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Märkte

Ölpreis nach der OPEC-Sitzung – Hoffnung auf steigende Kurse?

Claudio Kummerfeld

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am

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis notiert aktuell genau da, wo er kurz vor Beginn der gestrigen OPEC-Sitzung ab 16 Uhr deutscher Zeit lag, nämlich auf Niveaus um die 42,50 Dollar beim WTI-Öl. Bis 18 Uhr gestern Abend war der Ölpreis sogar auf 43 Dollar gestiegen. Dies lag aber an den Öl-Lagerbeständen in den USA, die nun die vierte Woche in Folge gefallen sind. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für die Öl-Bullen am Terminmarkt.

Hoffnung auf steigenden Ölpreis angebracht?

Aber wie gesagt, der Ölpreis konnte nicht weiter steigen, und kam zurück. Die gestrige Sitzung des JMMC, des Aufsichtsgremiums der OPEC zur Überwachung der Fördermengenkürzungen, wurde größtenteils zum Non-Event. Mega-Sensationen blieben aus. Lesen Sie hier die offizielle Verlautbarung der OPEC. Die Mitglieder des JMMC hätten ihre Verpflichtung bekräftigt, eine vollständige und rechtzeitige Konformität der vollständigen Kürzungsmenge zu erreichen. Darüber hinaus haben die Mitglieder laut der offiziellen Veröffentlichung bekräftigt, dass noch nicht alle Mitglieder ihre Zusagen voll eingehalten haben, und ihre Defizite für die Monate Mai, Juni und Juli 2020 bis Ende September 2020 ausgleichen werden.

Man habe auch andere Teilnehmerländer mit unterdurchschnittlichen Leistungen aufgefordert, dem OPEC-Sekretariat bis zum 28. August 2020 ihre Pläne für die Umsetzung der erforderlichen Kompensation für die überproduzierten Mengen vorzulegen. Im Klartext: Man bleibt stur, und besteht auf die vollständige Umsetzung der Kürzungszusagen. Die Zusagen wurden bis jetzt zu 97 Prozent erfüllt. Die Worte der OPEC könnten bedeuten, dass demnächst noch einiges an Kürzungen nachgeholt wird, weil einige Mitglieder in den letzten drei Monaten nämlich zu viel gefördert haben. Das ist natürlich grundsätzlich gut für den Ölpreis, wenn dem Markt demnächst wieder mehr Angebotsmenge entzogen wird. Dies und die seit vier Wochen fallenden US-Lagerbestände für Rohöl sprechen für einen weiter steigenden Ölpreis.

Gründe gegen steigenden Ölpreis

Aber die OPEC sagte gestern auch, dass das Tempo der Erholung am Ölmarkt (Rückkehr der Nachfrage nach Öl) langsamer zu sein scheint als erwartet, und die Gefahr einer anhaltenden COVID-19-Welle sei zuletzt wieder angestiegen. Hinzu kommt, dass der US-Dollar seit gestern Nachmittag spürbar gestiegen ist, während er vorher wochenlang nur am Fallen war. Der US Dollar Index legt seit gestern um 16 Uhr von 92,26 auf jetzt 93,02 Indexpunkte zu. Alles was gegen den Dollar gehandelt wird (Öl, Gold etc), schwächelt seitdem. Steigt der Dollar weiter an, kann dies auch weiter negativ gegen den Ölpreis drücken. Im Chart sehen wir den WTI-Ölpreis seit Januar. Der Anstieg hat sich die letzten Wochen immer weiter abgeflacht.

Chart zeigt Verlauf im WTI-Ölpreis seit Januar

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