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Ölpreis ohne Euphorie – OPEC hat entschieden – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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am

Ende 2018 hatte die OPEC sich entschieden etwas zu tun um den Ölpreis endlich zum Steigen zu bekommen. Man vereinbarte zusammen mit externen Partnern wie Russland von Januar-Juni 2019 die gemeinsame Fördermenge um 1,2 Millionen Barrels pro Tag zu kürzen. 800.000 dieser 1,2 Millionen Barrels entfielen auf die OPEC, 400.000 Barrels entfielen auf die externen Partner der OPEC.

OPEC hat entschieden

Nun lief diese Mengenkürzung am letzten Wochenende aus. Hätte man sie nicht verlängert, wären wohl recht zügig hunderttausende zusätzliche Barrels an Rohöl pro Tag auf den Weltmarkt geflossen, und das bei schwächelnder Nachfrage nach Öl am Weltmarkt, aufgrund einer schwächelnden Konjunktur. Das hätte den Ölpreis nach unten gedrückt, was die OPEC wiederum überhaupt nicht gebrauchen kann. Denn die Saudis und viele der Nachbarländer am Golf finanzieren ihre Staatshaushalte de facto komplett aus dem Verkauf von Öl.

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Und so gab es dann gestern die schon vorher abgesprochene Entscheidung. Die Kürzung der Fördermenge um 1,2 Millionen Barrels pro Tag wird verlängert, und zwar um neun Monate bis Ende März 2020. Damit verkündete die OPEC die maximale Erwartung der Märkte, die zwischen sechs und neun Monaten lag. Laut OPEC berücksichtigte man bei seiner Entscheidung die schwachen ökonomischen Signale und die Unsicherheiten in Sachen Welthandel, sowie geldpolitische Entwicklungen und geopolitische Umstände. Auch habe man berücksichtigt, dass die Wachstumsprognosen für die weltweite Öl-Nachfrage nach unten revidiert wurden.

Warum der Ölpreis gestern Abend nicht weiter gestiegen ist

Der Ölpreis stieg gestern Abend nach Verkündung der OPEC-Entscheidung nur leicht an. Aber unterm Strich ging es nicht weiter nach oben. Was war der Grund? Die jetzt verlängerten Kürzungen waren eh schon übererfüllt worden. Das heißt: Vor allem die Saudis hatten schon längst im ersten Halbjahr mehr Fördermenge gekürzt als notwendig. Von daher ändert die Verlängerung nichts an der aktuellen Angebotslage der OPEC. Die Verlängerung des Deals sorgt lediglich dafür, dass in den nächsten neun Monaten keine zusätzliche Angebotsmenge durch die OPEC auf den Weltmarkt kommt. Und außerdem schaue man auch mal, was der Ölpreis in den letzten Tagen gemacht hat. Er stieg vor allem dank der immens gesunkenen Lagerbestände schon gut an (+8 Dollar in 14 Tagen).

In diesem Anstieg war aber auch die Hoffnung schon eingepreist worden, dass die OPEC ihren Deal verlängert. Von daher lautet die aktuelle Devise am Ölmarkt „kauf das Gerücht, verkauf die Meldung“. Jetzt werden wohl Gewinne mitgenommen. Alternativ könnte das Szenario aber jetzt lauten: Die Spekulanten, die in den letzten Tagen Long einstiegen, nehmen jetzt Gewinne mit. Und dann in den nächsten Tagen könnte der Ölpreis in Folge weiter Lagerrückgänge und schwacher Konjunkturdaten weiter ansteigen. Das kann so kommen, muss es aber nicht. Wir erneuern unseren Hinweis, wie schon so oft in den letzten Monaten und Jahren. Der Ölpreis ist und bleibt unberechenbar. Bitte bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

Der folgende Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit Freitag. Im blauen Kasten sieht man: Durch die gestrige OPEC-Entscheidung gab es unterm Strich keinen Preisanstieg. Zwar stieg WTI seit der Entscheidung gestern am späten Abend von 58,50 bis heute früh auf 59,20 Dollar. Aber wenn man den Preis-Level von gestern früh sieht, dann ist es unterm Strich halt kein Anstieg. Zumindest erst einmal nicht! Die Euphorie der Deal-Verlängerung war nun mal vorher schon im Kurs eingepreist!

Ölpreis WTI kurzfristig

Der folgende Chart zeigt WTI-Öl seit September 2018. Wo der Kreis gesetzt ist, begann offiziell die Fördermengenkürzung. So gesehen hat sie den Ölpreis unterm Strich gut nach oben gebracht. Obwohl man dazu natürlich sagen muss, dass auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben!

Ölpreis WTI langfristig

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    3. Juli 2019 11:29 at 11:29

    Geht es jetzt in Richtung zu den von mir schon oft erwähnten Kursen unter 50$. Wir werden sehen.

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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