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Märkte

Ölpreis schwach – Ausblick sowie Argumente für Long und Short

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis ist diese Woche spürbar gefallen. Zum Wochenstart konnte WTI-Öl zunächst einmal von 56,80 Dollar auf bis zu 58,72 Dollar in der Spitze ansteigen am Dienstag Nachmittag. Das war die Euphoriephase. Dann am letzten Wochenende wurde in Saudi-Arabien der Energigeminister Al-Falih (jahrelang die graue Eminenz des globalen Ölmarktes) entlassen, und durch Prinz Abdulaziz ersetzt, den vierten Sohn des Königs. Diesen Personalwechsel deutete der Markt als Zeichen dafür, dass man im Königshaus enttäuscht war, dass Al-Falih den Ölpreis einfach nicht hochpushen konnte.

Ölpreis mit schwacher Woche

Wie auch, wenn die OPEC ihre Fördermenge zwar immer weiter kürzt, im Gegenzug die Fracker in den USA ihre Mengen aber immer weiter hochfahren! Dann Dienstag Abend der Knaller. Donald Trump entließ für die Öffentlichkeit ziemlich überraschend John Bolton, seinen Nationalen Sicherheitsberater. Bolton war so ziemlich der härteste Hardliner, den man sich nur vorstellen kann. Probleme mit Nordkorea oder Iran? Einfach mit Krieg lösen, so ganz platt formuliert seine Einstellung. Aber nun da er weg ist, hofft der Markt auf eine Entspannung am Golf. Sinkende Kriegsgefahr zwischen Iran, USA und Saudis bedeutet auch eine Entspannung für den Ölpreis. Und so fiel der WTI-Ölpreis auch ab Dienstag Abend auf 57,20 Dollar.

Und am Mittwoch wurde dann bekannt, dass John Bolton gehen musste, weil er nicht damit einverstanden war, dass Donald Trump offenbar über eine Lockerung der Iran-Sanktionen nachdenkt. Ja, das bringt Entspannung in den Nahen Osten! Zack, runter mit Öl. Da konnten auch sinkende Lagerbestände für Rohöl in den USA den fallenden Ölpreis nicht mehr stoppen. Und als reichte das noch nicht, folgte dann am Donnerstag der erste Auftritt von Prinz Abdulaziz als Verantwortlicher für das saudische Öl auf internationalem Parkett. Bei einem Treffen in Abu Dhabi verkündete er, dass es vor dem nächsten regulären OPEC-Treffen in Wien Anfang Dezember keine weiteren Fördermengenkürzungen geben werde. Zack. Was für eine Enttäuschung für die Öl-Bullen, die darauf spekuliert hatten. Der Ölpreis rutschte daraufhin noch weiter in den Keller, von 56 auf fast 54 Dollar.

Ölpreis Verlauf in dieser Woche

Argumente für Long und Short

Puhhhhh. Durchatmen. Was für eine Woche. Jede Menge Nachrichten, die den Ölpreis durchgeschüttelt haben. Und wie sieht die nächste Woche aus, und die nächsten Wochen? Eher Long oder Short? Folgende Argumente sprechen derzeit für einen weiter fallenden Ölpreis. Da wäre zunächst der US-Dollar. Der Dollar-Index zeigt seit gestern Schwäche dank des stärkeren Euro, und vor allem heute dank des stärkeren britischen Pfund. Bei einer möglicherweise rückkehrenden Dollar-Stärke in den nächsten Tagen könnte dies auf den Ölpreis drücken. Die Entlassung von John Bolton wirkt auch noch nach!

