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Ölpreis kurzfristig unter Druck – sind die Gründe eine Bärenfalle?

Der Ölpreis war letzte Woche an der charttechnischen Marke von 66,50 Dollar (WTI) abgeprallt. Dass er in diese Richtung aktuell keinen erneuten Anlauf nimmt, hat fundamentale Gründe. Schon mehrmals hatten wir über die große Schwelle von 66,50 Dollar berichtet (im Chart markiert). Erst wenn er diesen…

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Von Claudio Kummerfeld

Der Ölpreis war letzte Woche an der charttechnischen Marke von 66,50 Dollar (WTI) abgeprallt. Dass er in diese Richtung aktuell keinen erneuten Anlauf nimmt, hat fundamentale Gründe. Schon mehrmals hatten wir über die große Schwelle von 66,50 Dollar berichtet (im Chart markiert). Erst wenn er diesen Bereich nach oben durchbricht, ist richtig viel Luft nach oben.

Ölpreis fällt spürbar nach Osterwochenende

Letzte Woche war der WTI-Ölpreis oben abgeprallt, und lag nach Ostern gestern früh im US-Terminmarkt bei 65,20 Dollar. Als dann die Tagschicht in den Handel startete, fiel der Ölpreis gestern zügig und deutlich auf jetzt 63,12 Dollar. Das war es dann erstmal kurzfristig (!) mit der Marke von 66,50 Dollar.

Saudi-Arabien

Da wäre zum einen Saudi-Arabien. Am Terminmarkt gibt es Gerüchte, dass die Saudis ihre Preise für Lieferungen nach Asien senken wollen. Dann gäbe es natürlich keinen Grund mehr für andere Abnehmer in anderen Teilen der Welt weiter hohe Preise zu zahlen. Also ziehen andere Ölpreise nach, und auch WTI gerät unter Druck.

Russland und Irak

Russland gab jüngst bekannt statt 10,95 Millionen im Februar nun im März 10,97 Millionen Barrels pro Tag gefördert zu haben. Das war die erste Erhöhung der russischen Produktion seit Dezember, womit man auch leicht über dem Level liegt, dass man beim Kürzungsdeal gegenüber der OPEC zugesagt hatte. Russland hatte zugesagt 300.000 Barrels pro Tag zu kürzen von seinem Rekordwert im Oktober 2016 aus betrachtet – da lag die Förderung noch bei 11,25 Millionen Barrels pro Tag – der höchste Wert seit Sowjetzeiten in den 80er-Jahren. Russland liegt derzeit bei 93,4% Erfüllung seiner Vereinbarung mit der OPEC. Mehr russisches Öl bedeutet natürlich auch mehr Druck auf den Ölpreis. Und es schwebt ja ständig die Angst über dem Ölmarkt, dass die Russen die Kürzungsvereinbarung frühzeitig verlassen.

Großer Treue Bonus von FMW

Der Irak liegt mit 5 Millionen Barrels Fördermenge pro Tag derzeit auch deutlich über seinem im Kürzungsdeal zugesagten Maximalwert von 4,4 Millionen Barrels pro Tag. Die Regierung beschloss am Wochenende übrigens die Förderkapazitäten bis 2022 auszubauen auf 6,5 Millionen. Das spricht auch für mehr Fördermenge, was noch mehr Druck auf den Ölpreis ausübt.

Handelskrieg China vs USA

Und da wären die gestern verhängten Gegenzölle der Chinesen gegen die USA. Sie dürften der wichtigste Grund sein für den aktuellen Absturz im Ölpreis. Handelskrieg, Handelsschranken, all das klingt nach weniger Beförderung von Waren, und nach weniger wirtschaftlicher Aktivität. Und das bedeutet auch weniger Nachfrage nach Öl.

Nur eine Bärenfalle?

Warum kann das eine Bärenfalle sein? Denn schließlich sprechen doch all diese Gründe für einen fallenden Ölpreis! Tja, das hat man schon so oft gesehen in den letzten zwei, drei Jahren. Plötzlich addieren sich Gründe für die eine oder die andere Seite zusammen. Und eine Woche später kommen plötzlich OPEC, IEA und Co mit neuen Daten um die Ecke, und die Welt sieht schon wieder ganz anders aus. Vor allem der startende Handelskrieg kann sich plötzlich entspannen, wenn beide Seiten sich auf einmal aus dem Nichts annähern. Und dann kann der Ölpreis auf einmal wieder einen Satz nach oben machen. Aber momentan lasten die hier aufgeführten Faktoren auf dem Ölpreis, der so lange Zeit nur gestiegen ist.

Ölpreis
Der Ölpreis (WTI) seit Anfang Januar.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    3. April 2018 18:22 at 18:22

    Dann schaut euch mal diese TA an:
    Lara, eine erfahrene Elliott-Wave-Analystin, hat als Kursziel 13,39 $, https://youtu.be/TtXU26_wvDw

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