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Märkte

Ölpreis kräftig eingebrochen – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis (WTI) ist in den letzten drei Wochen nun um 10 Dollar gefallen von 76 auf 66 Dollar. Überaus beeindruckend war aber der gestrige Abrutscher von 69,50 Dollar gestern früh bis auf 66 Dollar gestern 18 Uhr deutscher Zeit. Bis jetzt hat der Ölpreis dieses Niveau gehalten (jetzt 66,33 Dollar).

Der Grund: Die gestrige Lage am Aktienmarkt (schneller kräftiger Durchsacker nach unten) zeigt die Angst vor einem Konjunktureinbruch, welcher natürlich auch impliziert, dass die Nachfrage nach Öl stark zurückgeht. Daher rauschte gestern halt auch der Ölpreis nach unten. Verstärkt wurde dieses Szenario noch durch mehrfache Aussagen des mächtigen saudischen Öl-Ministers Al-Falih (Montag und Dienstag), dass Saudi-Arabien schon dafür sorgen werde, dass genug Öl am Weltmarkt vorhanden sei nach Inkrafttreten der Iran-Sanktionen durch die USA (ab 4. November).

Und man habe erst recht nicht die Absicht die Angebotsmenge zurückzufahren, so Al-Falih. Diese doppelte Aussage seinerseits machte dem Markt klar, dass keine Angebotsknappheit ab Anfang November vorhanden sein dürfte. Dies und der Aktienmarkteinbruch von gestern sorgten gemeinsam für einen Kursrutsch von 3,50 Dollar im Lauf des gestrigen Tages. Der Kursrutsch beschleunigte sich immer mehr, so dass er ab 17:20 Uhr deutscher Zeit ganz steil nach unten führte auf die 66 Dollar-Marke.

So ist es eben manchmal an der Börse. Jetzt kann es gut sein, dass der Markt nach insgesamt -10 Dollar in drei Wochen überverkauft ist. Die Öl-Bullen mit ihren 100 Dollar-Prognosen sind auf einmal alle weg. Aber der Wind kann sich am Ölmarkt schnell wieder drehen! Für Chartisten bietet sich aktuell ein mehr als interessantes Bild. Der Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit Februar. Die Hochs sind jedes Mal höher, und auch die Tiefstkurse notieren jedes Mal höher (rote Kreise). Kann diese Niveau gehalten werden, sieht es zumindest aus dieser Sichtweise gar nicht so schlecht aus für die Bullen.

Ölpreis WTI seit Februar

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    24. Oktober 2018 13:25 at 13:25

    …Ich hab irgendwie im Hinterkopf, die Scheichs kaufen sich damit eben ne Amnestie von Trump.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    24. Oktober 2018 13:27 at 13:27

    Obwohl ich keine große Recherche in der Ölpreisentwicklung betreibe, außer für den Hausgebrauch und für die ganz große Auswirkung im Komjunkturzyklus, ist mir am Montag ein Bericht im HB aufgefallen, der für die alle Art von Ölspekulationen interessant sein könnte. Ich zitiere:
    „ Unsicher ist aber, wie hart die Sanktionen den Iran tatsächlich treffen. Lange dominierten die Meldungen, wonach der Iran kaum noch Abnehmer für sein Öl finde. Die Exporte seien von 2,6 Millionen Barrel täglich im Frühjahr auf 1,3 bis 1,1 Millionen Barrel zurückgegangen, hieß es. Doch Satellitenaufnahmen iranischer Supertanker, die das Portal „Tanker Trackers“ ausgewertet hat, nähren Zweifel an diesen Zahlen.
    Die Routen der Tanker lassen sich nicht wie üblich nachverfolgen, weil die Kapitäne auf Anweisung der iranischen Führung ihre GPS-Signale ausgeschaltet haben. Aber auf Satellitenbildern sind die Geistertanker durchaus sichtbar – und steuern offenbar weiter munter indische und chinesische Hafenstädte an. „Tanker Trackers“ beziffert auf Basis der Satellitenbilder die iranischen Exporte im September im Durchschnitt auf 2,2 Millionen Barrel täglich. Das bedeutet: Trumps Sanktionen wären bislang nahezu wirkungslos, die eingepreiste Angebotslücke auf dem Ölmarkt wäre kleiner als angenommen.“
    Wäre auch ein weiteres Indiz für die Aussichtslosigkeit des Unterfangens des US-Präsidenten mit vielen Staaten gleichzeitig in eine wirtschaftliche Auseinandesetzung zu ziehen und zu gewinnen.
    Gruß

  3. Avatar

    Beobachter

    24. Oktober 2018 15:06 at 15:06

    @ leokatz1, habe genau den gleichen Gedanken gehabt.Zudem möchten die Saudis auch nicht einen Crash auslösen.Gemäss eines kürzlichen Berichts sind sie grosse Aktionäre bei US- Tech- Firmen.
    Dank den kürzlichen Angstdiskussionen wegen stark steigenden Ölpreisen habe ich prompt am Hoch keine Shortposition getraut zu machen, obwohl meine Meinug war ,dass nach einer Riesenölschwemme 2016
    u.Preisen unter 30 Dollar jetzt keine Engpässe entstehen.

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