Der Iran-Konflikt wird deshalb wohl entspannt (zumindest darf man das annehmen), was auch weiter dämpfend auf den Ölpreis wirken sollte. Nächste Woche will Donald Trump einen neuen Nationalen Sicherheitsberater ernennen. Kaum vorstellbar, dass der genau so ein Hardcore-Hardliner sein wird wie John Bolton. Und da wäre natürlich der vorhin schon erwähnte Fakt, dass die Saudis erstmal bis Dezember die Fördermenge nicht mehr senken wollen. Das bremst die Euphorie der Öl-Bullen. Auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage drückt dazu noch die auf Rekordniveau laufende US-Ölförderung. Auch die Internationale Energie-Agentur hat diese Woche auf den Ölpreis gedrückt, in dem sie vor einer zu hohen Angebotsmenge am globalen Ölmarkt warnte.

Steigender Ölpreis?

So, und nach diesem Trommelfeuer an negativen Einflüssen hier die Gründe, warum der Ölpreis in nächster Zeit vielleicht doch steigen könnte. Hauptsächlich wäre da die Euphorie rund um den Handelskrieg zwischen den USA und China. Diese Woche hat sich die Lage gefühlt entspannt, weil es kleine Signale gibt, dass man sich annähert. Der Aktienmarkt wird dadurch schon positiv beeinflusst. Der Ölpreis steigt aber noch nicht an. Mit aktuell genau 55 Dollar geht WTI-Öl zumindest nach aktuellem Stand ohne klare Richtung ins Wochenende. Neben der Euphorie im Handelsstreit wurde diese Woche vor allem aufgrund wichtigerer Nachrichten übersehen, dass die Lagerbestände für Öl in den USA ja immer weiter sinken. Das zeigt entweder, dass die Nachfrage nach Öl groß ist, oder dass die Angebotsmenge sinkt.

Rücken die Lagerdaten wieder mehr ins Bewusstsein, könnte auch der Ölpreis wieder stiegen. Und zu guter letzt landen wir wieder bei Prinz Abdulaziz. Sollte der Ölpreis weiter schwächeln, oder sogar deutlich fallen, dann könnte er sich genötigt fühlen doch schon vor Dezember die saudischen Fördermengen weiter zu drosseln. Denn der Prinz wurde am letzten Wochenende sicher nicht in diesen Posten gehoben, um einem weiteren Absturz im Ölpreis zuzuschauen. Ganz im Gegenteil. Der König braucht steigende Preise (das darf man vermuten). Also: Kommt es in den nächsten Wochen zu weiter schwachen oder weiter fallenden Ölpreisen? Kommt dann Prinz Abdulaziz auf die Bühne, und senkt die saudische Fördermenge? Dann könnte der Ölpreis sprunghaft steigen.

Das ist natürlich nur ein Szenario. Zum Beispiel könnten plötzlich durch Donald Trump getweetete positive Signale aus den Gesprächen zwischen China und den USA den Ölpreis kräftig nach oben bringen. Also, bitte klammern Sie sich nicht blind an die Aussagen in diesem Artikel, oder an die Aussagen anderer Beobachter. Bitte bilden Sie sich bitte auch immer ihre eigene Meinung. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Ölpreis WTI seit März
WTI-Ölpreis seit März. Nachhaltige Anstiege kamen nie zustande.

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Finanznews

Aktienmärkte: Europa, USA und der Dollar! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Heute haben die Aktienmärke keine klare Richtung – aber es gibt einige bemerkenswerte Entwicklungen in Europa (EZB und Großbritannien) und in den USA. Und es gibt den Dollar, der heute erneut stärker wird – geht die Dollar-Stärke weiter, dann wird das für die Aktienmärkte zur Belastung werden. In den USA wiederum wird nicht nur ein neuer Stimulus vor der Wahl unwahrscheinlicher, sondern es droht Anfang Oktober sogar wieder ein government shutdown. Und: es wird immer wahrscheinlicher, dass wir erst lange nach dem Wahltag in den USA wissen, wer US-Präsident ist. Damit bleibt die Unsicherheit für die Aktienmärkte bestehen, stärkere Erholungen dürften daher eher Verkaugsgelegenheiten darstellen..

