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Ölpreis im Fokus: Saudis schocken die Märkte – ein großer Kampf beginnt!

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Beispielbild einer Ölpumpe

Es ist eine Sensation, ein Schock für den Ölpreis und den Gesamtmarkt, der überraschend kommt, und sehr viel verändern wird! Saudi-Arabien schockt aktuell die Kapitalmärkte, und wird damit viele Förderer in Probleme stürzen. Aber bevor wir zu den aktuellen Ereignissen kommen, müssen wir erst einen Schritt zurückgehen, um das Gesamtbild zu verstehen. Letzten Donnerstag einigte sich die OPEC in Wien darauf, dass man zusammen mit seinen externen Partnern (vor allem Russland) die Öl-Förderung um 1,5 Millionen Barrels pro Tag kürzen will – zusätzlich zu den schon bestehenden Kürzungen. Davon sollte die OPEC 1 Mio tragen, und die externen Partner 0,5 Mio. Man wollte mit der deutlichen Kürzung der Fördermenge wieder näher an die schwindende Nachfrage bringen, damit der Ölpreis einen Grund zum Ansteigen hat. Und all das dank dem Coronavirus!

Russland ist der Auslöser eines Riesen-Problems für den Ölpreis

Der Ölpreis fällt schon seit geraumer Zeit, und das massiv! Es ist zu viel Öl auf dem Markt, und das Coronavirus hat die Lage noch deutlich verschärft. Also war es doch eigentlich logisch, dass das Kartell zusammen mit Russland die Angebotsmenge kürzt? Denn schließlich wollen ja alle einen höheren Ölpreis? Und Russland hat sich aber verweigert, was am Freitag den Ölpreis weiter in Bedrängnis brachte! Tja, und wir bei FMW hatten jüngst noch spekuliert, dass Saudi-Arabien in der Not das tun könnte, was man schon oft in der Vergangenheit getan hat, wenn andere große Förderer nicht kürzen wollten. Die Saudis kürzten einfach in Eigenregie mehr Angebotsmenge – also verlor man selbst Umsätze, zum Wohl der anderen Förderer, die sich der Kürzung verweigerten.

Aber aktuelle Berichte von diesem Wochenende zeigen eine Strategie der Saudis, die exakt 180 Grad entgegengesetzt ist zu dem, was man hätte vermuten können als letzte verzweifelte Reaktion. Wie übereinstimmende Berichte von diesem Wochenende zeigen, will Saudi-Aramco (der Staatskonzern, der gerade erst einen winzigen Teil seiner Aktien an die Börse brachte) die Fördermenge für Öl wohl dramatisch hochsetzen, sozusagen den Markt mit noch mehr Angebot überfluten. Zuletzt lag die bekannte Fördermenge der Saudis bei 9,73 Millionen Barrels pro Tag. Und nun will man ab April offenbar weit über 10 Millionen Barrels gehen. Sogar Volumen von 12 Millionen Barrels pro Tag stehen als Möglichkeit im Raum. Und das ist nicht alles. Man hat auch verkündet die tatsächlichen Preise für seine Kunden ab April zu senken! Ein Doppelschlag für den Weltmarkt. Fördermenge deutlich raufschrauben und die Endkundenpreise senken! Und das, wo der OPEC-Deal gescheitert ist, und in Kürze andere Förderländer wohl auch wieder mehr fördern dürften. Damit wird die weltweite Angebotsmenge für Öl spürbar erweitert, und der Druck auf den Ölpreis nimmt dramatisch zu! Man hört aktuell in einigen Kommentaren von dem Start des Öl-Kriegs (natürlich ohne richtige Waffen), und dass definitiv Blut fließen werde, wie Zerohedge es aktuell in dramatische Worte packt.

Saudi Arabien geht ALL IN

Profitieren tun alle Öl-Importeure wie die Volkswirtschaften in Europa und China, die nun vermutlich deutlich sinkende Treibstoffpreise erleben werden. Weniger gut ist das natürlich für die Inflationswünsche der EZB! Jetzt kann man sich fragen: Warum tut Saudi-Arabien das? Eigentlich wollte man doch dank Fördermengenkürzungen den Ölpreis zügig hoch pushen? Jetzt genau das Gegenteil zu tun, wirkt unlogisch. Aber denkt man etwas darüber nach, dann kommt man auf den Kniff. Die Saudis gehen ALL IN. Sollte der Ölpreis jetzt weiter deutlich fallen, könnte man damit (eventuell?) Russland doch noch an den Verhandlungstisch bekommen, für koordinierte Senkungen der Fördermengen. Denn auch Russland will sicher nicht unbegrenzt auf Öl-Einnahmen verzichten. Aber ob Russland einknickt – unklar!

