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Märkte

Ölpreis darf weiter steigen? OPEC verlängert Kürzungen?

Claudio Kummerfeld

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„Darf“ der Ölpreis weiter steigen? Aber erstmal ein paar Schritte zurück. Ende 2018 hatten OPEC und Russland (OPEC+) sich darauf verständigt ab Januar 2019 für sechs Monate die Öl-Fördermenge um insgesamt 1,2 Millionen Barrels pro Tag zu kürzen. Damit wollte man den Markt verknappen und dem Ölpreis einen Auftrieb geben. 800.000 davon sollte die OPEC stemmen, 400.000 Russland und einige andere kleinere Förderer außerhalb der OPEC. Daten aus Januar zeigten schon, dass die OPEC diese Kürzungszusagen wohl sehr zügig einhalten wird. Womöglich wird sie ihren Anteil schon zu Ende Februar übererfüllt haben. Genau wissen wir das am kommenden Donnerstag den 14. März, wenn die OPEC ihre Fördermengen für Februar bekannt gibt.

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Pusht die OPEC den Ölpreis weiter nach oben?

Der WTI-Ölpreis stieg vorhin bis auf 56,93 Dollar. Am Freitag lag der Kurs noch bei 54,50 Dollar. Der Grund für die aktuelle Euphorie ist gleich zwei Mal beim eigentlichen OPEC-Anführer Saudi-Arabien zu suchen. Laut aktuellen Berichten haben die Saudis ihren Kunden mitgeteilt, dass die Öl-Lieferungen für den Monat April 635.000 Barrels unter dem Volumen liegen sollen, welches von den Kunden nachgefragt wurde. Damit sorgt man schon mal gut für eine Verknappung auf dem Markt. Denn die Kunden sind dann gezwungen auch anderswo zuzukaufen, und sorgen somit für Kaufdruck, was steigende Preise bedeuten sollte.

Auch hat der saudische Öl-Minister Al-Falih angedeutet, dass sein Land gerne eine Verlängerung der Fördermengenkürzung (-1,2 Mio Barrels pro Tag) über Juni hinaus sehen möchte. Zwar kann man dies nur indirekt raushören, aber der gute Herr Al-Falih redet immer eher wie ein Diplomat als ein Wirtschaftslenker. Es sei jetzt noch zu früh um über eine Änderung der Kürzungsvereinbarung nachzudenken. Aber wenn bis April nichts Ungewöhnliches geschehe, könne man so weitermachen. Man kann daraus nun ablesen, dass es bis Ende Juni so weitergeht, oder auch darüber hinaus. Beschlossen wird über eine mögliche Verlängerung der aktuellen Kürzungen womöglich schon am 17. April beim zwei Mal im Jahr stattfindenden großen OPEC-Meeting in Wien. Aber wenn die Saudis solche Andeutungen machen, dann hat das Gewicht! Kommt es so, würden weiterhin 1,2 Mio Barrels pro Tag dem Weltmarkt entzogen bleiben.

Und oben drauf kommen ja noch die US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela, was beides offenkundig Dauer-Projekte der Amerikaner sind – zumindest solange, wie Donald Trump im Weißen Haus sitzt. Aber auch ganz ohne US-Sanktionen war die Ölförderung in Venezuela die letzten Jahre übelst rückläufig. Das Land ist kaputt. Kein Geld für Gehälter, kein Geld für die Reparatur von Öl-Anlagen oder die Erschließung neuer Felder. Da ist es kein Wunder, dass Venezuela immer weniger fördert, und somit die Kürzung der OPEC ungewollt unterstützt.

Ölpreis nach oben freigegeben?