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Märkte

Warum sich der Ölpreis mittelfristig auf höheren Niveaus stabilisieren könnte

Claudio Kummerfeld

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Öl-Bohrturm in den USA

Was in diesem Artikel besprochen wird, ist ein Szenario, das so eintreffen kann, aber nicht muss. Denn die Erfahrungen der letzten Jahren zeigen, dass der Ölmarkt nicht berechenbar ist wie ein Schweizer Uhrwerk. Es gibt viele Variablen, und externe Faktoren (wie ein Coronavirus) können den ganzen Markt in Windeseile umkrempeln. Aber zur Sache. Es ist durchaus möglich, dass sich der Ölpreis auf mittlere Sicht (die nächsten Monate) auf höheren Niveaus stabilisieren könnte. Die OPEC und die Fracking-Industrie in den USA spielen dabei eine Rolle.

Öl-Crash

Betrachten wir den Chart am Ende des Artikels. Er zeigt den Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zwölf Monaten. Im großen Crash im April gab es sogar deftige negative Preise am Terminmarkt für Öl, weil ein dramatisches Überangebot Öl kurzzeitig wertlos machte. Die Lager waren quasi voll, sogar Öltanker auf See wurden als Lager genutzt. Niemand wusste mehr wohin mit neu gefördertem Öl, und niemand wollte noch kaufen. Und so sackte der Ölpreis in den Negativbereich. Im Chart reicht die Skala nur bis 0. Ab Mai konnte sich der Markt wieder erholen. Der Ölpreis stieg bis jetzt wieder auf knapp 40 Dollar, wo er im Januar noch deutlich über 60 Dollar notierte.

Die Coronakrise hatte ab Februar die globale Öl-Nachfrage dramatisch einbrechen lassen, und nun erholt sie sich wieder von Monat zu Monat. Gut, momentan sorgen verschärfte Restriktionen kreuz und quer über den Planeten für immer mehr Unsicherheit, dass die zweite Welle des Coronavirus für einen erneuten wirtschaftlichen Einbruch sorgt. Dies könnte den Ölpreis auch kurzfristig schwächen. Aber hier und jetzt wollen wir schauen, ob auf Sicht mehrerer Monate nicht doch ein stabiler höherer Ölpreis möglich ist.

Ölpreis-Erholung und Stabilisierung denkbar

Zwei mögliche Gründe dafür sind zu identifizieren. Erstens wäre da die OPEC zu nennen. Das Kartell bemüht sich vor allem dank der Anstrengungen der Saudis darum, dass wirklich alle Mitglieder der großen Fördermengenkürzung (OPEC + externe Partner) sich auch an ihre Zusagen halten, und wirklich die vereinbarten Mengen kürzen. Erst in den letzten Tagen wurde wieder darauf bestanden, dass Länder wie der Irak noch nicht gekürzte Mengen nachholen. Von Seiten der OPEC wird derzeit eine Verknappung des Angebots aufrecht erhalten, was dem Ölpreis gut tun sollte.

Fracking geht den Bach runter

Interessanter und nicht so sehr im Fokus der Weltöffentlichkeit ist aber das Debakel rund um die Fracking-Firmen in den USA. Womit wir schon beim zweiten möglichen Grund angekommen wären, warum der Ölpreis steigen könnte. Die unausgesprochene Beziehung zwischen OPEC (vor allem die Saudis) und den zahlreichen kleinen und großen privaten Fracking-Firmen in den USA ist sehr interessant. Schon ab dem Jahr 2014 gab es einen Öl-Krieg zwischen den beiden. Die Fracker fuhren ihre Fördermengen immer weiter hoch, was natürlich als Angriff auf die Marktanteile der OPEC zu verstehen war.

