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Märkte

Ölpreis: Neun Tage Anstieg in Folge – Dollar und Markttechnik drücken Preis aktuell runter

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Der Ölpreis ist nun seit neun Tagen am Stück gestiegen. Das ist fast Rekord! Nun ja, eigentlich sind es nur 8 1/2 Tage. Denn bis vor zwei Stunden ging es nur nach oben, und aktuell geht es zügig bergab. Die letzten Tage ging es nach oben von 45,10 auf 53,30 Dollar heute in der Spitze. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Oktober. Eine Kerze steht für einen Handelstag.

Ölpreis WTI

Gestern oder heute Vormittag hätte man noch fragen können, ob denn mal langsam Gewinnmitnahmen angebracht sind bei einem so schnellen Anstieg. Aktuell kann man sagen: Ja, die Gewinnmitnahmen laufen gerade in diesem Augenblick! Und hinzu kommt aktuell noch aus auslösender Faktor ein sprunghaft gestiegener US-Dollar. Der Dollar-Index ist aktuell von 94,90 auf 95,35 Indexpunkte gestiegen. Ein stärkerer Dollar schwächt den Ölpreis.

Eigentlich hatte der seit Wochen schwache US-Dollar dem Ölpreis nach oben geholfen. Jetzt ganz aktuell dreht sich dieser Effekt ins Gegenteil. Seit 14 Uhr hat WTI-Öl von 52,80 auf vorhin bis zu 51,15 Dollar verloren (aktuell 51,75 Dollar). Denkbar ist, dass WTI heute volatil und anfällig bleibt. Möglich ist auch, dass es nach so einer kleinen Verschnaufpause weiter nach oben geht. Schließlich haben die Saudis vorgestern ein ganz massives Zeichen gesetzt, dass sie die Öl-Exporte spürbar drosseln, und das zügig. Also: Aktuell kleine Verschnaufpause nach unten, und ab Montag weiter nach oben? Im Augenblick muss man auch einfach sagen: Was neun Tage am Stück steigt, muss dann auch mal einen Tag fallen dürfen.

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Finanznews

Trump will Draghi! Marktgeflüster (Video)

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Es wird immer absurder: Donald Trump hat in einem Interview mit Fox News erneut eine Tirade gegen Powell („acht einen schlechten Job“) und die Fed abgelassen – und dann Mario Draghi als viel besser geeigneten Notenbanker für die Fed ins Spiel gebracht! Dazu wieder Aussagen von Trump zu den China-Zöllen, nachdem US-Finanzminister Mnuchin meinte, der Deal so zu 90% fertig – Chinas Medien wiederum machen nach wie vor Front gegen die USA: die Chancen auf einen baldigen Deal sind daher wohl sehr gering. Gleichwohl vor allem der Dax mit einem Freudensprung nach den Aussagen Mnuchins, aber er kann die Gewinne nicht halten. Der Dollar gewinnt wieder, nachdem nun klar ist, dass die Fed im Juli keine ganz große Zinssenkung (0,5%) machen wird..

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Aktien

Stahlhersteller in der EU: Ab Juli droht die massive Verschärfung der Krise!

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Stahlhersteller in Europa ächzen eh schon seit Jahren unter der massiven Überproduktion vor allem in China. Die führte dazu, dass dortige Stahlhersteller zu Dumpingpreisen enorme Mengen ihrer Erzeugnisse auch nach Europa verkauften. Das drückte natürlich auf die Preise, und sorgte mehr und mehr für eine Verschärfung der Stahlkrise in Europa.

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Und dann kam Donald Trump. Er führte für die USA Importzölle auf Stahlerzeugnisse ein. Die logische Folge: Die Stahlproduzenten, die nun nicht mehr konkurrenzfähig in den US-Markt liefern können, suchen sich andere Absatzmärkte. Und da war natürlich vor allem Europa interessant. Aber letztes Jahr ergriff die EU Gegenmaßnahmen. Sie führte ein Kontingent ein. Demnach konnten übliche Importmengen auch weiterhin normal in die EU eingeführt werden (hier unser damaliger Kommentar zu dem Thema).

Zusatz-Importmengen werden seit letztem Sommer mit 25% Importzoll belegt. Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl hat jüngst moniert, dass die „im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachten Schutzklauseln die Stahlindustrie in Europa bislang nicht vor massiven Handelsumlenkungen als Folge der US-Stahlzölle schützen konnten“. In 2018 seien die Stahlimporte in die EU um 11 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 45 Millionen Tonnen gestiegen, während sie in den USA um 13 Prozent gesunken seien. Weiter im Zitat:

Hinzu kommen unzulänglich ausgestaltete Länderquoten und zahlreiche Schlupflöcher, die den beabsichtigten Schutzeffekt untergraben. Zugleich habe sich die konjunkturelle Lage in der Stahlindustrie erheblich eingetrübt. „Die europäischen Institutionen müssen nun dringend handeln, um nachhaltigen Schaden von der Stahlindustrie in Deutschland und Europa abzuwehren. Die Last des US-Protektionismus dürfe nicht auf dem Rücken der Stahlunternehmen in Europa abgeladen werden“, so Kerkhoff weiter.

Ab Juli soll das Zollkontingent für Stahlimporte in die EU um 5% erhöht werden. Stahlhersteller außerhalb der EU sollen also mehr zollfrei in die EU verkaufen dürfen als bisher. Diese zusätzliche Aufweichung der „EU-Safeguards im Stahlbereich“ sei unverantwortlich, so der Stahlverband. Durch die geplante Erhöhung der Kontingente ab Juli 2019 würde die Schutzwirkung der Maßnahmen „vollends“ verloren gehen! Ein weiterer Anstieg der Importe würde bei sinkender Nachfrage unmittelbar zu Lasten der heimischen Industrie gehen, so der Verband.

Aktuell äußert sich der Chef der Salzgitter AG ähnlich im Interview mit der WiWo. So sagt er, dass die „moderaten“ Schutzmaßnahmen der EU ihre stabilisierende Wirkung offensichtlich verfehlt hätten. Die durchschnittlichen Importe der ersten vier Monate 2019 lägen 62% über dem auch schon hohen Importvolumen von 2014. Die im globalen Stahlmarkt errichteten Handelshemmnisse hätten wie befürchtet zu einer massiven Umleitung der Warenströme (Richtung EU) geführt, so Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann. Die geplante Erhöhung der Importquoten dürfe es nicht geben.

Kurz-Fazit: Der Stahlhersteller in Europa, die eh schon jahrelang zu kämpfen hatten, werden nun wohl noch stärker unter dem Handelskrieg leiden. Was das für Stahlaktien bedeutet? Das überlegen Sie sich bitte selbst!

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -12,8 Mio Barrels (jetzt 469,6 Mio) – Ölpreis steigt

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 469,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 12,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -2,5 Mio lagen.


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Die Benzinbestände wurden mit 223,4 Mio Barrels gemeldet, was im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 1 Million Barrels darstellt. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche waren unverändert.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -7,55 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (erwartet -3). Die Benzinbestände fielen laut API um 3,2 Mio Barrels. Destillate stiegen um 0,16 Mio Barrels.

Die Produktion liegt bei 12,1 Millionen Barrels pro Tag gegenüber 12,2 Mio in der Vorwoche.

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit +60 Cents und steigt auf aktuell 59,85 Dollar. Weiter Anstiege stehen an?

Öl-Lagerbestände USA
Die Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.

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