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Aktuell Ölpreis muss fallen – alle Register werden gezogen

Ölpreis runter? Die USA lassen Iran-Öl auf den Markt. Die IEA deutet weiteres Reservepotenzial an. Tanker passieren die Straße von Hormus.

Öltanker
Foto: sharpiloandrey-Freepik.com

Gegenüber heute früh war der Ölpreis vorhin bereits um 6 Dollar gefallen, aktuell sind es noch 4 Dollar Rückgang auf derzeit 102,17 Dollar im Brent-Öl. Offenbar versucht man von Seiten der Verbraucherländer derzeit einiges, um den Ölpreis runterzudrücken. Donald Trump versucht mehrere Länder dazu zu bewegen, Kriegsschiffe für die Sicherung der Straße von Hormus bereitzustellen. Der Eindruck muss entstehen, dass der Iran-Krieg bald endet, dass doch noch Öl durch die Straße von Hormus kommt, dass der Ölfluss gewährleistet ist usw. Heute wurde bekannt, dass ein Öltanker aus Pakistan die Straße von Hormus passieren konnte und nun auf dem Weg nach Pakistan ist – ein Hoffnungsschimmer für die Märkte.

Öl aus dem Iran für den Weltmarkt

Grotesk: Führt man Krieg, versucht man doch eigentlich den Gegner von Einnahmequellen abzuschneiden. Aber US-Finanzminister Scott Bessent sagte heute um 14 Uhr bei CNBC, die USA würden Öltanker aus dem Iran die Straße von Hormus passieren lassen. Die iranischen Schiffe hätten die Meerenge bereits verlassen, und wir haben dies zugelassen, um den Rest der Welt zu versorgen, so Bessent. Verständlich – denn der Finanzprofi Bessent weiß wohl genau, dass der Ölpreis wieder steigen könnte, wenn die USA Öl aus dem Iran vom Weltmarkt fernhalten – wo der Iran doch bereits Öl aus mehreren Golfstaaten vom Weltmarkt fernhält.

Der Iran exportiert etwa 1,5 Millionen Barrel Öl pro Tag. Die Trump-Regierung geht davon aus, dass der Tankerverkehr durch die Meerenge zunehmen wird, bevor die US-Marine und verbündete Streitkräfte mit der Eskortierung von Handelsschiffen beginnen, sagte Bessent. Tanker, die Indien versorgen, hätten die Meerenge bereits passiert, sagte er. Die USA gingen davon aus, dass auch einige chinesische Schiffe den Golf verlassen. „Wir gehen davon aus, dass es eine natürliche Öffnung geben wird, die die Iraner zulassen, und damit sind wir vorerst einverstanden. Wir wollen, dass die Welt gut versorgt ist“, sagte Bessent.

IEA mit hoffnungsfrohen Worten

Die Industrie-Staaten-Agentur „Internationale Energieagentur“ (IEA), die letzte Woche die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den Ölreserven verkündet hatte, versucht heute dem Markt Hoffnung zu machen. So sagte man vor wenigen Minuten, man verfüge über weitere Mengen, die bei Bedarf bereitgestellt werden könnten. Das ist kurzfristig Balsam für Ölhändler. Mögliche weitere Mengen könnten einen fallenden Ölpreis bringen. Das rasche Handeln der IEA habe eine beruhigende Wirkung auf die Märkte gehabt, so sagte es der IEA-Chef Fatih Birol.

Kommentar

FMW: Auch wenn der Ölpreis heute im Tagsverlauf ein wenig Erleichterung angedeutet hat – schon der nächste Angriff auf Tanker durch den Iran oder andere Nachrichten rund um den Krieg können die hoffnungsfrohe Stimmung schnell ändern.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Im Rahmen seiner aktuellen iranpolitischen Parolen weiß sozusagen der Schatzpräsident Scott Bessent ganz genau, daß iranische und chinesische Schiffe die Straße von Hormus nutzen dürfen. Finanzminister Bessent könnte in diesem Zusammenhang genauso gut sagen: Nachts weiterhin dunkel.

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