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Ölpreis kratzt am 7-Jahreshoch – gute Aussichten und sinkende Angst vor Öl-Reserven

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis kratzt heute am 7-Jahreshoch. Bei knapp über 85 Dollar hatte WTI-Öl am 25. Oktober seinen höchsten Stand seit Herbst 2014 erreicht. Und heute früh sahen wir Kurse im Hoch bei 84,91 Dollar (aktuell 84,24 Dollar). Gestern Mittag sah man noch Kursniveaus um 82 Dollar im WTI-Ölpreis. Was ist passiert?

Ölpreis steigt auch dank freudiger Erwartung sinkender Lagerbestände

Die letzten beiden Wochen gab es jeweils einen Anstieg in den Lagerbeständen für Rohöl in den USA. Dies drückt natürlich negativ gegen den Ölpreis. Denn bei steigenden Lagern wird entweder zu viel produziert, oder die Nachfrage ist zu gering, oder beides gleichzeitig. Heute um 16:30 Uhr deutscher Zeit werden erneut die wöchentlichen Lagerbestände aus den USA von der Behörde „Energy Information Administration“ vermeldet – diese Zahlen können dem Ölpreis einen neuen Impuls geben. Wir werden nachher sofort berichten. Aber wie jede Woche, so gab es auch gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit vorab die privat ermittelten API-Lagerdaten – die auch gerne mal daneben liegen. Aber wie auch immer. Die API-Daten zeigen einen Rückgang in den Lagertanks um 2,5 Millionen Barrels, bei Erwartungen von +1,9 Millionen. Das ist schon mal ein positives Signal für den Ölpreis.

Steigende Nachfrage nach Öl und Reisen in die USA

Gestern wurde der steigende Ölpreis angefeuert von Berichten, dass Russel Hardy, CEO des großen Öl-Händlers Vitol Group gestern sagte, dass das Niveau der globalen Nachfrage nach Öl die Levels von vor der Corona-Pandemie erreicht habe. Und Anfang 2022 könnte das Niveau von 2019 übertroffen werden, was die Einschätzung untermauere, dass der Markt angespannt bleibt. Die Möglichkeit eines Anstiegs auf 100 Dollar im Ölpreis sei eindeutig gegeben, so seine Worte. Ebenfalls sollte man daran denken: Seit vorgestern sind Flugreisen in die USA wieder erlaubt. Airlines melden Buchungen ohne Ende. Dies dürfte die Nachfrage nach Öl anheizen, denn Flugzeuge fliegen ja immer noch mit Kerosin!

„Energy Information Administration“ hilft mit Ausblick die Angst vor nationaler Öl-Reserve zu senken

Die US-Behörde „Energy Information Administration“ hatte gestern einen Ausblick für den Ölmarkt veröffentlicht. Darin rechnet man zwar mit einer Zunahme des Treibstoff-Verbrauchs in den USA im laufenden Jahr. Der Bericht lässt für die nächsten Monate aber auch einen Rückgang bei den Benzinpreisen in den USA erwarten. Dies dämpft auch etwas die Angst, dass US-Präsident Joe Biden die nationale Öl-Reserve der USA nutzen könnte, um den Markt mit Öl zu fluten – damit der Ölpreis fällt. Dieses Szenario hängt sei ein paar Tagen wie ein Damoklesschwert über dem Ölmarkt. Ganz vom Tisch ist die Angst davor aber noch nicht.

Indien mit kräftiger Öl-Nachfrage

Der Energieexperte Javier Blas erwähnt aktuell, dass derzeit die Nachfrage nach Öl aus Indien stark anzieht. Der Benzinverbrauch in Indien habe ein Rekordhoch erreicht. Hier lautet die einfache Logik: Mehr Verbrauch und Nachfrage nach Öl – das ist gut für alle, die auf einen steigenden Ölpreis setzen.

Chart zeigt Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Jahren Chart zeigt WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Jahre.



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