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Warum der Ölpreis so plötzlich abgestürzt ist – die Angst vor Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

Der Ölpreis ist gestern plötzlich abgesackt. WTI-Öl fiel gestern Nachmittag von 83,92 Dollar auf 80,80 Dollar im Tief. Heute konnte sich der Markt leicht erholen, fällt aber jetzt weiter auf aktuell 80,53 Dollar. Die Lage bleibt angespannt. Gestern Mittag kratzte der Ölpreis noch am 7-Jahreshoch dank diverser guter Meldungen. Und wir schrieben, dass die Angst vor der nationalen Öl-Reserve der USA zwar noch da sei, aber geringer geworden ist – dies hat sich aber nun geändert.

Ölpreis rutscht ab – steigende Angst vor Joe Biden und seiner nationalen Öl-Reserve

Wie gesagt. Gestern noch sank die Angst vor der nationalen Öl-Reserve der USA (hier die offizielle Informationsseite), und der Ölpreis konnte gut gelaunt nach oben blicken. Denn eine Aussicht der US-Energiebehörde stellte zuletzt für die kommenden Monate fallende Benzinpreise für die USA in Aussicht. Dies minderte die Angst, dass US-Präsident Joe Biden die nationale Öl-Reserve der USA anzapften könnte – denn mit einem Fluten des US-Markts aus dieser Reserve würde man den Ölpreis zum Fallen bringen.

Nun aber hat sich gestern Nachmittag die Szenerie geändert. Die gestern Nachmittag vermeldeten US-Inflationsdaten waren regelrecht ein Schock. Nun liegt die Teuerung in den USA bei 6,2 Prozent statt erwarteten 5,8 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent). Damit gerät Joe Biden noch kräftiger unter Druck etwas dagegen zu tun. Und da Energiepreise nunmal eine extrem wichtige Komponente im Warenkorb zur Inflationsberechnung sind, wäre es für ihn ein Leichtes die Öl-Reserven anzuzapfen. Sinkende Benzinpreise wären inflationsdämpfend. Und außerdem ist das eines der wenigen echten Instrumente, die Joe Biden direkt in der Hand hat im Kampf gegen die Inflation. Zinsen und Anleihekäufe liegen ja in den unabhängigen Händen der Federal Reserve.

Joe Biden macht Andeutungen – dazu eine Expertenmeinung

Joe Biden hat sich gestern zur stark ansteigenden Inflation in den USA geäußert. Der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank hat hierzu heute einen Kommentar veröffentlicht. Joe Biden habe nach Bekanntgabe dieser Daten der Bekämpfung der Inflation oberste Priorität eingeräumt, und habe hier insbesondere die deutlich steigenden Energiepreise im Blick. Zu diesem Zweck wurden von ihm zwei Gremien beauftragt Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise zu erörtern und Marktmanipulation im Energiesektor zurückzudrängen. Eine der möglichen Maßnahmen dürfte laut Carsten Fritsch mit Sicherheit eine Freigabe der strategischen Ölreserven sein. Dies könne aus Sicht der US-Regierung durchaus Sinn machen, da damit die Zeit überbrückt würde, bis sich der Ölmarkt im nächsten Jahr wie von der US-Energiebehörde erwartet merklich entspannt. Also: Der Ölpreis ist unter Druck, weil die Möglichkeit deutlich gestiegen ist, dass Joe Biden einen Teil der Reserven auf den Markt wirft!

Steigender Dollar und Öl-Lagerbestände

Als Folge der steigenden US-Inflation sprang gestern auch der US-Dollar an. Man sieht im folgenden Chart den steigenden Dollar-Index (Währungskorb), wie er seit gestern Nachmittag als negative Korrelation gegen den Ölpreis drückt, der im Gegenzug fällt (blaue Linie). Denn je teurer der Dollar, desto teurer wird Öl für ausländische Käufer – was die Nachfrage nach Öl außerhalb des Dollar-Raums drosseln könnte. Auch negativ für den Ölpreis waren die gestern Nachmittag offizielle vermeldeten Lagerbestände für Rohöl in den USA zu werten – sie stiegen im Wochenvergleich um 1 Million Barrels an. Öl bleibt unter Druck, bis klar wird, ob und um wie viel genau die nationale Reserve der USA angezapft wird um den Ölpreis zu drücken.

Chart vergleicht Kursverlauf im Ölpreis gegen den US-Dollar TradingView Chart zeigt seit Dienstag Kursverlauf im WTI-Ölpreis (blaue Linie) gegen den US Dollar-Index (orange Linie).



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2 Kommentare

  1. Er muss die Reserven gar nicht anzapfen, die verbale Ankündigung der Möglichkeit reicht um den Ölpreis zu bewegen, denn auch dieser Markt wird von wenigen Spielern mit Optionen bewegt.Schon vor einigen Tagen habe ich darauf hingewiesen.Zudem haben auch die Profiteure des hohen Ölpreises kein Interesse daran die Wirtschaft und die Börsen zu kappen.Sind denn nicht auch die Saudis grosse Teilhaber von westlichen Firmen? Die Ölpreise werden spätestens nach dem Dezember -Kontrakt – Verfall korrigieren.

  2. Es würde mich mal interessieren was die Geschäftsführenden Minister und die Kasperleregierung Rot Grün und Gelbdiesbezüglich in gleicher Weise dafür gesorgt hat,dass die Energiepreise sinken und für die Menschen die diese Hirnlosen gewählt haben auch weiterhin ihren Lebensstandard weiter zu leben für den sie die letzten 70 Jahre verzichtet und hart gearbeitet haben.
    Bei dieser Aussicht auf Die Ampelregierung muss man Angst bekommen als Bürger weiterhin in diesem Land weiter sich einbringen,arbeiten und Steuern zu zahlen.
    Schade für unser ehemals schönes Deutschland

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