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Märkte

Ölpreis im Niemandsland – Trump entspannt, Donnerstag Hopp oder Top!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe Beispielfoto

Der Ölpreis bewegt sich nach starken Bewegungen die letzten Tage seit gestern Abend in einer Art Niemandsland. Gestern verlor der Ölpreis direkt nach Markteröffnung nach dem Wochenende mehr als 13 Prozent. Denn da wurde bekannt, dass die für Montag geplante Online-Konferenz der OPEC auf Donnerstag verschoben wurde. Aber dann gestern früh sprang der Ölpreis gleich wieder hoch, als der Chef des russischen Staatsfonds sagte, Russland und Saudi-Arabien seien sehr nahe dran an einem Deal zur Kürzung der Öl-Fördermenge.

Ölpreis bewegt sich nicht – die Ruhe vor dem Sturm?

Und heute hängt der Markt im Niemandsland mit einem WTI-Ölpreis bei aktuell 26,22 Dollar. Der Höhepunkt lag Freitag Abend bei 29 Dollar, aber noch letzten Mittwoch notierte WTI bei 20 Dollar. Was für ein Markt! Noch 48 Stunden bis zur Konferenz aus OPEC-Staaten, Russland und zahlreichen weiteren Förderländern. Aber wie auch bei richtigen OPEC-Treffen werden die Claims wohl schon vorher abgesteckt. Nach wie vor scheint es so zu sein, dass Russen und Saudis ihre Kürzungen davon abhängig machen, ob die USA überhaupt mit an Bord sind. Aber wie wir es die letzten Tage schon besprochen haben – das ist die Quadratur des Kreises.

Denn die US-Regierung kann gar keine Zusage zu Kürzungen der USA geben, weil die Förderunternehmen in den USA privatwirtschaftlich betrieben werden. Wie lautet die Lösung von Donald Trump? Jüngst darauf angesprochen sagte er, dass die Unternehmen ja bereits kürzen würden. Und er glaube die Kürzung in den USA geschehe automatisch, wegen dem niedrigen Ölpreis, so Trumps entspannter Kommentar. Eine koordinierte und dokumentierte Kürzung in den USA wird wohl nicht zustandekommen, auf die man sich bei der OPEC wirklich monatelang verlassen kann. Und offenbar haben die USA noch gar keine Zusage zum Online-Meeting am Donnerstag gegeben. Also, die Lage bleibt verdammt wacklig.

Donnerstag Hopp oder Top

Ein Analyst spricht aktuell von um die 10 Millionen Barrels pro Tag an zu kürzender Fördermenge, die im aktuellen Ölpreis schon berücksichtigt sei. Geht man danach, würden alle Kürzungsmengen unter 10 Mio wohl zu einem fallenden Ölpreis führen, weil der Markt enttäuscht dann enttäuscht wäre? Die Expertin Amena Bakr ist nun wirklich ganz nah dran an den Mitgliedsländern der OPEC. Sie hat sogar auf Twitter eine Onlineumfrage ins Leben gerufen für ihre Follower, ob es Donnerstag einen Deal geben wird, oder nicht. So unsicher ist die Lage derzeit!

Hopp oder Top. Laut russischen Medien gibt es auch heute noch keine Einigung zwischen Russland und Saudi-Arabien. Und ja, nochmal… die OPEC will ihre Kürzungsmenge laut aktuellen Berichten offenbar davon abhängig machen, wie viel externe Länder wie die USA, Kanada etc kürzen werden. Das kann noch spannend werden. Gibt es eine Enttäuschung, kann der Ölpreis kräftig abstürzen. Amena Bakr meint, dass die Russen und Saudis verstehen würden, dass die USA zwar nichts Schriftliches geben könnten, aber dass die Förderung in den USA deutlich sinke. Somit könne es ein Verständnis dafür geben, dass die USA an Bord sind bei den Kürzungen, ganz ohne offizielle Zusage.

Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank meint heute zum Thema Öl, dass die Erwartung einer Reduzierung um 10 bis 15 Millionen Barrels pro Tag nun meist nahe der 30-Dollar-Marke eingepreist werde. Daher könnten der jüngst zurückgekommene Ölpreis den Öl-Händlern im Vorfeld des OPEC+-Treffens interessante Kaufgelegenheiten bieten. Wenn die Russland und Saudi-Arabien den Markt jedoch nicht mit einer größeren Produktionsdrosselung überraschen, könnte sich der Preis für WTI in der Nähe oder unter der 30 Dollar-Marke einpendeln, bis die Nachfrage nach Öl wieder anzieht, so Ipek Ozkardeskaya.

Ölpreis Verlauf seit letztem Mittwoch
WTI Ölpreis seit letztem Mittwoch.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Scheer

    7. April 2020 16:44 at 16:44

    Gute Analyse, Danke.
    Die Amerikaner wollen den Preis diktieren und bei nichtgelingen entsprechend die Daumenschrauben ala Sanktionen ansetzen.
    Doch ein wichtiger Faktor ist hierbei nicht einbezogen worden: Selbst wenn die Amerikaner die Sanktionen einführen und den Preis stabil halten wollen, wird sich das billige Öl wie ein Stimulusprogramm auf den Rest der Welt auswirken. Wobei die Amerikaner das Nachsehen haben werden.

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Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

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