Ist der Ölpreis-Anstieg damit nach oben unbegrenzt freigegeben? So einfach ist es wohl nicht. Aber mit solchen Informationen ist natürlich generell mehr Spielraum nach oben vorhanden. In den nächsten Tagen bis zum 17. April werden sich nun (wie immer) die Äußerungen der Saudis, Russen, VAE etc häufen, ob man nun die Kürzungen verlängern will oder nicht. Aber die Saudis geben die Marschroute vor. Der WTI-Ölpreis (Chart seit September 2018) hatte sich seit Januar langsam aber gemächlich immer weiter gesteigert. Die jüngsten Hochpunkte aus Februar liegen bei 57,80 Dollar, und ihr Überschreiten würde mal wieder die Möglichkeit weiter Anstiege vergrößern. Wie immer unser Hinweis: Das ist keine Garantie, und wir geben keine Handelsempfehlung, denn der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

WTI Ölpreis seit September 2018

OPEC verlängert? Gut für einen steigenden Ölpreis?
Ein OPEC-Seminar in Wien am 20. Juni 2018. Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres – Eröffnung des 7. Internationalen OPECSeminar zum Thema „Energy Cooperation“ CC BY 2.0

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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis vor erneutem Abrutsch? Achten Sie auf diese zwei Faktoren

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis rutsche gestern von 1.950 US-Dollar unter die Marke von 1.900 Dollar (wir berichteten), dann sogar im Tief bis auf 1.882 Dollar. Bis heute früh hat sich der Markt etwas beruhigt. Aber nur ein wenig! Sehen Sie zur aktuellen Gesamtlage am Markt beim Klick an dieser Stelle den Marktkommentar von Markus Fugmann von 9 Uhr.

Goldpreis kurzfristig vor weiterem Abrutsch?

Aktuell hängt der Goldpreis genau bei 1.900 Dollar. Und was gestern den Markt bereits zum Abstürzen brachte, rückt jetzt erneut in den Fokus der Betrachter. Der US-Dollar zeigt auch heute früh weiter Stärke, erkennbar im Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Nach dem gestrigen Hoch des Dollar-Index bei 93,80 Indexpunkten um 18 Uhr hat er ganz frisch dieses Hoch überschritten auf aktuell 93,90 Punkte. Somit steht der Goldpreis als Kehrseite der Medaille aktuell in akuter Gefahr, kräftig unter die 1.900 Dollar-Marke zu rutschten!

Heute um 16:30 Uhr spricht Fed-Chef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des US-Kongress. Der Redetext ist schon heute Nacht veröffentlicht worden. Haben Sie die Muße sich den ellenlangen Text anzutun, dann klicken Sie bitte hier. Abseits vom nicht sehr interessanten Textinhalt kommt danach eine ewig lange Frage- und Antwortrunde zwischen Powell und den Abgeordneten. Was dort gesagt wird, kann Aktienmärkte, US-Dollar und Goldpreis im Laufe des Abends noch beeinflussen. Dem Redetext ist unter anderem zu entnehmen, dass die Fed tun werde was sie könne, solange es nötig sei. Es müsse sichergestellt werden, dass die Erholung der US-Wirtschaft so stark wie möglich ausfalle.

Aktueller Analystenkommentar

Dr. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa, hat sich heute früh zur aktuellen Lage bei Gold geäußert. Die Kursrückgänge an den weltweiten Börsen, verbunden mit einer Aufwertung des US-Dollar, hätten auch die Edelmetallpreise unter Druck gesetzt. Der Goldpreis habe gegenüber seinem Rekordhoch (am 5. August 2020 erreichte er knapp 2.050 USD/oz) bis heute etwa 7 Prozent eingebüßt; der Silberpreis habe gegenüber seinem jüngsten Hoch (am 10. August 2020 stand er bei 28,99 USD/oz) bis heute knapp 17 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn jedoch habe der Goldpreis um 20 Prozent zugelegt, der Silberpreis sogar um 34,4 Prozent.

