Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Märkte

Ölpreis darf weiter steigen? OPEC verlängert Kürzungen?

Veröffentlicht

am

„Darf“ der Ölpreis weiter steigen? Aber erstmal ein paar Schritte zurück. Ende 2018 hatten OPEC und Russland (OPEC+) sich darauf verständigt ab Januar 2019 für sechs Monate die Öl-Fördermenge um insgesamt 1,2 Millionen Barrels pro Tag zu kürzen. Damit wollte man den Markt verknappen und dem Ölpreis einen Auftrieb geben. 800.000 davon sollte die OPEC stemmen, 400.000 Russland und einige andere kleinere Förderer außerhalb der OPEC. Daten aus Januar zeigten schon, dass die OPEC diese Kürzungszusagen wohl sehr zügig einhalten wird. Womöglich wird sie ihren Anteil schon zu Ende Februar übererfüllt haben. Genau wissen wir das am kommenden Donnerstag den 14. März, wenn die OPEC ihre Fördermengen für Februar bekannt gibt.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Pusht die OPEC den Ölpreis weiter nach oben?

Der WTI-Ölpreis stieg vorhin bis auf 56,93 Dollar. Am Freitag lag der Kurs noch bei 54,50 Dollar. Der Grund für die aktuelle Euphorie ist gleich zwei Mal beim eigentlichen OPEC-Anführer Saudi-Arabien zu suchen. Laut aktuellen Berichten haben die Saudis ihren Kunden mitgeteilt, dass die Öl-Lieferungen für den Monat April 635.000 Barrels unter dem Volumen liegen sollen, welches von den Kunden nachgefragt wurde. Damit sorgt man schon mal gut für eine Verknappung auf dem Markt. Denn die Kunden sind dann gezwungen auch anderswo zuzukaufen, und sorgen somit für Kaufdruck, was steigende Preise bedeuten sollte.

Auch hat der saudische Öl-Minister Al-Falih angedeutet, dass sein Land gerne eine Verlängerung der Fördermengenkürzung (-1,2 Mio Barrels pro Tag) über Juni hinaus sehen möchte. Zwar kann man dies nur indirekt raushören, aber der gute Herr Al-Falih redet immer eher wie ein Diplomat als ein Wirtschaftslenker. Es sei jetzt noch zu früh um über eine Änderung der Kürzungsvereinbarung nachzudenken. Aber wenn bis April nichts Ungewöhnliches geschehe, könne man so weitermachen. Man kann daraus nun ablesen, dass es bis Ende Juni so weitergeht, oder auch darüber hinaus. Beschlossen wird über eine mögliche Verlängerung der aktuellen Kürzungen womöglich schon am 17. April beim zwei Mal im Jahr stattfindenden großen OPEC-Meeting in Wien. Aber wenn die Saudis solche Andeutungen machen, dann hat das Gewicht! Kommt es so, würden weiterhin 1,2 Mio Barrels pro Tag dem Weltmarkt entzogen bleiben.

Und oben drauf kommen ja noch die US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela, was beides offenkundig Dauer-Projekte der Amerikaner sind – zumindest solange, wie Donald Trump im Weißen Haus sitzt. Aber auch ganz ohne US-Sanktionen war die Ölförderung in Venezuela die letzten Jahre übelst rückläufig. Das Land ist kaputt. Kein Geld für Gehälter, kein Geld für die Reparatur von Öl-Anlagen oder die Erschließung neuer Felder. Da ist es kein Wunder, dass Venezuela immer weniger fördert, und somit die Kürzung der OPEC ungewollt unterstützt.

Ölpreis nach oben freigegeben?

Ist der Ölpreis-Anstieg damit nach oben unbegrenzt freigegeben? So einfach ist es wohl nicht. Aber mit solchen Informationen ist natürlich generell mehr Spielraum nach oben vorhanden. In den nächsten Tagen bis zum 17. April werden sich nun (wie immer) die Äußerungen der Saudis, Russen, VAE etc häufen, ob man nun die Kürzungen verlängern will oder nicht. Aber die Saudis geben die Marschroute vor. Der WTI-Ölpreis (Chart seit September 2018) hatte sich seit Januar langsam aber gemächlich immer weiter gesteigert. Die jüngsten Hochpunkte aus Februar liegen bei 57,80 Dollar, und ihr Überschreiten würde mal wieder die Möglichkeit weiter Anstiege vergrößern. Wie immer unser Hinweis: Das ist keine Garantie, und wir geben keine Handelsempfehlung, denn der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