Aber damals konnten die Fracker diesen „Krieg“ überleben. Ein extrem niedriger Ölpreis wurde von vielen Unternehmen mit Krediten überbrückt, und die Branche als Ganzes konnte durchhalten. Und so wurde in den Folgejahren die in den USA geförderte Öl-Menge immer weiter hochgefahren. Dann Anfang März 2020 entfachten die Saudis einen zweiten Öl-Krieg gegen die Fracker und Russland. Man flutete den Markt mit zusätzlichen Barrels um den Ölpreis runterzudrücken. Fast gleichzeitig entfaltete sich die Coronakrise, und der Ölpreis crashte brutal in den Keller.

Da Fracking eine sehr aufwendige und teure Methode ist um Öl aus dem Boden zu holen (hier eine Erklärung), stand die Branche in den USA im Frühjahr vor einem viel schlimmeren Problem als noch im Jahr 2014 und 2015, wo der Ölpreis „nur“ von über 100 auf 40 Dollar gefallen war. Durch den Ölpreis-Kollaps im Jahr 2020 wurde nämlich die Fracking-Förderung zum Verlustgeschäft. Und es ist kein Geheimnis, dass die Branche sich über Kredite und Anleihen finanziert – die natürlich zurückgezahlt werden sollen.

Pleitewelle

Tja, und dieses Mal konnte man in der Fracking-Branche nicht mehr anders. Die Pleitewelle begann. Dutzende Unternehmen aus der Branche haben in den letzten Monaten Insolvenz angemeldet. Laut oilprice.com sind alleine im ersten Halbjahr Forderungen gegen 23 insolvente Fracking-Unternehmen in den USA im Volumen von 30,6 Milliarden Dollar betroffen gewesen. Es traf unter anderem große Namen wie Whiting Petroleum im April oder Chesapeake Energy im Juni.

Und dann vor wenigen Tagen kam der Knaller. Der weltweite Gigant, die Nummer 1 der Öl-Ausrüster Schlumberger, gab bekannt sich aus dem Fracking-Geschäft für Nordamerika zu verabschieden. Man verkauft das Geschäft an die Firma Liberty Oilfield Services. Das Fracking-Geschäft ist für Schlumberger wohl unattraktiv geworden. Und dieser Verkauf kann auch als Symbol angesehen werden, wie schlecht es der Fracking-Branche in den USA offensichtlich geht.

Sinkende Fördermenge

Die Öl-Fördermenge in den USA können wir im folgenden Chart im Verlauf der letzten zehn Jahre sehen. Von gut 13 Millionen Barrels pro Tag kam sie jüngst zurück auf 10, und lag im August wohl bei 10,8 Millionen Barrels pro Tag. Im Chart sieht man gut, wie sich die Fördermenge im Lauf der Jahre mehr als verdoppelte. Dies machte den Ölpreis stark anfällig für Abstürze. Denn wo die Angebotsmenge immer weiter ansteigt, und die Nachfragemenge nicht im selben Tempo wächst, kann der Preis fallen. Aufgrund der aktuellen Situation kommt die Fördermenge in den USA zurück.


source: tradingeconomics.com

Haben Fracker gelernt? Steigender Ölpreis?

Die Frage lautet: Hat die Fracking-Branche in den USA dieses Mal gelernt, dass zügelloses Wachstum bei der Fördermenge den Ölpreis kaputt macht, und dass man sich damit irgendwann auch das eigene Grab schaufelt? Zumal man dann noch die OPEC gegen sich aufbringt, die wie mit ihrer Aktion Anfang März den Ölpreis zum Absturz bringen kann! Erholt sich die Fracking-Industrie in den USA diesmal nicht, könnte die Fördermenge in den USA sich auf niedrigeren Niveaus bewegen. Weniger Angebot bedeutet eine bessere Chance auf einen höheren Ölpreis. Aber das Risiko bleibt – die Fracker sind private Unternehmen, die alle einzeln wieder neu starten könnten mit dem Versuch bei einem höheren Ölpreis wieder dabei zu sein mit mehr Fördermenge. Dann könnte das Spiel von Überproduktion und fallendem Ölpreis von vorne beginnen.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten zwölf Monaten

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Aktien

Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

Redaktion

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Von

Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

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