Der langfristige Aufwärtstrend der Edelmetallpreise bleibe von der jüngsten Preiskorrektur unberührt. Denn der werde vor allem durch die Geldmengenvermehrung und Niedrigzinspolitik der großen Zentralbanken bestimmt. Und angesichts der aufgelaufenen Probleme im internationalen Finanzsystem sei eine Abkehr von der inflationären Geldpolitik nicht in Sicht; eher sei noch mit einer Verschärfung der „finanziellen Repression“ zu rechnen. Für Edelmetallanleger sei es ratsam, eine langfristige Perspektive einzunehmen: Man sollte sich also vom kurzfristigen Auf und Ab beim Goldpreis nicht zu sehr beeindrucken lassen; zumal es sehr wahrscheinlich sei, dass die Preise von Gold und Silber spätestens in drei bis fünf Jahren sehr viel höher stehen als heute, so Thorsten Polleit.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen den US-Dollar
Der Chart zeigt seit letztem Freitag den Verlauf des Goldpreis in blau gegen den steigenden US-Dollar (Dollar-Index) in rot-grün. Aktuell kommt der Dollar wieder hoch, und der Goldpreis könnte kurzfristig weiter abrutschen.

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Indizes

Aktienmärkte: Abverkauf rund um den Globus – steckt mehr dahinter?

Dass der Technologieindex seine Talfahrt gebremst hat, während Value und die Nebenwerte richtig abstürzten, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen für die Aktienmärkte

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Der gestrige Montag brachte schon einen richtigen Dämpfer für die Aktienmärkte in vielen Ländern – auch wenn viele Indizes zu Wochenbeginn noch nicht einmal in der Nähe des Korrekturmodus gestanden hatten. Klar, es passte alles: der vorherige auch durch Optionen gehypte Anstieg der Aktienmärkte in den USA, der große Verfall und die einprogrammierte Schwäche Ende des Monats September. Aber steckt vielleicht ein bisschen mehr dahinter? Eine kurze Spurensuche!

Aktienmärkte: Ende der Fünfmonatshausse oder normale Korrektur?

Bei solchen Kurseinbrüchen wie am gestrigen Tag ist man seitens der Analysten stets bemüht, rationale Gründe für einen ungewöhnlichen Tag zu präsentieren – man will den Kunden doch nahe bringen, dass man die Lage im Griff hat. Hat man natürlich nicht voraussehen können, einen zeitweiligen Einbruch des Dow Jones um 900 Punkte oder beim DAX um 600 Punkte. Was waren nun die vorgetragenen Gründe für den gestrigen Abverlkauf?

Anstieg der Coronafälle

Sicher ein Argument, wie aus den Zahlen hervorgeht, die Markus Fugmann gestern dargelegt hatte. Aber die kannte man schon am Freitag und in den USA war der Anstieg Ende Juli schon einmal deutlich höher.

Aber: Was interessant ist, dass genau die heiß gelaufenen Corona-Profiteure gestern schon wieder besser dastanden als der Gesamtmarkt. Rechnen die Börsianer mit Einschränkungen in der Wirtschaft, wo einmal mehr Hightech gefragt wäre?

Fehlende Einigung im Kongress zum fünften Konjunkturpaket

Ein Dauerthema ist das Warten augf den Stimulus – aber sollten die Konsumdaten nach unten zeigen oder gar die Arbeitslosenrate wieder steigen, würde Trump „Kröten schlucken“.

Tod der US-Richterin Ginsburg

Klare Belastung für die Aktienmärkte, wenn Trump seinen Willen durchsetzt – wegen der überragenden Bedeutung des Supreme Court, in dem die Richter auf Lebenszeit gewählt werden. Manchmal eine Periode von mehreren Präsidentschaftszyklen.

Handelsstreit USA – China

Die Unklarheiten über das Geschäft um Tiktok wird als einer der Gründe für die Marktturbulenzen gesehen, da Donald Trump einmal mehr mit seinen unbestätigten Details für Unsicherheit gesorgt hat. Aber das ist eher ein Randthema.

Bedeutsamer für die Schwäche der Aktienmärkte könnten die Signale für eine verlangsamte Konjunkturerholung sein, wie durch einige Verbraucherdaten ableitbar. Das war nicht eingepreist – und diese sich verschlechternde Situation könnten Anleger genutzt haben, um Gewinne mitzunehmen.