WTI Ölpreis seit September 2018

OPEC verlängert? Gut für einen steigenden Ölpreis?
Ein OPEC-Seminar in Wien am 20. Juni 2018. Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres – Eröffnung des 7. Internationalen OPECSeminar zum Thema „Energy Cooperation“ CC BY 2.0

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Wall Street trifft Realität! Marktgeflüster (Video)

Veröffentlicht

am

Nachdem die Wall Street den Handelskrieg weitgehend ignoriert hatte bzw. weiterhin im Hoffnungs-Modus war, dass es doch irgendwie zu einem Deal zwischen den USA und China kommen könne, ist heute etwas anders: keine „Eröffnungs-Rampe“ beim Start des Kassa-Handels an der Wall Street (so wie zuletzt bei den letzten acht Handelstagen), die US-Finanzmedien beginnen den Konflikt ernster zu nehmen. Dazu heute wieder extrem schwache Daten aus Deutschland (Einkaufsmanagerindex Gewerbe und ifo Index) – aber auch die US-Industrie mit dem schwächsten Einkaufsmanagerindex Gwerbe seit neun Jahren! Nach wie vor aber ist von Panik nichts zu erkennen, die Handelsvolumina bleiben gering. Der Dax unter Druck, die Deutsche Bank auf Allzeittief..

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Devisen

Brexit-Chaos: Gleichzeitig EU-Wahl und May-Rücktritt – Pfund-Trader fest anschnallen bitte!

Veröffentlicht

am

Theresa May versuchte gerade erst mit einer erneuten Luftnummer die Parlamentarier in London in Sachen Brexit mehrheitlich für sich zu gewinnen. Obwohl sie unzählige Male in den letzten Jahren sagte, dass es keine neue Volksabstimmung geben werde, stellte sie diese Woche genau das in Aussicht. Aber eben nur, wenn das Parlament vorher ihrem Brexit-Deal zustimmen würde. Diese krumme Nummer der Premierministerin hat das Fass wohl endgültig zum Überlaufen gebracht.

Laut der Zeitung The Times wird Theresa May morgen zurücktreten. Unglaublich. Die Briten haben gestern schon angefangen ihre Stimmen für die EU-Wahl abzugeben. Und während sie das nun bis Sonntag tun, tritt die Premierministerin zurück. Was für ein Timing. Es gibt auch andere Medien in UK, die davon ausgehen, dass May noch bis kurz nach der Wahl wartet, und dann ihren Rücktritt verkündet.

Aber der Rücktritt an sich scheint ausgemachte Sache zu sein. Ihr Kabinett soll nach ihrem Angebot für ein zweites Brexit-Referendum endgültig gemeutert haben. Wie nun bekannt wurde, soll May´s „neuer“ Gesetzesentwurf auch nicht morgen vorgelegt werden. Auch dies scheint ein klares Indiz für ihren Rücktritt zu sein. Was dann nächste Woche passiert? Die Tories werden wohl, wenn ihre Wähler in der EU-Wahl in Scharen die Brexit-Partei gewählt haben, Boris Johnson (Brexit-Hardliner) zum neuen Premier machen. Das darf man zumindest vermuten.

Und dann folgt ein Chaos, dass sich im Vergleich zu Theresa May dramatisch steigern dürfte. Da fehlt uns sogar die Phantasie für das Basteln von Horror-Szenarien. Man muss es einfach auf sich zukommen lassen. Als Forex-Trader, der gerne das Pfund handelt, sollte man sich schon mal warm anziehen vor dem Wochenende. Fast zeitgleich stehen ein Wahldebakel für die etablierten Parteien und der Rücktritt der Premierministerin an. Mal sehen, wo dann am Montag das Pfund in die Woche startet!

Das britische Pfund preist die negativen Schwingungen der aktuellen Lage diese Woche schon ein, soweit man das überhaupt tun kann. Die Tendenz ist seit Wochen negativ. Aber immerhin ist das Pfund gegenüber gestern Mittag nicht weiter gefallen (GBPUSD aktuell 1,2646). Man sollte sich aber auf weitere Abstürze morgen und Montag gefasst machen (nichts genaues weiß man ja jetzt noch nicht).

Brexit-Chaos im House of Commons
Das House of Commons in London. Foto: UK Parliament CC BY 3.0

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Öl und Indizes – jetzt noch Short auf den Zug aufspringen?

Veröffentlicht

am

Beim Crude Oil gibt es eine sehr starke Abwärtsbewegung. Beim Dax läuft die Suche nach neuen Tiefstpunkten noch. Kann man jetzt noch auf den Short-Zug aufspringen? Dazu mehr im Video. Haben Sie schon den „Trade des Tages“ abonniert? Dies können Sie an dieser Stelle tun, und dann täglich kostenfrei meine Analysen lesen.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen