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf mit Charttechnik

Entsprechend gilt es jetzt auf Zeichen einer Bodenbildung zu achten. Für eine langfristige Positionierung ist ein gestaffelter Einstieg im aktuell angelaufenen Unterstützungsniveau sehr interessant.

Silberpreis steuert wichtige Unterstützung an

Im Silberpreis wurde das letzte Verlaufstief vom 24. September 2020 bislang nicht unterschritten. Die Chancen stehen aktuell auch gar nicht so schlecht, dass diese Unterstützung auch der aktuellen Verkaufswelle standhält. Denn aus technischer Sicht dürften die aktuellen Verkäufer zwischen 19,00 und 22,00 USD auf eine Wand an Kauforders treffen. Seit 2014 hat sich der Silberpreis an diesem Niveau den Kopf gestoßen. Nach dem Ausbruch im Juli, ist dieser alte Widerstand zu einer sehr markanten Unterstützung geworden.

Chart zeigt Silberpreis-Verlauf

Minenaktien – der Hebel zum Goldpreis

Schauen Sie sich auch das Video an und erfahren, welche Minenaktien aktuell einen näheren Blick wert sind!

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Gold/Silber

Rüdiger Born über den aktuellen Gold-Absturz – wie tief geht es noch runter?

Rüdiger Born

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Gold im Crash! Aktuell geht der Kurs durch alle Unterstützungen: zunächst die 1850er Marke aus dem September, nun auch die 1800 der letzten Tage. Und das auch noch beschleunigt! Gibt es kein Halten mehr? Auf was man sich einstellen muss und wie man als Marktteilnehmer hier möglichst frühzeitig den nächsten Schritt erkennen kann, zeige ich in diesem Beitrag.

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