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Ölpreis steigt kräftig an – Putin treibt die Angst vor Verknappung

Öl-Bohrinsel

Der Ölpreis steigt kräftig an. WTI-Öl steigt seit gestern Abend von 92,30 Dollar auf aktuell 95,69 Dollar. Das europäische Brent-Öl steigt von 95,25 Dollar auf aktuell 99,23 Dollar. Weitere Kursanstiege sind heute gut möglich. Was ist hier los? Schauen wir auf Wladimir Putins Rede und die Folgen, und auf aktuelle Expertenaussagen.

Putin schürt Unsicherheit – der Ölpreis steigt

Der Ölpreis steigt so kräftig an, weil Wladimir Putin gestern Abend die Separatistengebiete in der Ostukraine (Donbass) als unabhängige Republiken anerkannt hat. Inzwischen hat Putin auch angeordnet, dass Truppen in diese Gebiete entsendet werden. Interessant war an seiner gestrigen Rede vor allem seine Art einer Geschichtsstunde – in der er de facto der Ukraine die Staatlichkeit absprach. Dies schürt die Angst vor einer Eskalation in der Region. Heute bereits könnte der Westen Sanktionen gegen Russland verhängen wegen der Anerkennung der Donbass-Gebiete als unabhängige Staaten – obwohl sie offiziell ukrainisches Gebiet sind. Was hat das alles mit dem steigenden Ölpreis zu tun? Die Logik ist ganz einfach. Russland ist einer der drei großen Öl-Exporteure.

Gibt es Sanktionen und Gegensanktionen, droht eine Verknappung der Öl-Lieferungen. Ob diese Verknappung in der Realität auch tatsächlich eintritt, ist unklar. Aber ähnlich wie bei Kriegen im Nahen Osten preist der Terminmarkt stets diese mögliche Verknappung des Ölangebots ein. Und so sehen wir diesen aktuell deutlich steigenden Ölpreis. Folgen heute die westlichen Sanktionen, könnten die Preise für Öl am Terminmarkt noch weiter ansteigen. Laut dem weltweit anerkannten Rohstoff-Experten Javier Blas erkennt man die Spekulation des Marktes auf deutlich weiter steigende Preise derzeit gut am Optionsmarkt. Hier werden über Call-Optionen die Wetten mit Laufzeit Dezember 2022 für die Basispreise 110, 125 und 150 Dollar beim Brent-Öl derzeit massiv ausgeweitet.

Aktuelle Expertenaussagen zu den kräftigen Preisanstiegen bei Öl

Die Experten der Saxo Bank sagen heute früh, dass Öl auf einem neuen Siebenjahreshoch gehandelt wird, da Befürchtungen bestehen, dass die Sanktionen gegen Russland zu einer Verringerung des Angebots führen könnten, wodurch sich der globale Ölmarkt inmitten einer starken Erholung des globalen Wachstums und der Nachfrage nach der Pandemie noch weiter verengen würde. Hinzu würden die Sorgen über die ins Stocken geratenen Atomgespräche mit dem Iran und die Unfähigkeit mehrerer OPEC+-Mitglieder kommen, ihre Produktionsziele zu erreichen. Bei einem Stand von über 97 Dollar konzentriere sich der Markt nun mehr darauf, wann und nicht mehr ob Brent die psychologische Marke von 100 Barrel erreichen wird. Die alljährliche Internationale Energiewoche in London beginnt heute, und in den nächsten drei Tagen seien zahlreiche Schlagzeilen von dieser Veranstaltung zu erwarten.

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst beim Broker Swissquote, erwähnt aktuell zum steigenden Ölpreis, dass eine konkrete Militäraktion in der Ukraine eine schwerwiegende Unterbrechung der Energielieferungen bringen würde – und auch anderer Rohstoffe. Es solle dann genug Schwung geben um das Barrel Rohöl über die 100 Dollar-Marke zu schicken.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst Avatrade, erwähnt aktuell, dass nach Putins historischer Rede gestern Abend und der Entsendung von Truppen in zwei Separatistenregionen in der Ostukraine die Händler besorgt sind, dass Putins Entscheidung harte Sanktionen der USA gegen Russland nach sich ziehen werden. Der Energiemarkt stehe hier im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Händler. Die Anleger würden sich fragen, welche Art von Sanktionen angekündigt werden und ob es irgendwelche Sanktionen gegen russisches Öl geben wird. Natürlich sei dies nicht die vorherrschende Meinung, denn Sanktionen gegen russisches Öl würden den Ölpreis deutlich in die Höhe treiben.



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1 Kommentar

  1. Hohe Energiepreise sind gut für Deutschland, dann kaufen die Ölproduzenten Länder wieder mehr Exportwaren wie Autos und Maschinen.

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