Märkte

Ölpreis gefallen – Kaufchance dank enormer US-Nachfrage?

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Gestern Nachmittag drückten die in den USA veröffentlichten Lagerbestände für Rohöl auf die Stimmung im Ölpreis. Mit +0,5 Millionen Barrels im Wochenvergleich war es der erste Zuwachs der Lagerbestände nach 7 rückläufigen Wochen in Folge. Noch wichtiger: Die Lagerbestände für Benzin stiegen gestern um 5,9 Millionen Barrels im Wochenvergleich – ein kräftiger Anstieg, weit höher als erwartet! Das gab den Shorties gestern nach langen Anstiegen im Ölpreis endlich mal ein Argument um die Kurse runterzudrücken. Dazu kam gestern Nachmittag noch ein Kontraktwechsel im WTI-Öl. Gestern Nachmittag noch bei 87,50 Dollar, rutscht der Markt heute auf aktuell 84,14 Dollar.

Ölpreis noch zu hoch?

Carsten Fritsch von der Commerzbank sieht den seit Tagen immer weiter gestiegenen Ölpreis eh ziemlich kritisch. Seiner Meinung nach hatten sich die Ölpreise zuvor mehr und mehr von den Fundamentaldaten abgekoppelt. Denn eine Angebotsknappheit bestehe auf Basis der Prognosen von OPEC und IEA nicht. Zudem hätte der Markt zuletzt nur noch auf Nachrichten reagiert, die für höhere Preise sprachen, wie temporäre Angebotsausfälle, die inzwischen wieder behoben seien. Die Frage ist seiner Meinung nach, ob sich die Korrektur im Ölpreis fortsetzt, oder ob das niedrigere Preisniveau von den Marktteilnehmern als Kaufgelegenheit erachtet wird. Beides sei derzeit möglich. Auslöser für den gestern gestarteten Preisrutsch war seiner Meinung nach eine allgemeine Stimmungseintrübung, die sich auch in deutlich gefallenen Aktienmärkten zeigte.

Hoffnung für die Bullen?

Der Experte Javier Blas hat einen interessanten Aspekt angesprochen. Man schaue dazu auf den Chart im Tweet. Wenn man den Prognosen der US-Energiebehörde „Energy Information Administration“ Glauben schenke, dann brenne der amerikanische Ölmarkt derzeit. Denn die Nachfrage nach Öl in den USA steige derzeit auf ein Allzeithoch, sogar noch über die saisonalen Vor-Corona-Niveaus. Im Chart steht die gelbe Linie für die Öl-Nachfrage in 2020, grün für 2021. Ganz links oben im Chart steht die beginnende blaue Linie für die Öl-Nachfrage Anfang 2022 – für diese saisonale Zeit ist es ein Rekordniveau. Kommt also mächtig Druck von der amerikanischen Öl-Nachfrage, sollte/könnte/müsste dies auch den Ölpreis demnächst wieder nach oben pushen? Möglich wäre es.

Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten 30 Tagen Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten 30 Tagen.



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