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Ölpreis: Nach dem starken Anstieg jetzt Zeit zu verkaufen?

Der Ölpreis ist gestern sprunghaft angestiegen, nachdem Saudi-Arabien die Preise für Raffinerien weltweit erhöht hat. Dies wurde von vielen als ein starkes bullisches Zeichen für den Ölpreis (hier: Brent) und als Ende der volatilen Periode, die wir in den letzten Monaten erlebt haben, interpretiert.

Aber können sich die Märkte dessen sicher sein? Wir analysieren alle Faktoren, die im Moment im Spiel sind und sich auf den Ölpreis auswirken, um eine fundierte Basis für eine Trading-Entscheidung zu erhalten.

Was bewegt den Ölpreis aktuell?

Die Brent-Futures in London legten gestern um 7% zu und bewegten sich über 31 Dollar pro Barrel, während die US-Rohölfutures um 10% stiegen. Das staatliche Unternehmen Saudi Aramco, das Anfang dieses Jahres durch massive Preisnachlässe auf Rohöl einen Preiskrieg auslöste, hat die Preise für Juni für alle Sorten angehoben. Dieser Schritt erfolgt in dem Moment, in dem das Königreich und seine OPEC+-Partner scharfe Produktionskürzungen vornehmen, um einen überversorgten Öl-Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die OPEC+-Koalition, der auch Russland angehört, hat am 1. Mai mit der Umsetzung täglicher Förderkürzungen von fast 10 Millionen Barrel pro Tag begonnen. Dieser Schritt folgt einem rekordverdächtigen Aufbau von Lagerbeständen, da die Nachfrage durch den Ausbruch des Coronavirus, durch den sich die Öltanks weltweit füllten, stark zurückgegangen war. Sowohl in den USA als auch in China gab es zaghafte Anzeichen für eine Erholung des Verbrauchs, und die Preisgestaltung von Aramco ist das bisher deutlichste Signal dafür, dass die Nachfrage wieder zu wachsen beginnt. Bedeutet das, dass der Ölpreis noch weiter steigen wird?

Die Prognosen über die Auswirkungen der Coronakrise auf den weltweiten Ölverbrauch sind sehr unterschiedlich: Einige Schätzungen gehen von über 30 Millionen Barrel pro Tag aus, was 30% der Nachfrage entspricht. Dennoch gab es in den letzten Tagen Berichte aus Polen, Deutschland und Florida, dass die Nachfrage nach Treibstoff – insbesondere nach Benzin – zu steigen beginnt.

Einige der größten Bewegungen in der saudischen Ölpreisgestaltung kamen für die Raffinerien in Europa und im Mittelmeerraum, dem Hauptmarkt für russisches Rohöl – und das in einer Art und Weise, die dem Kreml Kopfzerbrechen machen dürfte, nachdem Riad und Moskau im vergangenen Monat vereinbart hatten, im Rahmen der OPEC+-Allianz wieder zusammenzuarbeiten. Der Ölpreis in diesen Regionen wurden laut Preisliste für Juni zwischen 5,80 und 7,50 $ angehoben.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, mit einer Video-Analyse darüber, ob der Ölpreis zu stark gestiegen ist – und ob nun die Zeit ist, zu verkaufen:

Der Ölpreis war zuletzt kräftig gestiegen



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