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Ölpreis steigt spürbar – drei aktuelle Gründe

Ölpreis steigt spürbar an. Warum? Man schaue dazu auf den Aktienmarkt, den US-Dollar, und die Benzinknappheit in den USA.

Öl-Pumpe

Der Ölpreis steigt spürbar an. Das amerikanische WTI-Öl konnte gestern einen Satz nach oben machen von 111 Dollar auf über 114,70 Dollar. Heute sehen wir, wie der Markt das erhöhte Niveau halten kann mit aktuell 114,03 Dollar. Das europäische Brent-Öl verhält sich parallel dazu mit einem gestrigen Anstieg von 114,70 Dollar auf heute über 118 Dollar (aktuell 117,07 Dollar). Dafür gibt es mehrere Gründe.

Geringe Benzinvorräte in den USA – Nachfragedruck

Die Benzinvorräte in den USA sind sehr niedrig. Nicht die Lieferung von Rohöl, sondern die Verarbeitungskapazität in den Raffinerien ist das Problem. Laut Aussage des Rohstoffexperten Javier Blas arbeiten die US-Raffinerien am Golf von Mexiko mit einer Auslastung von 97,4 Prozent auf einem 30-Jahreshoch. Der Experte Daniel Briesemann von der Commerzbank erwähnt heute die einerseits hohe Benzin-Nachfrage, und andererseits die niedrigen Benzinvorräte in den USA. Laut US-Energieministerium sind die US-Benzinlagerbestände in der letzten Woche auf den niedrigsten Stand zu dieser Zeit im Jahr seit acht Jahren gefallen. Das wirkt natürlich dementsprechend auf den Ölpreis! Die hohe Verarbeitungsmenge der US-Raffinerien hat laut Daniel Briesemann den weiteren Abbau der Benzinvorräte nicht verhindert – denn die Amerikaner würden trotz rekordhohen Tankstellenpreisen weiter mit ihren Autos verreisen. Er merkt an, dass mit dem bevorstehenden „Memorial Day“-Wochenende in den USA die Sommerfahrsaison beginnt – hier werde sich zeigen, ob sich die hohen Benzinpreise in den kommenden Monaten negativ auf das Fahrverhalten der Amerikaner auswirkt.

Korrelation zu steigenden Aktienmärkten

Und es scheint gestern eine klare Korrelation zwischen den Aktienmärkten und dem Ölmarkt gegeben zu haben. Wie der folgende TradingView Chart, der bis Mittwoch Abend zurückreicht, zeigt, stieg gestern der US-Aktienmarkt exakt zum Kassa-Start um 15:30 Uhr deutscher Zeit spürbar an. Man sieht dies im Chart als orange Linie für den S&P 500 auf CFD-Basis. Exakt gleichzeitig erlebte der WTI-Ölpreis (blaue Linie) gestern diesen spürbaren Anstieg. Die Korrelation ist nicht zu übersehen. Erlebt der Aktienmarkt also einen Push bezüglich eine besser laufenden Konjunktur, erwartet man am Ölmarkt gleich mehr Öl-Nachfrage, weshalb der Ölpreis ansteigt. Gestern war diese gute Laune zurückzuführen auf gute Daten von US-Einzelhandelsunternehmen, wodurch die entsprechenden Aktien deutlich hochgepusht wurden, und damit auch der gesamte Aktienmarkt (hier dazu Aussagen von Markus Koch).

US-Dollar fällt – negative Korrelation

Der monatelang stark steigende US-Dollar ist nun seit zwei Wochen deutlich am Fallen. Der US-Dollar-Index (Währungskorb) fällt seit 14 Tagen von 105 auf aktuell 101,68 Indexpunkte. Dies wirkt positiv auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird, also auf auf Öl. Zumindest zuletzt kann dieser Faktor unterstützend auf den Ölpreis gewirkt haben. Aufgrund bald höherer Zinsen in der Eurozone stieg der Euro an, was den US-Dollar zuletzt runterdrückte.

Ölpreis im Vergleich zum Aktienmarkt seit Mittwoch Abend



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2 Kommentare

  1. Außenminister Hussein Amir-Abdollahian hat sich auf dem aktuellen Weltwirtschaftsforum in Sachen erforderlicher JCPOA-Deal mit konstruktiven/zielführenden Beiträgen entsprechend eingebracht. Bundeskanzler Olaf Scholz hingegen erwähnte das genannte Thema im Rahmen seiner Rede in Davos mit keinem Wort/veröffentlichte Rede vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Die Islamische Republik Iran muß als OPEC+-Mitgliedsland wieder zur globalen Ölversorgung beitragen können.

  2. Nachdem sie sich jetzt die letzten Tage und Wochen solche Mühe gegeben haben den Ölpreis nach oben zu schreiben.

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