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Ölpreis steigt – Powell, Risikoappetit und weniger Produktion als gedacht

Öl-Pumpe

Der Ölpreis steigt weiter an. Von 75 Dollar zum Jahresende 2021 sehen wir bis heute kräftige Anstiege. Vor allem heute seit 16 Uhr steigt WTI-Öl noch weiter an von 79,50 Dollar auf jetzt 80,83 Dollar. Das hat mehrere Gründe. Hier besprechen wir das in Kurzform.

Powell spricht, Ölpreis steigt

Seit 16 Uhr spricht Fed-Chef Jerome Powell über die Inflation in den USA, Zinsanhebungen in 2022 und alles drum herum. Der Redetext war vorab bereits bekannt, von daher hätte der Markt jetzt eigentlich gar nicht mehr reagieren müssen. Die Leitlinie ist klar. Die Inflation in den USA wird durch mehrere Zinsanhebungen in diesem Jahr bekämpft. Aktuell reagiert der US-Dollar auf die Powell-Rede fallend, und der Ölpreis legt wie gesagt zu. Wie die Entwicklung in den nächsten Stunden läuft, ist schwer vorherzusagen, je nachdem wie der Markt seine Aussagen gleich noch interpretieren wird.

Weniger Öl von der OPEC

Wir hatten es letzte Woche bereits angesprochen. Trotz offizieller Ausweitung der OPEC-Fördermenge von 400.000 Barrels pro Tag im Februar ist klar, dass die OPEC weniger Öl fördert als offiziell vereinbart. Dies liegt an der Schwäche in den Förderkapazitäten bei einigen Mitgliedern des Kartells. Heute sprach auch der Analyst Craig Erlam vom Broker OANDA über dieses Thema. Die Tatsache, dass die OPEC nicht in der Lage sei ihre Ziele zu erreichen, trage nicht dazu bei die angespannte Lage auf dem Markt zu entschärfen. Der Ölpreis könne daher noch einige Zeit auf hohem Niveau bleiben, so seine Meinung.

Risikoappetit

In großen Medien hört man derzeit von einem ansteigenden Risikoappetit bei Anlegern, welcher den Ölpreis anfeuert. Wenn man eine Omikron-Variante des Coronavirus glaubt, die in den Griff zu bekommen ist mit Medikamenten und Impfstoffen, dann ist man auch optimistisch, was den Anstieg bei der Öl-Nachfrage betrifft. Also weiter rauf mit dem Ölpreis? Oben drauf noch eine Priese geopolitischer Unsicherheit rund um Ukraine, Russland und Kasachstan? Meine Meinung: Es wirkt auch ein Stück weit so, als wolle man sich derzeit Argumente für einen weiter steigenden Ölpreis suchen. Sowas kann auch schnell wieder ins Gegenteil umschlagen, wenn es auf einmal Lockdowns gibt, wenn aus Libyen wieder mehr Öl geliefert wird, wenn Analysten auf einmal nicht mehr von großem Risikoappetit sprechen usw. Aber im Augenblick scheint die Lage für Öl weiter bullisch zu sein.

Chart zeigt WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage.



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1 Kommentar

  1. Die „Analysten“ und Trader suchen sich derzeit allen möglichen Schwachsinn zusammen, um ihre Kursziele von 100$ und mehr rechtfertigen zu können, und um weiterhin die Geschichte von der Knappheit zu verkaufen weil die OPEC Länder mal etwas unter der Produktion waren.

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