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Ölpreis steigt – Angst wieder da – Blick auf Libyen, Norwegen und Dollar

Der Ölpreis steigt wieder spürbar an. Rezessionsangst wird durch Verknappungsangst abgelöst. Man blicke auch auf Norwegen und Libyen.

Öl-Bohrinsel im Meer

Der Ölpreis steigt seit Freitag wieder spürbar an. Das amerikanische WTI-Öl kann seit Freitag Vormittag von 105 Dollar auf aktuell 109,89 Dollar zulegen. Dafür gibt es mehrere Gründe, die eine mal wieder aufkommende Verknappungsangst zeigen.

Ölpreis steigt – Verknappungsangst ist wieder da

Von letzter Woche Mittwoch bis Freitag war der Ölpreis gut 8 Dollar abgerutscht. Neben der Rezessionsangst, die eine einbrechende Öl-Nachfrage bedeuten würde, schaute man letzte Woche Mittwoch sehr genau auf die Lagerbestände für Öl in den USA. Man sah einen nicht erwarteten Anstieg bei den Lagerbeständen für Benzin (+2,6 Millionen Barrels) und bei Destillaten (+2,6 Millionen Barrels). Die gesamten kommerziellen Öl-Vorräte der USA stiegen im Wochenvergleich um 6,3 Millionen Barrels. Dies ließ den Ölpreis spürbar fallen. Diese negative Stimmung hielt bis Freitag an, und seitdem dreht der Markt nach oben.

Streiks in Norwegen – weniger Förderung von Öl und Gas

Für den Augenblick scheint wieder die Angst vor der globalen Verknappung bei Öl die Stimmungslage zu beherrschen, von daher sehen wir derzeit diesen Anstieg im Ölpreis von gut 5 Dollar seit Freitag. Wichtig dabei ist ein anstehender Streik in Norwegen, der die Bereiche Öl und Gas betrifft. Womöglich weniger gefördertes Öl in Norwegen übt weiter Druck auf die europäischen Abnehmer aus, sich andernorts am Weltmarkt mit Rohöl einzudecken.

Chaos und Produktionsausfall in Libyen

In Libyen herrscht seit Jahren Chaos, weil zwei „Regierungen“ um die Vorherrschaft im Land kämpfen. Die libysche „National Oil Corporation“ (NOC) hatte letzte Woche Donnerstag für die Häfen Es Sider und Ras Lanuf sowie für das Ölfeld El Feel „höhere Gewalt“ erklärt. In den Häfen von Brega und Zueitina gilt nach Angaben der NOC ebenfalls die höhere Gewalt. Aufgrund von Chaos und Instabilität fallen Ölförderung und Ölexport aus. Weniger Angebot für den Weltmarkt treibt den Ölpreis nach oben. Die Produktion in Libyen ist stark zurückgegangen, wobei die täglichen Exporte zwischen 365.000 und 409.000 Barrel pro Tag liegen, was einem Rückgang von 865.000 Barrel pro Tag gegenüber der Produktion unter „normalen Umständen“ entspricht, so die Aussage der NOC.

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US-Dollar fällt

Der US-Dollar (Währungskorb US-Dollar-Index) fällt seit Freitag Mittag von 105,42 auf aktuell 104,70 Indexpunkte. Ein sich verbilligender Dollar wirkt positiv auf alles, was am Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, so zum Beispiel Rohstoffe und Energieträger aller Art, dazu gehört auch Öl. Auch dieser Aspekt könnte aktuell unterstützend auf den ansteigenden Ölpreis wirken.

Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen.



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1 Kommentar

  1. Auf daß in dem OPEC+-Mitgliedsland Libyen künftig wieder politische Stabilität herrscht.

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