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Ölpreis kräftig im Anstieg – Iran-Krise pusht Knappheitsängste

Die Proteste im Iran haben zu vielen Toten geführt. Wird Trump eingreifen? Der Ölpreis steigt seit Tagen und preist Verknappungsrisiken ein.

Ölpumpen
Foto: Atlascompany-Freepik.com

Der Ölpreis ist seit Tagen im Aufwind. Der Stress rund um Venezuela ist an der Börse schon fast vergessen. Aber seit Tagen eskaliert der Aufruhr gegen das Mullah-Regime im Iran. Es gibt viele Tote, und ein Eingreifen durch die Trump-Regierung wird zunehmend wahrscheinlich. Dieses Szenario bedroht die verlässliche Belieferung mit Rohöl aus dem Iran für den Weltmarkt. Entsprechend ist der Ölpreis seit Tagen am Ansteigen. WTI-Öl steigt seit letzter Woche Donnerstag von 56,20 Dollar auf aktuell 61,68 Dollar!

Grafik zeigt Entwicklung im Ölpreis in den letzten Tagen

Ölpreis steigt – Eskalation am Golf?

Der Ölpreis stieg auf den höchsten Stand seit Oktober, da Händler auf die Reaktion der USA auf die Unruhen im Iran warteten. Dazu meldet Bloomberg: Berichten zufolge wurde einigen Mitarbeitern geraten, einen amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Katar zu verlassen. Reuters berichtete, dass einigen Mitarbeitern mitgeteilt worden sei, den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid bis Mittwochabend zu verlassen. Die Anlage war im vergangenen Jahr Ziel von Vergeltungsschlägen des Iran gewesen.

US-Präsident Donald Trump forderte die Iraner auf, ihre Proteste gegen die Regierung des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei fortzusetzen, und erklärte, er werde „entsprechend handeln”, sobald er einen Überblick darüber habe, wie viele Demonstranten getötet worden seien.

Trump deutete an, dass sein nächster Schritt von einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates abhängen werde. Das Gremium traf sich am Dienstag ohne Trump, um Optionen für den Präsidenten vorzubereiten, berichtete die Washington Post unter Berufung auf eine mit der Sitzung vertraute Person.

Händler beobachten die Unruhen im Iran und eine mögliche Intervention der USA, die die Rohölproduktion des Landes von rund 3,3 Millionen Barrel pro Tag sowie weitere Mengen an gasförmigen Flüssigkeiten gefährden könnten. Energieminister Chris Wright erklärte gegenüber Fox News, dass die USA „gerne ein Handelspartner” für iranisches Rohöl wären, sollte das Regime stürzen.

Der Ölpreis ist im neuen Jahr gestiegen, da die Unruhen im viertgrößten Produzenten der OPEC zusammen mit den Unruhen in Venezuela nach fünf Monaten mit Verlusten aufgrund von Erwartungen einer Überversorgung wieder zu einem Preisaufschlag geführt haben.

„Die Proteste im Iran könnten zu einer Verknappung des globalen Ölangebots durch kurzfristige Versorgungsausfälle führen, vor allem aber durch einen steigenden geopolitischen Risikoaufschlag”, schrieben Analysten der Citigroup, darunter Francesco Martoccia, in einer Mitteilung. „ Die aktuellen Risiken sind eher auf politische und logistische Reibungen als auf direkte Ausfälle zurückzuführen, sodass die Auswirkungen auf die iranischen Rohölvorräte und Exportströme begrenzt bleiben.“

Die kräftige Erholung im Ölpreis in den letzten Tagen hat den Markt, der von bärischen Wetten geprägt war, überrascht. Weitere Impulse kamen von bullischen Optionswetten, deren Volumen diese Woche auf einen Rekordwert stieg, sowie von einer jährlichen Neugewichtung des Rohstoffindex, die zu Zuflüssen in die Rohölmärkte führte.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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1 Kommentar

  1. Der 45. US-Präsident Donald John Trump hat im Jahr 2018 die JCPOA-Vereinbarung einseitig und somit völkerrechtswidrig aufgekündigt. Der 47. US-Präsident Donald John Trump führte im vorigen Jahr einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran. Religionsführer Ajatollah Seyyed Ali Khamenei muß sich von diesem politischen Gangster ganz und gar nicht belehren lassen.

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