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Ölpreis-Krise: Massenentlassungen bei Maersk

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das größte Container-Transportunternehmen der Welt, die dänische A.P. Moeller-Maersk, will 12% seiner globalen Stellen im Ölsektor abbauen. Es werden, so dsa Unternehmen heute in einem Statement, 1250 Stellen gestrichen. Der Grund: Maersk rechnet nicht mehr mit einem baldigen Anstieg des Ölpreises und will daher an der Kosstenschraube drehen. Und genau das dürften bald auch andere Unternehmen realisieren – und ebenfalls weitere Mitarbeiter entlassen.

So formulierte Oppenheimer & Co. in der letzten Woche in einer Analyse:

„Nach dem anfänglichen Schock, dem Dementi, der Panik und der Kapitulation müssen Ölproduzenten, Dienstleister und Energieinvestoren die Zukunft jetzt anders sehen, und zwar auf Basis langfristig niedriger Ölpreise, oder ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen“.

Erst am Freitag hatte Maersk mit einer deftigen Gewinnwarnung die Märkte überrascht – die Aktie verlor darauf hin über 5%. Maersk hatte seine Gewinnschätzung für das Jahr 2015 von 4 Mlliarden Dollar auf 3,4 Milliarden Dollar gekappt, weil der Container-Umsatz, der Hauptgeschäftszweig der Dänen, vor allem unter dem Abschwung Chinas und der Schwellenländer leidet. Im September hatte Maersk daher verkündet, geplaante Investitionen zurück zu fahren und sein Jahrs-Budget dafür um eine Milliarde Dollar zu kürzen. Auch das ist paradigmatisch für den Energie- und Transportsektor insgesamt.

So fahren vor allem Ölkonzerne derzeit starke Verluste ein: die Kosten für Aktienrückkäufe, neue Projekte, Aktienrückkäufe und Dividenden übersteigen bei vier der größten Unternehmen der Energie-Branche (Royal Dutch Shell, BP, Exxon Mobil und Chevron) – den Cashflow in der ersten Hälfte des Jahres 2015 um insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Daulini

    26. Oktober 2015 15:29 at 15:29

    …und wieder ein eigentlich nachdenklich machender Beweis für den Zustand der Weltwirtschaft. Was machen die Märkte daraus? Getreu dem Motto: Was kümmert mich das Leid der anderen. Eigentlich weiß jeder tiefer nachdenkende Mensch um die warnenden Zeichen aus der Wirtschaft. Aber alle machen mit und lassen den legalisierten Drogenhandel seitens der Notenbanken zu. Man ist der leeren Worthülsen für die Gründe des angeblich notwendigen, schier ungebremsten Gelddruckens ohne Gegenwert überdrüssig. Angeblich keine Inflation! Jeder weiß, welche täglich schleichenden Preiserhöhungen Löcher in die Portemannies des kleinen Mannes fressen trotz allem Deflationsgesülze. Und auch an der Tankstelle, wo man scheinbar von niedrigeren Kosten profitiert, wird der kleine Mann nach wie vor kräftig über´s Ohr gehauen. Folgende Rechnung sollte man sich mal vor Augen halten: Vor ca. 1 1/4 Jahren im Juli 2014 betrug der WTI-Ölpreis für ein Fass (158 l) noch ca. 107 USD. Damals musste für 1l Superbenzin ca. 1,60 EUR bei einem Wechselkursverhältnis EUR/USD von 1,37 bezahlt werden. Heute beträgt der WTI-Ölpreis nur noch 44 USD, also nur noch ca. 41 % des damaligen Preises oder anders ausgedrückt eine fast 60 %ige Ersparnis. An der Tankstelle löhnt man aber immer noch 1,30 EUR = ca. 19 %ige Ersparnis. Unter Berücksichtigung des aktuellen Wechselkursverhältnisses EUR/USD von 1,10 hätte sich eine ca. 49 %ige Ersparnis ergeben müssen. Wo bleiben denn die anderen 30 % der Kostenersparnis? Oder anders ausgedrückt dürfte der l-Superbenzin lediglich 0,82 EUR kosten. Aber wie immer gibt es für den dummen Michel genügend anderweitige Begründungen, warum dies nicht so ist. Aber bei einem realitätsnahen Benzinpreis hätte Herr Draghi ja ein noch viel größeres Deflationsproblem. Nur weiter so bis zum Abgrund.

    • Avatar

      Michel

      27. Oktober 2015 17:54 at 17:54

      Lieber Michel.
      Anbei eine Rechnung:

      Preis vor 1,25 Jahren
      1 Fass (158 Liter) kostete 107 USD. In Euro (USD/EUR 1,37) = 94,10 EUR bzw. 0,59 EUR/Liter

      Preis Heute
      1 Fass (158 Liter) kostet nun 44 USD. In Euro (USD/EUR 1,10) = 40 EUR bzw. 0,25 EUR/Liter

      Differenz zu Preis vor 1,25 Jahren und Heute = 0,34 EUR/Liter.
      Dies sollte an der Tankstelle zu sehen sein.

      Preis Tankstelle vor 1,25 Jahren 1,60 EUR/Liter.
      Preis Tankstelle Heute 1,30 EUR/Liter

      Differenz zu Preis vor 1,25 Jahren und Heute an der Tankstelle: ca. 0,30 EUR/Liter.

      • Avatar

        Daulini

        27. Oktober 2015 18:37 at 18:37

        Hallo Michel,

        vielen Dank für die Sichtweise. Ist natürlich korrekt, dass man nicht die Rohstoffkosten allein betrachten kann, denn die anderen Kostenbestandteile bleiben ja gleich bzw. sind weiterhin auch noch da. Mein fehlerhafter Ansatz lag in der bloßen prozentualen Gegenüberstellung der Ersparnis der Rohölkosten ohne Berücksichtigung der sonstigen Kostenfaktoren. Dennoch hat sich in deiner Rechnung ebenfalls ein Fehler eingeschlichen. Statt 1,37er Kurs wurde 1,137er Kurs für 07/2014 in der Rechnung angesetzt. Anstelle 107 USD = 94,10 EUR ist vielmehr richtig 107 USD = 78,10 EUR. Und damit ergibt sich sogar nur eine Kostenersparnis von 0,24 EUR (0,49 EUR/l –> 0,25 EUR/l), die seitens der Ölkonzerne an den Endverbraucher weiterzureichen wären. Dann muß man ja sogar den Hut vor diesen für die Kostentransparenz ziehen. Dennoch danke für deinen Hinweis.

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Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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