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Nachlassende Verknappungsangst Aktuell: Ölpreis fällt deutlich – Erleichterung kommt aus dem Irak

Öl-Pumpe

Der Ölpreis fällt heute deutlich. Gestern noch spürbar gestiegen, fällt WTI-Öl heute von über 97 Dollar auf aktuell 92,92 Dollar. Brent-Öl fällt entsprechend von über 105 Dollar auf aktuell 99,95 Dollar. Verknappungsängste werden heute am Ölmarkt abgelöst von der Erleichterung, dass diese wohl doch nicht eintreten.

Doch keine Probleme im Irak – Ölpreis fällt

Der Ölpreis geht heute wieder zurück, nachdem er zuvor so stark wie seit sechs Wochen nicht mehr gestiegen war.  Denn laut Bloomberg-Informationen hat die staatliche irakische Vermarktungsgesellschaft mitgeteilt, dass die Öl-Exporte durch die jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen in Bagdad nicht beeinträchtigt worden waren.

Die Futures für den WTI-Ölpreis gaben einen Teil des Preissprungs vom Montag wieder ab, da die Sorgen um das Angebot des zweitgrößten OPEC-Produzenten nachließen. Ein angespannter Markt, der durch einen separaten Gewaltausbruch in Libyen noch verschärft wurde, hat in den letzten Tagen den Sorgen um die Weltwirtschaft entgegengewirkt, und jede Störung im Irak hätte die Preise deutlich nach oben getrieben.

Der Ölpreis hatte zuletzt auch einen Schub erhalten, nachdem Saudi-Arabien gewarnt hatte, dass es möglich sei, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihre Verbündeten, die am 5. September zusammentreten, die Produktion reduzieren würden, da die Futures-Preise die Fundamentaldaten nicht widerspiegelten. Andere Mitglieder des Bündnisses signalisierten ihre Unterstützung. Unabhängig davon schlug Goldman Sachs Group Inc. einen optimistischen Ton an und drängte die Anleger am Montag in einer Mitteilung, „jetzt Rohstoffe zu kaufen und sich später um die Rezession zu kümmern“.

Einige der Risiken einer weiteren Verknappung des Angebots haben sich laut Bloomberg jedoch durch die Äußerungen des Irak verringert. Das Land sei in der Lage, seine Exporte in alle Richtungen zu steigern und werde keine Anfragen nach mehr Öl ablehnen, sagte Alaa Al-Yassiri, der Generaldirektor der SOMO, in einem Interview. Im Zentrum von Bagdad, weit entfernt vom wichtigsten Produktions- und Exportzentrum Basra im Süden und anderen wichtigen Gebieten nördlich der Hauptstadt, wurde von Gewalt berichtet.

„Die politische Lage im Irak ist nach wie vor schwierig, aber die jüngsten Schlagzeilen scheinen die Besorgnis auf dem Ölmarkt über Versorgungsunterbrechungen zu beruhigen“, sagte Amrita Sen, Chefanalystin für Ölfragen beim Beratungsunternehmen Energy Aspects.

Iran kann ein Thema werden

Die Händler beobachten laut Bloomberg auch aufmerksam einen möglichen Angebotsschub aus dem Iran, da die Verhandlungen über die Wiederbelebung eines Atomabkommens weitergehen. Die USA und der Iran streiten sich nach wie vor über wichtige Details eines sich abzeichnenden Abkommens, und es könnte mehrere Wochen dauern, bis sie ihre Differenzen beigelegt haben.

„Es scheint, dass die OPEC+ nicht daran interessiert ist, dass der Ölpreis deutlich unter 100 Dollar pro Barrel fällt“, sagte Craig Erlam, ein leitender Marktanalyst bei Oanda. Dies würde zwar „im Falle eines Atomabkommens, das immer noch sehr schwierig zu sein scheint, oder einer weltweiten Rezession auf die Probe gestellt, aber allein die Worte könnten die Preise vorerst hoch halten“, so Erlam.

FMW-Kommentar: Wenn es denn wirklich (endlich mal?) zu einem Atomabkommen kommen sollte, könnte dies für den Ölpreis einen Abwärtsschock bedeuten, da ab dann zügig große Ölmengen aus dem Iran auf den Weltmarkt kommen. Wollten die Saudis dann noch den Ölpreis hoch halten, müssten sie ihre eigene Fördermenge kräftig kürzen.

Ölpreis-Kursverlauf in den letzten fünf Tagen Ölpreis-Kursverlauf in den letzten fünf Tagen.

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. Die weitere Ölpreis-Entwicklung bleibt abzuwarten, da(,) wie im obigen Bericht festgestellt, im OPEC+-Mitgliedsland Republik Irak zur Zeit keine entsprechende politische Stabilität vorhanden ist.

  2. Das mit dem Iran Abkommen wird nichts mehr, da wird seit Jahren verhandelt und verhandelt, und nichts passiert. Von daher kann man sich das Öl von dort abschminken, zumal die Menge jetzt auch nicht so riesig sind. Maßgeblich für den Öl Markt wird die Entwicklung der Frackingindustrie sein, deren Einfluss größer ist als der des Iran.

  3. Was ist los mit Heizölpres? Auf dem Weltmarkt Produktion von Erdöl gedrosselt und der Preis trotz erwartende Wirtschaftsrecession geht runter… Ist das volle Verarschung der Endverbraucher?Wohin schaut unser Regierung an? Das geht nicht weiter. Mann soll geprüft werden ob die Finanjangleure nicht zuweit damit spekuliert haben!

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