Sondersituation Dax

Der größte Einbruch beim DAX seit einem halben Jahr dürfte ein paar spezielle Gründe haben. Es konnte den Händlern nicht gepasst haben, dass die Börsenumsätze (außer beim Dreifachverfall) schon länger sehr mager waren, die Kurse sich kaum bewegt hatten. Dies hatte Spannung aufgebaut mit einem unweigerlichen Ausbruch – nach oben oder nach unten. Die Optionshändler hatten den Dax-Ständen von über 13.000 schon am Freitag nicht getraut und der VDaxNew war am Montag schon mit einem Sprung von 20 Prozent plus in den Tag gestartet. Dazu noch die Sondergeschichten um die Deutsche Bank, die Sorgen um die Lufthansa und die Touristikindustrie – und die Tatsache, dass sich unser Dax ganz einfach zur Mehrheit in ausländischen Händen befindet (USA 34 Prozent, Großbritannien 24 Prozent).

Es kam also einiges zusammen am gestrigen Tag, von dem das meiste unter dem Aspekt „die Kurse machen die Nachrichten“ zu subsumieren ist. Trotzdem:

Fazit

Der gestrige Tag hat zweifelsohne einige Planungen über den Haufen geworfen. Die meisten sehnten sich nach einer Korrektur von Fahnenstangengen-Charts wie bei Tesla, Apple oder erst beim Nasdaq. Eine gesunde Konsolidierung bei Dow und S&P 500 an der 50 Tage-Linie entlang und beim heiß gelaufenen Nasdaq ruhig etwas mehr in Richtung 15 Prozent. Dass aber der Technologieindex seine Talfahrt gebremst hat, während Value und die Nebenwerte richtig abstürzten, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen für die Aktienmärkte. Damit könnte sich die Korrektur noch deutlicher ausweiten, beim Leitindex der Welt (S&P 500) bis zu seinem Aufwärtstrend bei 3100 Punkten.

Abhilfe könnte eine rasche Gegenbewegung schaffen, denn sonst gäbe es ein paar unangenehme Kollaterialschäden. Bei Millionen Kleinanlegern in den USA, die ihre schon sicher geglaubten Aktiengewinne verlören – teilweise mit Hilfe der ausgelaufenen 600 Dollar-Wochenschecks der Regierung. Auch allgemein können sich die USA keine größere Korrektur der Aktienmärkte in der jetzigen Situation des Landes erlauben. Bei einer fast 40 Billionen Dollar schweren Wall Street (S&P 500 über 29 Billionen Dollar in der Spitze) würde schon ein Anklopfen an den Bärenmarkt (-20 Prozent) ein größeres Verlust verursachen, wie die Fed in ihrer gesamten Bilanz (7,1 Bio) aufzuweisen hat.

Wird dieses Szenario die Trump-Administration und ihren Gehilfen (die US-Notenbank) nicht umgehend auf den Plan rufen? Schon die nächsten Tage werden spannend!

Was steckt hinter dem gestern globalen Abverkauf der Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: Zwischen Abverkauf und short-squeeze! Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte gestern mit einem herben Abverkauf (vor allem der Dax!) – dann aber an der Wall Street im späten Handel zumindest noch eine Erholung, die den Schaden begrenzte. Auffallend ist, dass die US-Tech-Aktien sich noch am besten hielten, während klassische Branchen wie Reise und Banken stark unter Druck waren. Wie geht es für die Aktienmärkte nun weiter? Charttechnisch wie auch saisonal gibt es nun sehr viel Gegenwind, aber die Stimmung hat sich so schnell negativ gedreht, dass auch ein short-squeeze möglich ist. Zumindest kurzfristig dürfte gelten: in Rally eher verkaufen statt einen baldigen Wieder-Analuf auf neue Allzeithochs zu erwarten. Denn die Unsicherheit vor der US-Wahl ist immens..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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