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Warum der Ölpreis spürbar steigt – aus Omikron-Angst wird Erleichterung

Bohrinseln für Öl

Der WTI-Ölpreis ist durch das Aufkommen der großen Angst vor der südafrikanischen Omikron-Variante des Coronavirus seit dem 25. November von 78 Dollar am letzten Donnerstag im Tief auf unter 64 Dollar gefallen. Was für ein Absturz. Die Angst wurde zu Panik, dass verstärkte Restriktionen die globale Nachfrage nach Öl regelrecht einbrechen lassen könnten. Bis heute hat sich der Ölpreis aber wieder auf 71,57 Dollar erholt.

Verringerte Sorgen um Omikron bringen Ölpreis zum Ansteigen

Die Sorgen, dass Omikron wirklich zu neuen massiven Einschränkungen und damit zu weniger Öl-Nachfrage führt, sind seit letztem Wochenende dabei sich abzuschwächen. Dementsprechend erholt sich auch der Ölpreis. Berichte aus Südafrika (siehe hier) zeigen exemplarisch aus einem Krankenhaus in Pretoria, dass die Zahl der hospitalisierten Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion in den letzen beiden Wochen zwar stark gestiegen ist. Auffallend sei aber, dass die meisten Patienten keinen Sauerstoff benötigen. Gesicherte Daten gibt es noch nicht, aber man ist wohl vorsichtig optimistisch. Genau so äußerte sich am Sonntag auch Virologe Anthony Fauci in seiner Funktion als Berater des US-Präsidenten. Erste Erkenntnisse würden nicht auf schwerere Krankheitsverläufe hinweisen. Das klingt phantastisch für alle Trader, die auf einen weiter ansteigenden Ölpreis hoffen. Seit gestern früh läuft diese Erholungsrallye, in der WTI-Öl bereits 5 Dollar nach oben Strecke machen konnte.

Expertenkommentar

Die Experten der Commerzbank kommentieren ebenfalls den positiven Effekt der vermeintlich milden Verläufe bei Omikron. Sie sagen heute auch, dass die Entscheidung der OPEC+ vom letzten Donnerstag, an der Produktionserhöhung (400.000 Barrels pro Tag mehr) im Januar festzuhalten und damit Zuversicht für die Nachfrage zu signalisieren, sich rückwirkend betrachtet als richtig zu erweisen scheint. Bestätigt werde dies durch die Anhebung der offiziellen Verkaufspreise durch Saudi-Arabien. Unterstützend für den steigenden Ölpreis sei auch, dass die Atomgespräche mit dem Iran in der letzten Woche die deutlichen Differenzen zwischen den Verhandlungsparteien offenbart hätten. Eine baldige Annäherung oder gar Einigung erscheine somit kaum realistisch, und die US-Sanktionen sollten daher wohl noch für einige Zeit in Kraft bleiben. Zusätzliches Öl aus dem Iran dürfte nach Meinung der CoBa-Experten also auf absehbare Zeit nicht an den Markt gelangen.

Aussicht

Eine dank der Atomgesprächs-Probleme nicht weiter ansteigende Angebotsmenge an Öl, das gibt ebenfalls Unterstützung für den steigenden Ölpreis. Aber im Augenblick dominiert eindeutig die Erleichterung über die vermeintlich harmlose Omikron-Variante den Ölmarkt. Das ist aktuell das Hauptthema. Und die Nachrichtenlage im Verlauf dieser Woche zu diesem Thema sollte für den Verlauf im Ölpreis wohl bestimmend bleiben. Heute Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit kommen vom privaten American Petroleum Institute (API) die wöchentlichen Öl-Lagerdaten aus den USA. Morgen dann um 16:30 Uhr deutscher Zeit folgen die staatlichen Lagerdaten. Diese beiden Ereignisse können dem Terminmarkt für Öl auch einen gewissen Impuls geben.

Chart zeigt WTI-Ölpreis im Kursverlauf seit dem 24. November WTI-Ölpreis im Kursverlauf seit dem 24. November.



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