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Ölpreis im Niemandsland – Trump entspannt, Donnerstag Hopp oder Top!

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Öl-Pumpe Beispielfoto

Der Ölpreis bewegt sich nach starken Bewegungen die letzten Tage seit gestern Abend in einer Art Niemandsland. Gestern verlor der Ölpreis direkt nach Markteröffnung nach dem Wochenende mehr als 13 Prozent. Denn da wurde bekannt, dass die für Montag geplante Online-Konferenz der OPEC auf Donnerstag verschoben wurde. Aber dann gestern früh sprang der Ölpreis gleich wieder hoch, als der Chef des russischen Staatsfonds sagte, Russland und Saudi-Arabien seien sehr nahe dran an einem Deal zur Kürzung der Öl-Fördermenge.

Ölpreis bewegt sich nicht – die Ruhe vor dem Sturm?

Und heute hängt der Markt im Niemandsland mit einem WTI-Ölpreis bei aktuell 26,22 Dollar. Der Höhepunkt lag Freitag Abend bei 29 Dollar, aber noch letzten Mittwoch notierte WTI bei 20 Dollar. Was für ein Markt! Noch 48 Stunden bis zur Konferenz aus OPEC-Staaten, Russland und zahlreichen weiteren Förderländern. Aber wie auch bei richtigen OPEC-Treffen werden die Claims wohl schon vorher abgesteckt. Nach wie vor scheint es so zu sein, dass Russen und Saudis ihre Kürzungen davon abhängig machen, ob die USA überhaupt mit an Bord sind. Aber wie wir es die letzten Tage schon besprochen haben – das ist die Quadratur des Kreises.

Denn die US-Regierung kann gar keine Zusage zu Kürzungen der USA geben, weil die Förderunternehmen in den USA privatwirtschaftlich betrieben werden. Wie lautet die Lösung von Donald Trump? Jüngst darauf angesprochen sagte er, dass die Unternehmen ja bereits kürzen würden. Und er glaube die Kürzung in den USA geschehe automatisch, wegen dem niedrigen Ölpreis, so Trumps entspannter Kommentar. Eine koordinierte und dokumentierte Kürzung in den USA wird wohl nicht zustandekommen, auf die man sich bei der OPEC wirklich monatelang verlassen kann. Und offenbar haben die USA noch gar keine Zusage zum Online-Meeting am Donnerstag gegeben. Also, die Lage bleibt verdammt wacklig.

Donnerstag Hopp oder Top

Ein Analyst spricht aktuell von um die 10 Millionen Barrels pro Tag an zu kürzender Fördermenge, die im aktuellen Ölpreis schon berücksichtigt sei. Geht man danach, würden alle Kürzungsmengen unter 10 Mio wohl zu einem fallenden Ölpreis führen, weil der Markt enttäuscht dann enttäuscht wäre? Die Expertin Amena Bakr ist nun wirklich ganz nah dran an den Mitgliedsländern der OPEC. Sie hat sogar auf Twitter eine Onlineumfrage ins Leben gerufen für ihre Follower, ob es Donnerstag einen Deal geben wird, oder nicht. So unsicher ist die Lage derzeit!

Hopp oder Top. Laut russischen Medien gibt es auch heute noch keine Einigung zwischen Russland und Saudi-Arabien. Und ja, nochmal… die OPEC will ihre Kürzungsmenge laut aktuellen Berichten offenbar davon abhängig machen, wie viel externe Länder wie die USA, Kanada etc kürzen werden. Das kann noch spannend werden. Gibt es eine Enttäuschung, kann der Ölpreis kräftig abstürzen. Amena Bakr meint, dass die Russen und Saudis verstehen würden, dass die USA zwar nichts Schriftliches geben könnten, aber dass die Förderung in den USA deutlich sinke. Somit könne es ein Verständnis dafür geben, dass die USA an Bord sind bei den Kürzungen, ganz ohne offizielle Zusage.

Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank meint heute zum Thema Öl, dass die Erwartung einer Reduzierung um 10 bis 15 Millionen Barrels pro Tag nun meist nahe der 30-Dollar-Marke eingepreist werde. Daher könnten der jüngst zurückgekommene Ölpreis den Öl-Händlern im Vorfeld des OPEC+-Treffens interessante Kaufgelegenheiten bieten. Wenn die Russland und Saudi-Arabien den Markt jedoch nicht mit einer größeren Produktionsdrosselung überraschen, könnte sich der Preis für WTI in der Nähe oder unter der 30 Dollar-Marke einpendeln, bis die Nachfrage nach Öl wieder anzieht, so Ipek Ozkardeskaya.

Ölpreis Verlauf seit letztem Mittwoch
WTI Ölpreis seit letztem Mittwoch.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Scheer

    7. April 2020 16:44 at 16:44

    Gute Analyse, Danke.
    Die Amerikaner wollen den Preis diktieren und bei nichtgelingen entsprechend die Daumenschrauben ala Sanktionen ansetzen.
    Doch ein wichtiger Faktor ist hierbei nicht einbezogen worden: Selbst wenn die Amerikaner die Sanktionen einführen und den Preis stabil halten wollen, wird sich das billige Öl wie ein Stimulusprogramm auf den Rest der Welt auswirken. Wobei die Amerikaner das Nachsehen haben werden.

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Finanznews

Aktienmärkte: Das Ziel ist erreicht! Marktgeflüster (Video)

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Der Leitindex der weltweiten Aktienmärkte, der S&P 500, ist nicht nur über die symbolisch wichtige 3000er-Marke gestiegen, sondern ist auch punkgenau an die Hochs aus Juli und September 2019 (damals Allzeithochs), während der Nasdaq sein Abwärts-Gap aus dem Februar punktgenau geschlossen hat. Man könnte also charttechnisch sagen: die Aktienmärkte haben ihr Ziel erreicht – wohl nicht ganz zufällig prallten sowohl S&P 500 als auch der Nasdaq von diesen Niveaus wieder ab. Donald Trump heute wieder mit einem euphorischen Tweet über die Märkte (in der Vergangenheit kein so guter Indikator), während die Spannungen zwischen den USA und China weiter zunehmen. Geht die Rally der Aktienmärkte dennoch weiter?

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Anleihen

Deutschland verkauft Schulden – Investoren mit Nachfrage-Explosion!

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Geldmünzen und Scheine

Ja, so was sieht man nicht oft. Deutschland hat heute neue Schulden verkauft, und die Nachfrage… die war so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Fast schon unfassbar. Der deutsche Staat hat heute zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von 0,00 Prozent verkauft. Die Negativrendite der Emission lag bei -0,66 Prozent (vorher -0,68 Prozent). Angeboten hatte der Bund ein Emissionsvolumen von 5 Milliarden Euro. Die Finanzagentur Deutschland GmbH, die für Bundesfinanzminister Olaf Scholz das Anleihemanagement durchführt, zeigt in ihren frisch veröffentlichten Details zu dieser Emission, dass die Nachfrage bei unglaublichen 13,26 Milliarden Euro lag!

Tja, wenn man eh weiß, dass die EZB sowieso den ganzen Markt aufkauft (vereinfacht ausgedrückt), wo ist da noch das Risiko für Investoren? Außerdem ist Deutschland eh der solventeste Schuldner? Aber halt. Mit -0,66 Prozent Rendite macht der institutionelle Anleger mehr Verlust, als wenn er sein überschüssiges Geld auf einem Bankkonto parken würde, wo er zwar auch Negativzinsen auf große Einlagen zahlt, aber noch nicht -0,66 Prozent. Also warum dieser Ansturm auf diese Bundesschatzanweisungen?

Die Anleger könnten darauf spekulieren, dass in Zeiten von Gelddrucken, Coronakrise und Staatsschulden-Orgien die Rendite-Niveaus der Anleihen jetzt weiter, weiter, und noch weiter ins Negative rutschen. Weiter sinkende Renditen bedeuten automatisch immer weiter steigende Anleihekurse. Wer also jetzt in die Auktion stürmt, hofft auf einen höheren Verkaufskurs seiner Anleihe in einigen Tage, Wochen, oder Monaten.

Der deutsche Staat macht wie seit Jahren so richtig kräftig Kasse mit seinen Emissionen. Von wegen Haushaltsdisziplin oder sparsame Finanzminister Schäuble und Scholz. Die guten Herren verdienen ihr Geld durch den Verkauf neuer Schulden. Geld im Schlaf verdienen sozusagen – das kann jeder! In diesem Fall, bei dieser einzelnen Transaktion, ist mal wieder eine beträchtliche Gewinnsumme angefallen. Bei 5 Milliarden Euro Angebot hat der Bund tatsächlich 4,07 Milliarden Euro verkauft. 930 Millionen Euro gingen in die Marktpflegequote – damit wird der laufende Anleihehandel nach der Emission liquide gehalten.

Bei 4,07 Milliarden Euro Nominalwert muss exakt diese Summe in zwei Jahren an die Inhaber der Papiere zurückgezahlt werden. Zu einem heutigen Emissionskurs von 101,35 Prozent wurden sie aber heute über Nominalwert verkauft, wodurch die Negativrendite für die Anleger entsteht. Daher hat der Bund heute tatsächlich 4,125 Milliarden Euro eingenommen, und per sofort einen Gewinn in Höhe von 55 Millionen Euro eingestrichen. Summiert man alle Emissionen der letzten Jahre mit Negativrenditen zusammen, entstehen da Milliarden-Gewinne, nur durch den Verkauf neuer Anleihen! Die Zeche zahlen tun diejenigen, die solche Anleihen nicht zum Zweck der Kursgewinne halten, sondern weil sie es zum Beispiel als Fonds oder Pensionskasse oder Rentenversicherung per Satzung tun müssen, nämlich “sichere Anleihen” im Portfolio halten.

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Indizes

Rüdiger Born: Gute Laune im Dax, Nasdaq vor neuem Allzeithoch?

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Die Long-Seite im Dax sieht gut aus. Die aktuelle Lage bespreche ich im folgenden Video direkt am Chart. Für den Nasdaq will ich ein mögliches neues Allzeithoch ansprechen. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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