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Ölpreis: Muster „Abrutsch, Pause“ – nächster Abrutsch steht bevor?

Wie weit kann der Ölpreis denn noch fallen? Seit Wochen läuft es nach dem selben Schema ab. Erst ein starker schneller Abrutsch, dann folgt eine Pause mit einem kleinen wackligen Anstieg. Dann der nächste heftige Abrutsch, es folgt eine Pause, und so weiter, und so weiter. Auch ganz aktuell scheint sich dieses Muster fortzusetzen.

Jüngste Erholung im Ölpreis dauerte drei Tage

Seit dem Tief am Dienstag im WTI-Ölpreis bei 52,75 Dollar verlief die jüngste Pause bis gestern Nachmittag, wo er noch bei 54,75 Dollar notierte. Von da an fiel er wieder, und hat die Mini-Gewinne schon fast wieder verloren (aktueller Kurs 53,33 Dollar). Wir stehen im WTI-Öl aktuell also ganz knapp vor dem Tiefpunkt von 52,75 Dollar. Die aktuellste Nachrichtenlage spricht dafür, dass dieses Tief unterlaufen werden könnte, und dann ein nächster Abrutsch erfolgt. (bitte, dies ist keine Short-Empfehlung!)

Trump und Saudi-Arabien

Verantwortlich für die aktuellste Schwäche sind mal wieder die üblichen Verdächtigen. Donald Trump lässt keinen Zweifel daran, dass er weiter fallende Ölpreise sehen will, damit die Amerikaner günstig tanken können. So schreibt er es auch in einem aktuellen Tweet. Damit übt er natürlich weiterhin Druck auf den Ölmarkt aus.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1065403512559992832

Auch der saudische Öl-Minister Al-Falih (die graue Eminenz des Öls) hat sich mal wieder gemeldet. Saudi-Arabien liege jetzt bei 10,7 Millionen Barrels Förderung pro Tag, was ein Rekordniveau darstellt. Mehr konnte man nicht für einen fallenden Markt tun, also so eine Aussage rauszuhauen. Aber er sagte auch man wolle den Markt nicht mit zu viel Öl fluten. Man werde also vermutlich die Förderung wieder senken. Das passt zu seinen vorigen Aussagen der letzten Tage. Angedeutet sind für die OPEC-Sitzung am 6. Dezember schon OPEC-Kürzungen von bis zu 1,4 Millionen Barrels pro Tag.

Ach ja, da wären ja auch noch die Öl-Lagerbestände aus den USA, die vorgestern gemeldet wurden. Mal wieder ein Anstieg – nun der neunte Wochenanstieg nacheinander! Das ist der längste Anstieg in den Lagern seit März 2017! Das drückt natürlich ebenfalls auf den Markt. Trader am Terminmarkt berichten dazu noch von extrem hohen Handelsvolumina in den letzten Tagen bei fallenden Kursen. Das spricht dafür, dass die fallenden Kurse vom breiten Markt getragen wurden, und nicht „mal eben so“ aus Versehen passiert sind. Also, Augen auf! Wie lange hält die 52,75 Dollar im WTI-Ölpreis noch?

Der WTI-Ölpreis seit dem 13. November
Der WTI-Ölpreis seit dem 13. November.



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1 Kommentar

  1. Mal ganz ehrlich: FMW liefert momentan fast nur gute Prognosen für die Aktien und Rohstoffmärkte ab. Öl war wieder ein zeitnaher Volltreffer!

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