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Ölpreis schwach – zwei Gründe hängen als Damoklesschwert über dem Markt

Tankstelle

Das Damoklesschwert hängt über einem – das Schlimme daran ist, dass man nicht weiß, wann es herunterfällt. Ähnlich ist es aktuell am Ölmarkt. Der Ölpreis (WTI) rutschte am Freitag gut 5 Dollar nach unten. Seit heute Nacht bei 75 Dollar im Tief erholt sich der Markt wieder leicht auf aktuell 76,18 Dollar. Aber die Lage ist auch heute instabil.

Ölpreis schwach – Japan will Öl-Reserven anzapfen – andere folgen?

In Japan versucht die Regierung offenbar Öl-Reserven auf den Markt zu werfen, was offiziell wohl nicht ganz so einfach ist. Offenbar will man die Mengen aus den Reserven holen, die über der Mindestmenge liegen. Die Experten der Commerzbank erwähnen aktuell, dass Japan Reserven für 145 Tage hat – die Mindestmenge soll bei 90 Tagen liegen. Letzte Woche deutete China bereits an, dass man sich darauf vorbereite Öl-Reserven auf den Markt zu bringen, und in den USA ist dies auch denkbar. Vor allem wenn so eine Aktion in solch wichtigen Ländern gleichzeitig erfolgt, kann dies einen zwar kurzfristigen, aber doch klaren Druck auf den Ölpreis ausüben. Diese Angst lastet derzeit auf dem Markt.

Lockdown in Deutschland?

Am Freitag hatten wir es bereits besprochen. Der Freitag früh in Österreich verkündete Lockdown, der heute in Kraft tritt, sorgt für Angst. Nicht weil Österreich ein großer Öl-Verbraucher ist – sondern weil die Befürchtung da ist, dass Nachbarländer dem Beispiel folgen könnten. Und vor allem Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa könnte tatsächlich in den nächsten Tagen oder Wochen auch in den Lockdown gehen. Denn führende Politiker sprechen von einer äußerst dramatischen Lage – 10 nach 12 sei es bereits. Kommen weitere Lockdowns in Europa, wäre dies eindeutig negativ für den Ölpreis zu werten. Denn im Lockdown sinkt die Nachfrage nach Öl logischerweise deutlich – denn man bucht keine Flüge, fährt nicht mit dem Auto in den Wochenendausflug, fährt nicht in die City zum Shoppen usw.

Längere Schwächephase im Ölpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank deutet an, dass die aktuelle Schwäche im Ölpreis länger anhalten könnte als im bisherigen Verlauf der Coronakrise, wo er dank Lockdowns auch mal kurzfristig sank. Diesmal könne die Schwächephase länger anhalten, da sich das Virus im Winter wesentlich schneller verbreite und ein baldiges Ende der derzeitigen Welle daher nicht zu erwarten sei, so seine Worte.

Chart zeigt Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit letzter Woche Dienstag WTI-Ölpreis seit letzter Woche Dienstag.



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