Aber noch viel wichtiger ist: Mit diesem Schritt attackieren die Saudis massiv die Fracking-Industrie in den USA. Vor sechs Jahren versuchte man schon einmal die US-Fracker kaputt zu machen. Das misslang. Aber könnte es diesmal funktionieren, falls der Ölpreis nun womöglich kurzfristig richtig übel in den Keller rauschen sollte? Denn Öl über Fracking aus Gestein herauszupressen, ist deutlich kostenintensiver als die Förderung in Russland oder auf der arabischen Halbinsel. Und wie jüngste Berichte zeigen (hier ein interessanter Artikel dazu von Hannes Zipfel vom 27. Februar), geht es der Fracking-Industrie in den USA auch jetzt schon sehr schlecht. Und wenn der Ölpreis nun dank der aktuellen Saudi-Aktion noch weiter fallen sollte, wird die Lage für die Fracker noch düsterer. Das Kalkül der Saudis könnte also sein, einmal extrem kräftig „draufzuhauen“ auf den Ölpreis, damit die Fracker so sehr in den Verlust rutschen, dass sie reihenweise pleite gehen. Damit würde die Fördermenge in den USA sinken, was den Ölpreis nach oben bringen sollte. Wird dieses Szenario diesmal funktionieren, anders als vor sechs Jahren?

Sollte kein Wunder geschehen und Saudi-Arabien wirklich diesen Schritt durchziehen, reißt der schwache Ölpreis tiefe Löcher in ihre Budgets, die seiner Nachbarn, die von Russland – und womöglich treibt man die Fracker in den USA in den Ruin! Und wie gesagt, die Öl-Konsumländer werden sich freuen! Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit April 2019. Es ist seitdem von 65 auf jetzt 41,54 Dollar gefallen! Wo er heute Nacht eröffnen wird – Augen auf! Der Aktienkurs von Saudi-Aramco fällt in Saudi-Arabien übrigens schon heuet am Sonntag erstmals unter den IPO-Preis. Bei Aljazeera ist aktuell davon die Rede, dass die Saudis nun weg gehen von einer preisorientierten Strategie, und umschwenken auf eine Strategie, bei der es darum geht die Weltmarktanteile wieder auszubauen. Tja, wie gesagt… hierbei geht es offenkundig darum vor allem die Fracker platt zu machen.

WTI Ölpreis seit April 2019

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    8. März 2020 16:58 at 16:58

    Na da wird aber der Hr. Präsident Trump viel Freude mit seinen Freunden haben!

    • Avatar

      Lausi

      9. März 2020 02:37 at 02:37

      Lol – jetzt kommt es aber für Trumpyboy knüppelhart. Ich freue mich schon auf
      Rumpelstilzchen! :-)

  2. Avatar

    Prognosti

    8. März 2020 19:08 at 19:08

    Jetzt hat DT seinen gewünschten tiefen Ölpreieis u.die tiefen Zinsen.Den Beipackzettel hat er nicht gelesen.Denn die Nebenwirkungen dieser Medizin ,konkursite Frackerfirmen u.die kollabierenden Bankaktien werden seinem so geliebten DOW Jones nicht gut tun.
    Wenn das Kartenhaus nur zweistöckig wäre, könnte man es stabilisieren, aber es war auf Sand ( Kredit) gebaut u.vielzu hoch. Jetzt brauchte es nur noch DEN BERÜHMTEN FLÜGELSCHLAG EINES SCHMETTERLINGS in Person von Corona.
    Die Corona -Baisse wird als Karrierekiller des GröPaZ in die Geschichte eingehen.Jetzt kann der talentierte
    Wissenschafter noch ein Studium nachholen.

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    Axel

    8. März 2020 19:46 at 19:46

    Kann Trump das zulassen? Werden die Amis dann weiterhin die Schutzmacht der Saudis sein? Oder versprechen sie im Gegenzug mehr Waffen zu kaufen?
    Könen die Saudis die Amis erpressen und sich vom Petrodollar System emanzipieren?
    Könnte spannend werden…

  4. Avatar

    b.com

    8. März 2020 20:46 at 20:46

    Ob sich das der Ami gefallen lassen wird?(Frackingkosten), die Russen werden es verkraften können, Seit ..:.. Uhr wird zurückgeschossen!

