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Ölpreis nach Mega-Anstieg gefallen – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe Beispielbild

Der Ölpreis hatte die letzten Tage einen Mega-Anstieg hingelegt. 100 Prozent Anstieg in drei Tagen und auch gerne mal 4 Dollar in nur 24 Stunden. Insgesamt schaffte der Ölpreis (amerikanisches WTI) binnen gut einer Woche einen Anstieg von 10 auf 26 Dollar, erreicht in der Nacht von gestern auf heute! Der Markt war getrieben von der großen Hoffnung. Weltweit werden die Corona-Beschränkungen gelockert, die Nachfrage nach Öl zieht an, und alles wird wieder gut? So vereinfacht ausgedrückt kann man diese Hoffnung beschreiben.

Ölpreis legt Pause ein

Aber seit heute Nacht ging es teilweise zügig nach unten. Der WTI-Ölpreis fiel von 26 auf 22,60 Dollar im Tief heute Mittag. Entweder man sieht diesen Rückfall als technisches Durchpusten an. Denn nach so einem schnellen und extrem großen Anstieg war es für die Terminmarkt-Trader endlich mal Zeit Gewinnpositionen zu schließen, was Verkaufsdruck auf den Öl-Kontrakt ausübt. Oder man könnte auch sagen, dass heute einige schlechte Daten Anlass gaben „endlich mal“ zu verkaufen. Als da wären so „Kleinigkeiten“ wie die ADP-Arbeitsmarktdaten mit 20 Millionen Arbeitslosen in den USA (war eigentlich so erwartet worden). Oder die heute veröffentlichten BIP-Aussichten der EU-Kommission, die mit einem Rückgang in der Eurozone von bis 7,7 Prozent in diesem Jahr vermeldet wurden. Wie auch immer, der Ölmarkt hat heute mal etwas durchgeschnauft.  Was sind bei diesen riesigen Bewegungen derzeit noch Verluste von 3,40 Dollar?

Aktuelle Lagerbestände

Vorhin um 16:30 Uhr wurden in den USA die offiziellen Lagerbestände für Rohöl veröffentlicht. Mit einem Plus von „nur“ 4,6 Millionen Barrels im Wochenvergleich lag man spürbar unter den Erwartungen von +8,8 Millionen. Aktuell hält sich der WTI-Ölpreis nach diesen Daten bei 23,37 Dollar. Der Trader, der auf einen steigenden Ölpreis spekuliert, klammert sich wie schon letzte Woche an das Argument, dass die Lager zwar immer voller werden, aber halt nicht ganz so stark wie erwartet. Die US-Lager steigen nun seit 15 Wochen am Stück, aber wie gesagt. Zuletzt verlangsamte sich die Zunahme. Also, ist das ein weiterer Grund um Öl zu kaufen? Man vergesse bitte nicht, was wir bereits in vorigen Artikeln erwähnt hatten. Derzeit treffen im Golf von Mexiko an der US-Küste zahlreiche übergroße saudische Öl-Tanker ein, die eine gigantische Menge Öl in die USA bringen, welches gar nicht nachgefragt wird.

Diese Schiffe legten in Saudi-Arabien Ende März/Anfang April ab, als der Ölpreis-Krieg der Saudis in vollem Gange war. Kann es also sein (Frage erlaubt?), dass die Lager in den USA daher nächste Woche einen kräftigen Zuwachs erleben, was den Terminmarkt schockiert? Oder wird die möglicherweise steigende Öl-Nachfrage in den USA dies kompensieren, weil ja die Shut Downs der Coronakrise nach und nach gelockert werden? Für einen weiter steigenden Ölpreis könnte (nicht muss) derzeit auch sprechen, dass es weiterhin Signale der OPEC und ihrer Partner gibt, dass man sich derzeit konsequent an die vereinbarten Kürzungsmengen halten will. So sagte Russlands stellvertretender Energieminister Pavel Sorokin heute (hier mehr Details), dass das Land „schnell“ die Maximalmenge der Öl-Förderkürzung erreichen werde, und fügte hinzu, dass es in niemandes Interesse sei, das Opec+-Abkommen zu brechen.

