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Nicht wirklich stabile Lage für die Bullen Ölpreis steigt – verknapptes Angebot, China-Hoffnung, API-Daten

Der Ölpreis steigt. Sinkende API-Lagerdaten und Hoffnungen aus China helfen, wie auch das verknappte Öl-Angebot der OPEC+.

Öl-Bohrinsel

Am 5. Oktober hatte die OPEC+ entschieden ihre Öl-Fördermenge im November um offiziell 2,0 Millionen Barrels Öl pro Tag zu kürzen, was real eher einem Rückgang von 1 Mio pro Tag entspricht. Dennoch war es ein klares Verknappungssignal für die Märkte. Seit dieser Verkündung ist der WTI-Ölpreis von 86 Dollar auf aktuell 88,94 Dollar gestiegen. In den letzten knapp vier Wochen war es aber eher ein uneinheitliches Schwanken (Chart zeigt Kursverlauf der letzten 30 Tage). Seit gestern früh erkennt man aber wieder eine gewisse Aufwärtstendenz. Schauen wir auf die aktuellen Gründe für den steigenden Ölpreis, die aber nicht wirklich für eine nachhaltige Stärke darstellen.

Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten 30 Tagen

Ölpreis leicht optimistisch dank API-Daten

Aktuell sehen wir eine sich fortsetzende positive Stimmung im Ölpreis, weil gestern Abend die privat ermittelten API-Daten für die Lagerbestände an Rohöl in den USA veröffentlicht wurden. Sie zeigen einen Rückgang der Lagermengen um 6,5 Millionen Barrels im Wochenvergleich. Weniger Öl in den Lagern bedeutet entweder weniger Angebotsmengen bei den Produzenten, mehr Nachfrage nach Rohöl in den Raffinerien, oder beides gleichzeitig. Heute um 15:30 Uhr werden die staatlichen Lagerdaten in den USA vermeldet, die für den Ölpreis erneut Bewegung bringen können. Die Erfahrung zeigt: Auf die API-Daten ist nicht konstant Verlass. Die Lage kann daher heute Nachmittag schon ganz anders aussehen.

Wacklige Hoffnung auf China

Obwohl ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, er wisse nichts von einem Plan die Corona-Restriktionen in China nach und nach zu lockern, treiben diese Hoffnungen gestern und heute den chinesischen Aktienmarkt an. Hoffnungen auf eine wieder anspringende Konjunktur in China würden auch bedeuten, dass die Nachfrage nach Öl steigt, was Ölpreis-bullisch zu werten ist. Aber man bedenke die klare Linie der KP in Peking. Diese Lockerungs-Hoffnung könnte sehr schnell wieder verfliegen, und damit auch dieses Argument für steigende Ölpreise.

Bloomberg-Aussagen

Bloomberg schreibt aktuell zum steigenden Ölpreis (auszugsweise): Der Ölpreis hat sich in diesem Quartal erholt, nachdem das OPEC+-Bündnis beschlossen hatte, die Produktion ab November zu drosseln und damit einen lang anhaltenden Abwärtstrend zu stoppen, der durch Befürchtungen über eine wirtschaftliche Verlangsamung ausgelöst worden war. Auf die Kürzungen des Kartells werden Sanktionen der Europäischen Union gegen russisches Öl folgen, was die Angebotsaussichten weiter eintrübt.

„Durch die Produktionskürzungen der OPEC+ bleiben die Angebotsaussichten für den Ölmarkt weiterhin angespannt“, sagte Charu Chanana, Marktstratege bei Saxo Capital Markets Pte in Singapur. „Aber die allgemeine Stimmung wird durch die nachlassende globale Nachfrage und die EU-Sanktionen gegen russisches Rohöl getrübt.“

Die Organisation erdölexportierender Länder hielt die Fördermenge im vergangenen Monat konstant, nachdem sie sich zuvor auf eine symbolische Kürzung um 100.000 Barrel pro Tag geeinigt hatte. Da jedoch viele Mitglieder ihre Quoten bereits unterschritten hatten, mussten nur wenige eine tatsächliche Kürzung vornehmen, und die Gesamtproduktion lag weit unter dem Ziel der Gruppe.

FMW: Wird der Markt demnächst wieder übermannt von der großen globalen Rezessionsangst, kann der Ölpreis schnell wieder in den Keller rauschen, und die Verknappung der OPEC+ verliert als Bullen-Argument seine Wirkung – weil eine Rezession viel mehr Nachfragemengen kosten würde, also die OPEC+ derzeit an Angebotsmengen verknappt.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. In diesem Zusammenhang wäre es konstruktiv/zielführend, wenn der anstehende G20-Gipfel in Indonesien Rahmenbedingungen vereinbaren würde, die die Filmindustrie stimulieren würden. Hierzu würde ein Zusammenspiel zwischen den USA, der EU und China gehören. Die genannte Wirtschaftspolitik führt dann ggf. auch dazu, daß die Ölindustrie Grundlagen dafür sieht, Investor (bei) der Filmindustrie zu werden.

  2. Die Verknappung der Öllieferungen durch die OPEC ist nur u.a.eine vorausschauende Massnahme,
    da in den kommenden Monaten durch Bekanntgabe von Krisen und steigenden Arbeitslosenzahlen
    die Nachfrage drastisch einbrechen wird,weil dann diese als Rechtfertigung für einen drastisch sinkenden Preis
    eingepreisst werden wird.
    Dies wird allerdings viele Anleger,ähnlich wie bei der C 19 Krise dazu veranlassen ganz unten wieder
    einzusteigen.Billig kaufen,der Traum eines jeden Anlegers,was einen Kaskadeneffekt,ähnlich Fomo
    auslösen wird und die Kurse dann auch langfristig weit über die 120/140 USD Marke treiben wird.
    Dies wird den Run in die Rohstoffe befeuern,weil es die einzige Möglichkeit zu sein scheint in einer
    Krise + großer Orientierungslosigkeit „nachhaltig“ überhaupt sein Kapital zu sichern.
    Wird dies dann wieder eine neue gigantische Blase ?

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