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    Hannes Zipfel

    8. März 2020 23:10 at 23:10

    An der CME-Globex hat der Ölpreis (WTI) soeben mit -25 Prozent eröffnet. Ein Barrel kostet aktuell nur noch 31 USD/bbl (Schlusskurs am Freitag: 41,32 USD/bbl). Der Wochenauftakt verspricht eine spannende Handelswoche.

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    Hesterbär

    9. März 2020 05:42 at 05:42

    Rohöl WTI hat innerhalb von wenigen Stunden 34% verloren. Was für ein günstiger Einkaufspreis. Da muss man ja zuschlagen. Wahnsinn, ich erinnere mich nicht daran, so etwas schon einmal erlebt zu haben.

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Finanznews

Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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Indizes

Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

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Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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Märkte

Ölpreis im Aufwärtsrausch – die große Wette auf Montag

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Öl-Pumpe Beispielfoto

Der Ölpreis steigt, und steigt, und steigt – zumindest bis 14:30 Uhr! Seit gestern wird die Wette auf die große globale Fördermengenkürzung beim Öl immer konkreter. Donald Trump tweetete über eine Summe von 10 Millionen Barrels Fördermengekürzung, ohne zu sagen wer denn wie viel kürzen soll. Alle zusammen, oder nur Saudis und Russen? Heute nahmen die Gerüchte und Berichte zu (wir berichteten). Die OPEC plant für Montag eine Online-Konferenz – nicht nur mit ihren eigenen Mitgliedern und Russland. Am besten soll wohl der ganze Planet teilnehmen, damit eine möglichst breite Allianz zustande kommt, um über weniger Förderung den Ölpreis zu pushen.

Ölpreis haussiert vor Wochenende

Startete die Blitz-Hausse im Ölpreis gestern bei unter 22 Dollar im WTI-Öl, so lag der Markt heute Vormittag bei 25 Dollar. Bis heute um 14:30 Uhr erreichte der Ölpreis mit 28,53 Dollar seinen Höhepunkt. Es ist wohl kein Zufall, dass der Markt genau ab diesem Zeitpunkt gedreht hat, so dass der Kurs jetzt wieder bei 26,41 Dollar liegt (Chartverlauf seit dem 24. März). Das ist immer noch ein kräftiger Gewinn seit gestern, aber ein spürbarer Rückgang vom Hoch. Um 14:30 Uhr wurden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die dramatisch schlechter ausfielen als erwartet. Das drückt auf die Konjunkturaussichten. Je mieser die Konjunktur, desto mieser die Nachfrage nach Öl.

Die OPEC-Wette auf Montag

Nun läuft die Wette auf Montag! Dann will die OPEC ihre Online-Konferenz abhalten. Aktuelle Berichte zeigen, dass Russland womöglich bereit ist für die Teilnahme an einer großen koordinierten Kürzung – wenn Saudis und die USA mitmachen. Und da wird es knifflig. Donald Trump kann den privaten Öl-Unternehmen in den USA gar keine Anordnung erteilen, dass sie ihre Fördermengen kürzen sollen. Höchstens könnten Industrieverbände Absichtserklärungen aussprechen. Die Gerüchteküche brodelt derzeit. Was Montag passiert, weiß niemand. Es könnte in einem Desaster enden, weil keine Einigung zustande kommt.

Es könnte Absichtserklärungen geben, oder eine Einigung für Fördermengenkürzungen, die am Markt als zu gering erachtet werden. Es gibt also jede Menge Risikofaktoren für den Ölpreis bis Montag. Will man ihn weiter steigen lassen, dann müssten wohl schon große Hausnummern vereinbart werden. Zum Beispiel die bereits genannten -10 Millionen Barrels pro Tag, oder mehr? Die Wette läuft. Wer übers Wochenende long im Öl bleibt, hofft auf eine tolle Einigung am Montag. Von dieser Hoffnung ist nun aber einiges bereits berücksichtigt im Ölpreis, der seit gestern  knapp fünf Dollar zugelegt hat.

Verlauf im Ölpreis seit dem 24. März

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