Im Chart sehen wir den WTI-Ölpreis seit Dezember 2019. Die einzelnen Terminkontrakte sind hier sozusagen aneinander geheftet. Der große Absturz im April zeigt den ausgelaufenen Mai-Kontrakt. Danach folgt der aktuell gültige Juni-Kontrakt. Seit dem Start des größten Öl-Crash im Januar von 65 Dollar auf -37 Dollar (im Mai-Kontrakt), zeigt sich der aktuelle Juni-Kontrakt bis jetzt stabil und erholt. Er verkörpert aktuell die Hoffnung auf das weltweit konjunkturelle Comeback nach der Coronakrise, wodurch auch die Nachfrage nach Öl steigen würde.

Ölpreis im Kursverlauf seit Dezember

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Indizes

DAX daily: Der Dax startet mit einem Kursrutsch in die neue Woche

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Dem Dax steht eine ereignisreiche Woche bevor. Zum Wochenauftakt startet er gleich mit einem kräftigen Abwärts-Gap in den Handel. Die weiter stark ansteigenden Corona-Fälle drücken folglich auf die Stimmung und belasten den deutschen Leitindex. Auch in dieser Woche werden uns Themen wie die Corona-Pandemie, die US-Wahl und das Stimulus-Paket beschäftigen. Zudem steuert die Berichtssaison auf ihren Höhepunkt zu und kann zusätzlich für Impulse sorgen.

Die letzte Handelswoche hat dem Dax trotz eines Aufbäumens am Freitag noch ein Minus von rund 2 % (263 Punkten) eingebracht. Zwar befindet sich der Index inmitten der bullischen Saisonalität, kann diese aber aufgrund der aktuellen Gemengelage nicht nutzen. Der bisher positiv verlaufenden Berichtssaison und der zuletzt zum Teil guten Wirtschaftsdaten, stehen die steigenden Corona-Neuinfektionen, das Ringen um das Stimulus-Paket und die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl belastend gegenüber. Damit könnte sich die volatile Phase auch in dieser Woche fortsetzen.

An dem Unterstützungsbereich rund um die 12.350 hat der Dax einen starken Boden ausgebildet. Dieses Niveau sollte auch in dieser Woche beobachtet werden. Bricht er nämlich den Bereich, dann könnten sich Kurse unter der Marke von 12.000 Punkten ergeben. Demgegenüber könnte der Index nochmal die 13.000er Marke oder höher attackieren, wenn der Boden verteidigt wird. Dafür müsste der Dax die Marke bei 12.800 nachhaltig zurückerobern.

News und fundamentale Daten

In Deutschland ist die Angst vor weiteren regionalen Lockdowns und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft groß. Auch am Wochenende war die Anzahl der Neuinfektionen sehr hoch – am Samstag gab es mit 14.714 Fällen sogar einen neuen Höchstwert und Sonntag lag die Anzahl bei 11.170 Neuinfektionen. Daher trauen sich die Anleger derzeit nicht aus ihrer Deckung. Auf der anderen Seite sind sie aber auch nicht bereit ihre Positionen aufzugeben. Außerdem unterstützen Schnäppchenjäger immer wieder die Kurse. Die übergeordnete Seitwärtsrange ist wie eine Zwickmühle, in der sich weiterhin Druck aufbaut. Dieser muss aber irgendwann auch mal entweichen, dass könnte eine ausgeprägte Bewegung zur Folge haben.

Konjunkturdaten und Berichtssaison

Zudem stehen diese Woche jede Menge interessante Konjunkturdaten auf der Agenda. Den Auftakt macht heute der ifo-Geschäftsklimaindex um 11:00 Uhr. Aufgrund der aktuellen Corona-Risiken könnte die Erwartung enttäuscht werden. Aus Deutschland folgen außerdem am Donnerstag noch die Veränderung der Arbeitslosenquote und am Donnerstag das vorläufige Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal. Die Prognose für das BIP liegt aktuell bei 7,2 %, was unter dem Strich einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum katastrophalen zweiten Quartal (-9,7 %) darstellt. Darüber hinaus sehen wir am selben Tag noch den Zinsentscheid der EZB und die anschließende Pressekonferenz. Die Termine stellen Trading-Events dar, an denen es zu Bewegung im Dax kommen kann.

