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Ölpreis fällt – Iran sorgt für Rally-Pause

Öl-Bohrturm

Der WTI-Ölpreis fällt seit Freitag Abend von 92 Dollar auf aktuell 89,98 Dollar (heute im Tief bereits bei 89,00 Dollar). Seit gut sechs Wochen steigt der Ölmarkt unaufhaltsam von 70 Dollar. Da ist eine Korrektur oder Rally-Pause allein schon aus markttechnischer Sicht mal überfällig. Aber der Iran ist derzeit Auslöser dieser Pause beim Anstieg im Ölpreis.

Iran-Öl für den Weltmarkt? Da lässt sich der Ölpreis nicht zweimal bitten

Wenn man derzeit mal die Chance hat technisch nach unten zu korrigieren, oder zumindest ein klein wenig Luft zu holen (mehr ist der aktuelle Absturz ja noch nicht), dann bietet das Thema Iran aktuell eine gute Chance für die Börsianer. Denn heute werden die Atomgespräche mit dem Iran fortgesetzt. Gibt es Zeichen der Entspannung von US-Seite, was die Lockerung der Sanktionen gegen den Iran zur Folge hätte? Dies wiederum würde bedeuten, dass Öl aus dem Iran auf den Weltmarkt kommt.

Mehr Angebotsmenge dämpft logischerweise den Ölpreis. Dieses Szenario wird jetzt schon eingepreist, obwohl es noch gar nicht beschlossen ist, und obwohl die Umsetzung so einer Sanktionslockerung noch dauern würde. Dass der Ölpreis auf der Aufwärtsseite weiterhin Unterstützung hat, zeigt die Mitteilung von Saudi Aramco vom letzten Wochenende, dass man die März-Verkaufspreise für asiatische Kunden erhöht hat.

Expertenaussagen

Die Experten der Commerzbank haben sich heute bezüglich des gefallenden Ölpreises auch zum Thema Iran geäußert. Der Grund für die aktuelle Preisschwäche sei die Aussicht auf eine Rückkehr der iranischen Ölexporte. Während alle Welt auf den Ukraine-Russland-Konflikt schaut, scheine sich in den heute fortgesetzten Atomgesprächen mit dem Iran eine Einigung anzubahnen. Auch verweist man auf die von den USA am Wochenende umgesetzten Ausnahmen von einigen Sanktionen gegen den Iran, was als Zeichen des guten Willens zu verstehen sei.

Sollte es eine Einigung auf ein neues Atomabkommen geben, könnten möglicherweise zur Jahresmitte die Ölsanktionen gegen den Iran gelockert werden, was eine Rückkehr der iranischen Ölexporte in der zweiten Jahreshälfte erlauben würde. Dies helfe zwar kurzfristig nicht die gefühlte Angebotsknappheit zu lindern – aber es hätte laut den Commerzbank-Experten durchaus einen psychologischen Effekt. Die zuletzt häufig geäußerte Sorge vor einem starken Rückgang der freien Förderkapazitäten würde dann an Bedeutung verlieren. Schließlich würden diese durch eine Rückkehr des Iran deutlich steigen.

Kursverlauf im Ölpreis seit Anfang des Jahres Chart zeigt Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit Jahresanfang.



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1 Kommentar

  1. Möglicherweise haben Hedgefonds diesbezüglich auf einen fallenden Ölpreis gewettet.

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