Zusätzlich erscheinen aus den USA wichtige Daten. Am Dienstag wird das Verbrauchervertrauen vom Conference Board veröffentlicht. Zudem sehen wir noch die Auftragseingänge langlebiger Güter. Am Donnerstag folgen dann auch die Daten zum US-BIP sowie die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten.

Wie zuvor angedeutet nimmt die Berichtssaison diese Woche richtig an Fahrt auf. Unter anderem veröffentlichen die Dax-Unternehmen SAP (heute), Fresenius, BASF, Deutsche Bank und Volkswagen ihre Zahlen. Außerdem gibt es auch aus den USA entscheidende Daten zu sehen. Zum Beispiel von AMD, Boeing, eBay und MasterCard, aber auch von den Big-Five der Technologie-Unternehmen wie Google (Alphabet), Amazon, Facebook, Apple und Microsoft (GAFAM-Aktien). Damit steht uns eine sehr spannende Börsenwoche bevor, die für Schwung in die eine oder andere Richtung in den Märkten und dem Dax sorgen kann.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Vorbörslich notiert der Dax circa 2 % im Minus. Damit hat er direkt die wichtige Unterstützung bei 12.447 erreicht. An dieser Stelle konnte der Dax mehrfach wieder nach oben abdrehen. Findet er dort allerdings keinen Halt, dann könnte es sogar über die 12.407 wieder zum Vorwochentief bei 12.345 gehen. An jenem Punkt befindet sich auch die Unterkante der 1.000 Punkte Range. Ein Bruch des Dreifachbodens könnte den Dax zum Tief vom 30.07. bei 12.253 führen. Darunter befindet sich noch ein Unterstützungsbereich zwischen 12.185 und 12.155.

Hält der Dax die Unterstützung bei 12.447 oder 12.407, dann dürfte er einen Erholungsversuch starten. Der erste Widerstand liegt am Tagestief von Freitag bei 12.514. Überwindet er diesen, dann könnte es zur Nackenlinie der SKS (H4) bei 12.600 gehen. Dort wäre es denkbar, dass der Index wieder den Rückwärtsgang einlegt. Ein Anstieg darüber würde ihn zum Nachthoch bei 12.619 und zum Schlusskurs von Freitag bei 12.645 bringen.

DAX daily: Tagesausblick 26.10. - H1-Chart - Corona-Sorgen

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.843 – Pivot Punkt R2

12.753 – Pivot Punkt R1

12.629 – Pivot Punkt

12.539 – Pivot Punkt S1

12.415 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.447 – Punkt 2 Bodenbildung (12.345)

12.407 – 161,8 % Extension

12.345 – Dreifachboden

12.290 – 261,8 % Extension

12.253 – Tagstief 30.07.

12.185 – US-Zone

12.000 – psychologische Marke

Dax Widerstände (WS):

12.514 – Tagestief 23.10.

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel 12.015

12.619 Nachthoch

12.645 – Schlusskurs 23.10.

12.686 -50 % Retracement (13.028 – 12.345)

12.718 – Tageshoch 23.10.

12.725 – mehrfache US (H1)

12.768 – 61,8 % Retracement (13.028 – 12.345)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Indizes

DAX & Wall Street: Richtung klar?

Rüdiger Born

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am

So viele hoffen auf neue Allzeithochs an den Aktienmärkten und die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. Sogar lassen sich aus der jüngsten Kursentwicklung einige sinnvolle Trading-Ideen ableiten, die ähnliches erwarten lassen. Doch was wenn nicht? Rüdiger Born zeigt am aktuellen Chart von DAX, Dow Jones, S&P500 und Nasdaq, womit aktuell gerechnet werden kann und wie man damit umgeht.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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